Seine Kandidatur für die FDP war wie schon in den Jahren zuvor als Unterstützungskandidatur gedacht. Dass Markus Steybe trotzdem der Einzug in den Gemeinderat gelang, führt der Zahnarzt mit Praxis in Ailingen auf seinen Bekanntheitsgrad und vor allem auf die vielen Gespräche mit seinen Patienten zurück. Denn mit Friedrichshafen ist der 54-Jährige verwurzelt und er liebt die Kontinuität. Zusammen mit seiner heutigen Frau besuchte er das Karl-Maybach-Gymnasium, hier machten auch seine beiden Töchter, die heute Medizin und Zahnmedizin studieren, Abitur.

Hier und da würde er den Rotstift ansetzen

„Als Selbstständiger bin ich gewohnt, bei Anschaffungen aufs Geld zu schauen“, sagt Steybe im Hinblick auf die Stadtentwicklung und die Planung des Uferparks. Er würde hier und dort den Rotstift ansetzen. Die Stadt sei zwar reich, sollte sich aber nicht zu viel leisten, findet er. Auch Umweltthemen sind dem neuen Gemeinderat, der sich in seiner Freizeit gerne in der Natur aufhält, wandert, Mountainbike und Ski fährt und zum Kite-Surfen geht, im Hinblick auf die Generation seiner Kinder wichtig.

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Bis in die 70er-Jahre saß sein Großvater für die CDU im Stuttgarter Landtag und engagierte sich als ehemaliger Wehrmachtssoldat für den Wiederaufbau des Landes. Vom Einsatz seines politischen Vorbilds zum Wohl der Gesellschaft inspiriert, trat Markus Steybe bereits in den 90er-Jahren in die FDP ein und wirkte immer im Vorstand mit. „Liberalismus hat für mich in erster Linie mit Eigenverantwortung zu tun“, sagt der Freiberufler, „mit eigenverantwortlichem Bestimmen des Lebens“.

Interesse an Engagement im Kultur- und Sozialausschuss

Dabei verorte er sich innerhalb des ideologischen Spektrums der FDP eher auf der sozialen Schiene und möchte sich deshalb auch gerne im Ausschuss für Kultur und Soziales engagieren. „Für einen Arzt steht eben der Mensch im Vordergrund“, sagt er. Mit dem inzwischen negativ konnotierten Begriff Neoliberalismus könne er sich hingegen nicht identifizieren.

Seine Arbeit im Rat sieht er in erster Linie von seinem politischen Pragmatismus geprägt. Für seine kleine FDP-Fraktion heiße das, „eigene Gedanken durch andere verwirklicht sehen“. Dabei steht der Kreisvorsitzende der Zahnärzteschaft für die Zahnärztekammer im Bodenseekreis auf „Sitzungsergonomie„, wie er sagt. „Meine Denk- und Sichtweise ist naturwissenschaftlich rational geprägt. Zudem bin ich gewohnt, Sitzungen vorzubereiten und Kompromisse im positiven Sinne zu finden.“