Puppenhäuser für Mädchen oder Spielzeugautos für Jungen sind beliebte Weihnachtsgeschenke, mit denen Eltern ihre Kinder an Heiligabend zum Strahlen bringen. Immer wieder kommt es aber auch vor, dass zu Weihnachten Haustiere verschenkt werden. Das Friedrichshafener Tierheim hat damit ebenfalls seine Erfahrungen gemacht.

Ziel ist eine jahrelange Bindung

Mit einem "klaren Nein" beantwortet Carola Fuchsloch, Vorsitzende des Tierheims, die Frage, ob ein Haustier-Kauf als Weihnachtsgeschenk sinnvoll ist. Tiere seien Lebewesen, die in die Familie integriert werden sollten. Eine Anschaffung müsse von allen Familienmitgliedern langfristig überlegt werden. "Es muss sich gefragt werden, ob ein Haustier in die eigene Lebenssituation passt, denn es soll ja auch eine jahrelange Bindung sein", erklärt Fuchsloch. Eine solch langfristige Versorgung sei beim Kauf als Weihnachtsgeschenk nicht garantiert, im Gegenteil: "Das sind genau die Tiere, die nach Weihnachten weiterverkauft oder in den Tierschutz gebracht werden", erläutert die ehrenamtliche Vorsitzende. "Das passt alles nicht zum Thema Weihnachten und Schenken." Deshalb würden Interessierte, die aus diesem Motiv heraus handeln, beim seriösen Tierschutz auch abblitzen.

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Eine kurzfristige Anschaffung ist Fuchsloch zufolge – vor allem beim Hundekauf – nicht möglich. Bei Katzen käme es darauf an, ob es sich um eine Wohnungs- oder Freigängerkatze handelt. "Grundsätzlich fragen wir beim Kunden nach, wie seine Lebenssituation ist, wie er wohnt und wie viel Zeit er in die Versorgung des Tieres investieren kann", erklärt sie und fügt an: "Jungkatzen in einen Haushalt zu geben, in dem der Besitzer acht bis zehn Stunden am Tag außer Haus ist, wäre fatal. Das Tier braucht Ansprachen und das Spielen mit Artgenossen. Sonst kann die Katze nicht glücklich werden."

Haustiere kosten unterschiedlich viel Geld

Beim Tierkauf gibt es nach Angaben von Fuchsloch keinen Festpreis. Es käme beispielsweise immer darauf an, ob der Interessent einen Hund oder eine Hündin möchte und ob das Tier kastriert ist oder nicht. Auch das Alter spiele eine Rolle. "Interessenten sollten unbedingt beachten, dass nicht nur die Anschaffung des Tieres finanziert werden muss, sondern auch regelmäßig Haltungskosten anfallen. Beim Hund sind das die jährliche Impfung beim Tierarzt, eventuelle Operationskosten sowie die gesetzlich vorgeschriebene Hundesteuer. Außerdem empfehle ich eine Haftpflichtversicherung", betont die Expertin. Ausstattung wie Leine, Halsband, Geschirr und Futter käme zudem noch dazu.

Welche Voraussetzungen und Eigenschaften ein Tierhalter erfüllen muss, kann von Tier zu Tier unterschiedlich sein. Manche sind laut der stellvertretenden Vorsitzenden Anne Juhre selbstständiger und pflegeleichter als andere. "Man muss eine gewisse Selbstlosigkeit mitbringen. Haustiere sollen außerdem nicht als Statussymbol angeschafft werden", sagt sie. Carola Fuchsloch ergänzt: "Bei einem Hund muss das Herrchen mehr Zeit haben als bei anderen Tieren. Weiterhin ist viel Liebe zur Natur nötig, denn bei jedem Wetter muss mit dem Hund nach draußen gegangen werden. Bereits im Vorfeld sollte sich über das Tier und seine Bedürfnisse informiert werden."

Einer Überforderung kann vorgebeugt werden

Um einer Überforderung mit dem Haustier vorzubeugen, sollte jeder Tierhalter mindestens eine Vertrauensperson haben, die zur Unterstützung bereit ist. Dazu rät die berufstätige Anne Juhre, die selbst zwei Hunde besitzt. Bei ihr ist diese Vertrauensperson ihre Mutter. Eine andere Option kann sein, die Haustiere – wenn vom Arbeitgeber gestattet – mit ins Büro zu nehmen. So macht es Carola Fuchsloch mit ihren Hunden.

Wenn jemand der Versorgung eines Hundes nicht gerecht werden kann, sollte nach Einschätzung von Fuchsloch im ersten Schritt ein Hundetrainer hinzugezogen werden. Gerade, wenn Tierbesitzer keine Erfahrung haben, könne der Alltag schwierig sein. Hilft das nicht, sollte das Tier wieder abgegeben werden. "Viele wählen dabei den Weg über den Online-Handel, was wir sehr kritisch sehen. Beim Verkauf über solche Portale besteht die Gefahr, dass Tiere zu Wanderpokalen werden", sagt die Vorsitzende. Ratsam sei es, zum Tierschutzverein zu gehen und um eine eventuelle Vermittlungshilfe zu bitten.

 

Diese Tiere suchen ein neues Zuhause:

Charly ist ein Schäferhund-Mix

Charly lebt schon lange im Tierheim.
Charly lebt schon lange im Tierheim. | Bild: Tierheim
  • Alter: Charly (geboren am 9. Juni 2012) ist sechseinhalb Jahre alt und lebt fast genauso lange im Tierheim.
  • Eigenschaften: Er braucht Menschen, die ihm Sicherheit geben. Die neue Familie sollte über Hunde-Erfahrung verfügen und Verständnis dafür haben, dass viele Situationen neu oder sogar etwas beängstigend für ihn sind. Charly ist liebenswert und anhänglich.

Hutch ist ein Schnauzer-Mischling

Hutch braucht eine liebevolle Führung und noch ein bisschen Erziehung.
Hutch braucht eine liebevolle Führung und noch ein bisschen Erziehung. | Bild: Tierheim
  • Alter: Hutch (geboren am 21. Juli 2015) ist knapp dreieinhalb Jahre alt und wiegt rund neun Kilogramm. Er kam ins Tierheim, da der bereits vorhandene Artgenosse ihn nicht akzeptierte.
  • Eigenschaften: Hutch braucht eine verständnisvolle Familie mit größeren Kindern. Er ist ein gutmütiger Bursche, der aber auch eine klare Führung benötigt.

Kater Heiko ist Freigänger

Heiko ist rund zehn Jahre alt.
Heiko ist rund zehn Jahre alt. | Bild: Singler, Julian

 

  • Alter: Heiko ist nach Schätzungen des Tierheims zehn Jahre alt. Er wurde in keinem guten Zustand und mit Flöhen vor dem Tierheim ausgesetzt.
  • Eigenschaften: Der Kater ist etwas schüchtern und sucht ein verständnisvolles Herrchen in einem eher ruhigeren Zuhause. Der zutrauliche Heiko mag Streicheleinheiten, ist aber kein reiner Schmusekater.

Katze Lissy ist Freigängerin

Lissy wurde zusammen mit ihrem Bruder Lenny abgegeben.
Lissy wurde zusammen mit ihrem Bruder Lenny abgegeben. | Bild: Tierheim
  • Alter: Lissy ist nach Schätzungen des Tierheims Mitte Oktober 2017 geboren. Sie wurde zusammen mit ihrem Bruder Lenny abgegeben. Beide sind rund ein Jahr alt und suchen gemeinsam ein neues Zuhause.
  • Eigenschaften: Lissy und ihr Bruder sind schüchtern und müssen erst langsam Vertrauen aufbauen.

Kaninchen Rosalie hat auffälliges Fell

Rosalie liebt viel Bewegung.
Rosalie liebt viel Bewegung. | Bild: Singler, Julian
  • Alter: Rosalie wurde in einem Schrebergarten gefunden. Ihr Alter ist unbekannt.
  • Eigenschaften: Das Kaninchen ist gut verträglich und umgänglich. Da Rosalie äußerst aktiv ist, sucht sie ein kaninchengerechtes Zuhause mit viel Beschäftigung und Bewegung. Daher wäre auch ein Spielpartner für sie ideal. Auffällig ist ihr schwarz-weiß gemustertes Fell. Rosalie kann diesen Winter nur in Innenhaltung umziehen.

Kaninchen Josie hat weißes Fell

Josie ist sehr aktiv und benötigt viel Platz.
Josie ist sehr aktiv und benötigt viel Platz. | Bild: Singler, Julian
  • Alter: Josie wurde vor dem Tierheim ausgesetzt, weshalb ihr Alter unbekannt ist.
  • Eigenschaften: Das Kaninchen ist sehr aktiv und verträglich mit Artgenossen. Sie sucht ein großes Gehege mit viel Abwechslung. Josie kann diesen Winter nur in Innenhaltung umziehen. Kaninchen sollten nie alleine gehalten werden, daher wäre ein Partner für sie gut.

Das Kaninchen-Paar Puschel und Stacy

Puschel und Stacy sind meistens unzertrennlich.
Puschel und Stacy sind meistens unzertrennlich. | Bild: Tierheim
  • Alter: Puschel ist eineinhalb, Stacy zwei Jahre alt. Beide wurden wegen Zeitmangel im Tierheim abgegeben und suchen zusammen ein neues Zuhause.
  • Eigenschaften: Beide sind zutraulich, benötigen aber viel Platz, da sie einen großen Bewegungsdrang haben und viel artgerechte Beschäftigung brauchen. Diesen Winter können Puschel und Stacy nur in Innenhaltung umziehen.