Rund 75 Helfer haben sich am Samstag in Friedrichshafen an der Aktion „Rhine Clean Up“ beteiligt. Ihr Ziel: Das Rheinufer von der Quelle bis zur Mündung zu säubern. Da der Rhein auch durch den Bodensee fließt, initiierte der Friedrichshafener Ortsverband der Grünen die Teilnahme an der Aktion.

40 Säcke mit Unrat gefüllt

Ausgerüstet mit Müllsäcken, Handschuhen und Greifern sammelten die Helfer innerhalb von knapp zwei Stunden rund 400 Kilogramm Müll entlang des Bodenseeufers. Unterwegs waren sie zwischen CAP Rotach unweit der Rotachmündung und Fischbach sowie im Riedle- und im Jägerwald. In insgesamt 40 Säcken trennten sie den Müll bereits während des Sammelns, sodass die Mitarbeiter des städtischen Bauhofs 17 Säcke mit Restmüll, 18 mit Glas, vier mit Plastik und einen Sack mit Papier am Hinteren Hafen abholen konnten. Neben Partyhinterlassenschaften wie leeren Flaschen, Glasscherben und Zigarettenkippen, befanden sich unter den Fundstücken auch ein Bildschirm, ein kaputtes Fahrrad und ein Autoreifen.

Thomas Szabautzki war erstaunt, wie viel Müll man auf wenigen Metern entlang des Bodenseeufers findet. Tochter Belinda sammelte mit ihm bei der Aktion "Rhine Clean Up".
Thomas Szabautzki war erstaunt, wie viel Müll man auf wenigen Metern entlang des Bodenseeufers findet. Tochter Belinda sammelte mit ihm bei der Aktion "Rhine Clean Up". | Bild: Claudia Wörner

Jüngster Helfer zählt 15 Lenze

„Ich finde die Aktion super“, sagt Christine Buchholz, die extra aus Kluftern zu „Rhine Clean Up“ nach Friedrichshafen gekommen ist. Man müsse selbst etwas tun, wenn einen etwas störe. „Und der Müll stört mich. Deshalb packe ich mit an“, so Buchholz über ihre Motivation. Alexandra und Detlev Gagg sind der Ansicht, dass Friedrichshafen generell etwas schöner werden sollte. „Uns stört der Müll und die Aktion ist ein kleiner Beitrag.“ Lars Peter – mit 15 Jahren einer der jüngeren Helfer – kam mit zwei Freunden ans Bodenseeufer. „Wir haben von 'Rhine Clean Up' in der Zeitung gelesen und sehen die Notwendigkeit, etwas zu tun.“

Am Ende der Aktion wird jeder Müllsack gewogen. Die vielen leeren Flaschen fallen ganz besonders ins Gewicht.
Am Ende der Aktion wird jeder Müllsack gewogen. Die vielen leeren Flaschen fallen ganz besonders ins Gewicht. | Bild: Claudia Wörner

Hunderte Zigarettenkippen beim GZH

Mit einem gelben Sack für Plastikmüll, einem schwarzen für Restmüll und einem durchsichtigen Sack für Glas zogen die Helfer los. „Es ist erstaunlich, dass man auf so wenigen Metern so viel Müll findet“, staunte Thomas Szabautzki. Zusammen mit Töchterchen Belinda säuberte er den Strand vor der Uferpromenade. Beeindruckt habe ihn im Fernsehen eine Reportage über Plastikmüll im Meer. „Heute habe ich die Chance, selbst aktiv zu werden.“ Gut sei, dass auch die Kinder erfahren, dass sie selbst etwas tun können. Sabine Ameringer sammelte auf der Wiese vor dem Graf-Zeppelin-Haus vor allem Zigarettenkippen. Die Gemeinschaftsaktion sei gut, denn alleine ziehe man ja doch nicht mit dem Müllsack los.

Hunderte von Zigarettenkippen auf der Wiese vor dem Graf-Zeppelin-Haus: Sabine Ameringer war bei der Aktion "Rhine Clean Up" mit von der Partie.
Hunderte von Zigarettenkippen auf der Wiese vor dem Graf-Zeppelin-Haus: Sabine Ameringer war bei der Aktion "Rhine Clean Up" mit von der Partie. | Bild: Claudia Wörner

Aktion für saubere Umwelt und Stadt

Die Aktion „Rhine Clean Up“ sieht Thomas Henne vom Ortsverband der Grünen vor allem als Chance, ein Signal zur Vermeidung von Plastik und für richtige Müllentsorgung zu setzen. Dem Organisator ging es gar nicht so sehr darum, möglichst viele Kilogramm zu sammeln. Vielmehr wolle man deutlich machen, wie viel einem an einer sauberen Umwelt und einer sauberen Stadt liege. Trotzdem kann sich die Bilanz sehen lassen. „Es ist beeindruckend, wie viele Leute dabei waren und was heute gesammelt wurde“, so Henne mit Blick auf die gefüllten Müllsäcke.