Während der Entwicklung des autonomen Fahrens tauchte in der ZF die Idee auf, diese Fahrzeuge „geschäftsfähig“ zu machen, damit sie zukünftig selbstständig Mautstrecken befahren, Parkgebühren oder das Aufladen der Batterie bezahlen können, erklärt Thorsten Weber die Geburtsstunde von ZF Car eWallet bei der 28. Innovation Night. Basierend auf der Blockchain-Technologie entwickelte die ZF 2016 den Gedanken weiter und bereits ein Jahr später wurden erste Kundenkontakte geknüpft. 2019 wurde das zunächst intern geführte Unternehmen ausgegliedert und als Start-up-GmbH mit Sitz in Berlin gegründet.

In diesem Jahr ausgegliedert

Waren 2010 die Anzahl der relevanten Trends und Technologien noch überschaubar, wird es im Laufe der Zeit immer schwieriger, alles im Auge zu behalten. Um etablierte Unternehmen erfolgreich zu machen, bleibt eine Erweiterung des bestehenden Geschäftsmodells aber nicht aus. Mit einem Corporate Start-up lässt sich dies realisieren, ohne das Kerngeschäft zu ruinieren.

Name ZF als Türöffner

Wichtig und grundlegend für den Erfolg sei dabei gewesen, das Produkt nach dem Marktbedarf zu entwickeln, Erwartungen offen auszusprechen und Zuständigkeiten unter den Start-up-Mitarbeitern zu definieren, erklärt der Geschäftsführer. Im Fall von Car eWallet kam ein breit aufgestelltes Experten-Team und gute Kommunikation mit dem Konzern dazu, der das junge Unternehmen in die Freiheit entließ. Während selbstständige Start-ups Schwierigkeiten hätten, Kunden von ihrem Produkt zu überzeugen, sei der Name ZF mit seinen bestehenden Kontakten in der Startphase ein Türöffner gewesen, gibt Weber zu.

Das könnte Sie auch interessieren

So sieht er den Vorteil, ein Unternehmen zur Entwicklung einer Idee auszugründen, in seiner schlanken Beweglichkeit, die es am volatilen Markt agil und erfolgreich macht. Dient der schwerfällige Konzern aber nicht als Ballast sondern als Rückenwind, werde im Gegensatz zu selbstständigen Start-ups die Möglichkeit des Scheiterns reduziert. Und wenn es doch passiert? Dann halte sich der wirtschaftliche Schaden in Grenzen und der Konzern erleide keinen Imageverlust, sagte er.

Das könnte Sie auch interessieren

Denn auszuschließen sei ein Scheitern nicht. So würde es mit überzogenen Erwartungen, Ungeduld und mangelnder Unterstützung durch das Top Management sicher nicht funktionieren. Werde die Firma nicht, wie im Falle von ZF Car eWallet, mit einem externen Team und räumlich getrennt von der Mutterfirma gegründet, bestehe zudem die Gefahr, dass Team-Mitarbeiter nicht ausreichend vom Tagesgeschäft freigestellt und im Arbeitsfluss gestört, sowie Regeln und Regularien dem Start-up eins zu eins übergestülpt würden.