Nur 23 Jahre nach Fertigstellung des Franziskuszentrums ist bereits eine Modernisierung und Optimierung fällig, die voraussichtlich 25 bis 26 Millionen Euro verschlingen wird. Die Bausubstanz sei in Ordnung, versichert Alexander Lahl, einer der beiden Geschäftsführer der Stiftung Liebenau bei einem Pressegespräch. Da die Leitungen ohnehin erneuert werden müssen, will man die Gelegenheit nutzen und die Räume gemäß der Landesheimbauverordnung umfassend optimieren und modernisieren.

Belegung wird verändert

Das bedeutet, dass aus derzeit 110 Dauerpflegeplätzen, 30 Tagespflegeplätzen und neun Hospizplätzen künftig 99 Dauer- und Kurzzeitpflegeplätze werden, dazu kommen 26 Schwerstpflegeplätze, acht bis neun Hospizplätze, 25 bis 30 Tagespflegeplätze und 31 Appartements. Das Hospiz wird in den vierten Stock verlegt, die Tagespflege kommt ins Erdgeschoss mit Zugang zum Innenhof.

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Gebaut wird in drei Bauabschnitten, für die das Gebäude in drei vertikale Blöcke eingeteilt wird. Der erste Bauabschnitt ist der Bereich Bahnhofseite Ost, dann Bahnhofseite West und schließlich Eugen-/Charlottenstraße. Baubeginn ist im Herbst 2019. Für jeden Bauabschnitt werden etwa 18 Monate eingeplant, sodass 2024 mit der Fertigstellung gerechnet werden kann.

Möglichkeit des Umzugs nach Tettnang

Die Bewohner und Mitarbeiter können selbst entscheiden, ob sie in Friedrichshafen bleiben und die mit dem Bau verbundenen Unannehmlichkeiten auf sich nehmen möchten oder ob sie im Mai/Juni in das neue Albert-Moll-Haus nach Tettnang umziehen. Die 30 Kurzzeitpflegeplätze, die derzeit noch mit Pflegegästen belegt sind, werden nicht mehr neu belegt. Für Bewohner und Mitarbeiter gab es bereits Besichtigungen in Tettnang. Dauerpflegebewohner, die sich entscheiden nach Tettnang umzuziehen, haben, laut Regional- und Einrichtungsleiterin Monika Paulus, bis zum Abschluss der Modernisierungsmaßnahmen im Franziskuszentrum Besitzstandsschutz des derzeitigen Investitionskostensatzes. Außerdem werden umzugsbedingte Kosten übernommen und Hilfe beim Umzug geleistet. Vertikale Bauabschnitte, Staub- und Schallschutzeinrichtungen ermöglichen den Umbau im laufenden Betrieb.

Technische Assistenzsysteme werden getestet

Die Sanierungen kommen auch dem gesellschaftlichen Wunsch nach Autonomie und selbstbestimmtem Wohnen entgegen, deshalb wir derzeit noch getestet, ob man die neuen Wohnungen mit technischen Assistenzsystemen, wie beispielsweise Bewegungsmeldern ausstatten kann.