Flankiert werden die in der Nacht zum 1. Januar abgefeuerten Raketen von unzähligen Böllern, Knallfröschen und Feuerwerkbatterien am Boden. In Friedrichshafen gibt es laut Auskunft der städtischen Pressestelle keine innerstädtischen Feuerwerksverbote – anders sieht das in Kommunen mit historischer Altstadt und Fachwerkhäusern aus.

Die farbenfrohe Knallerei ist ein gut gehendes Millionengeschäft. Das Feuerwerk muss von Jahr zu Jahr größer, bunter und lauter sein, und die Deutschen geben so viel Geld dafür aus wie noch nie. Der Verband der pyrotechnischen Industrie (VPI) prognostiziert für 2017 einen Umsatz von 137 Millionen Euro für Feuerwerkskörper, genau so viel wie im Vorjahr auch. Zum Vergleich: 2014 lag der Umsatz noch bei 124 Millionen Euro.

80 bis 95 Prozent des Umsatzes werden in den letzten drei Werktagen vor Silvester erzielt. Kleinfeuerwerke der Kategorie F2 dürfen jeweils nur vom 28. bis 30. Dezember an Personen über 18 Jahren verkauft werden. Kleinstfeuerwerke der Klasse F1 dürfen während des ganzen Jahres verkauft werden. Dazu zählen etwa Knallerbsen und Wunderkerzen. Grundsätzlich darf das Feuerwerk laut Paragraf 23 der Verordnung zum Sprengstoffgesetz nur von Mitternacht des 31. Dezember, also dem exakten Jahreswechsel, bis zum Ende des 1. Januar genau 24 Stunden lang gezündet werden. Wird außerhalb dieser Zeit Feuerwerk gezündet, kann im Extremfall eine Geldbuße von 50 000 Euro fällig werden.

Der Trend beim Feuerwerk geht laut VPI weiterhin zum Verbund- und Batteriefeuerwerk. Diese müssen nur einmal angezündet werden und geben dann nacheinander viele Knall-, Leucht- und Knistereffekte ab. Je nach Größe haben diese Verbundfeuerwerke eine Brenndauer von bis zu einigen Minuten. Die Batterien haben mittlerweile einen Marktanteil von 50 Prozent, gefolgt von klassischen Raketen mit 20 Prozent. Der Rest besteht aus gemischten Familiensortimenten und Jugendfeuerwerk. Die klassischen Böller machen nur 4 Prozent des Jahresumsatzes aus. Etwa Dreiviertel der Feuerwerke werden aus dem Ausland importiert.

Gerade weil es viele unseriöse Verkaufsstellen gibt, sollte besonders auf die Herkunft des Feuerwerks geachtet werden. Offiziell lizenziertes Feuerwerk darf pro Einheit höchstens 6 Gramm Schwarzpulver beinhalten. Viele illegale Importwaren bestehen jedoch hauptsächlich aus Schwarzpulver und ähneln eher kleinen Sprengsätzen als sicheren Knallern. Wie gefährlich auch zugelassene Böller sein können, demonstriert die Polizei der Freien und Hansestadt Hamburg besonders drastisch. Dort machen derzeit Mitarbeiter der Polizei mit Attrappen von abgerissenen Fingern auf die Gefahren des Feuerwerks aufmerksam.

Auch das Landratsamt und der VPI geben – wenn auch nicht so drastisch – Hinweise für den korrekten Gebrauch der Silvesterknaller. So sollten, mit Ausnahme von Tischfeuerwerk, Feuerwerkskörper nie in geschlossenen Räumen gezündet werden. Bei Zimmerfontänen und Tischfeuerwerk sollte darauf geachtet werden, diese nicht in der Nähe von brennbaren Stoffen abzubrennen. Auf keinen Fall sollten Feuerwerkskörper manipuliert oder gar selbst hergestellt werden und Versager sollten niemals nachgezündet werden.

Als Startrampe eignet sich am besten eine Getränkekiste mit Glasflaschen, die stabil im Freien steht. Nach dem Anzünden genügend Sicherheitsabstand einhalten. Bei Raketen sind zudem die Flugbahnen zu beachten. Vor allem aber sollte man das Anzünden am besten jenen überlassen, die bis Mitternacht einen klaren Kopf behalten haben.

Wichtige Kennzeichnungen

Hersteller von Feuerwerkskörpern müssen pyrotechnische Gegenstände und deren Verpackung mit Angaben kennzeichnen. Beim Kauf von Feuerwerk unbedingt darauf achten, dass diese Angaben auf der Verpackung zu finden sind. Allgemein müssen der Handelsname und Typ des Feuerwerks, der Name und die Adresse des Herstellers sowie eine Produkt- oder Chargennummer angebracht sein. Die Angaben müssen per Gesetz deutlich sichtbar, lesbar und auf deutsch verfasst sein. Wichtig sind außerdem Sicherheitskennzeichen. Das ist zum einen das CE-Zeichen samt Registriernummer, sowie die Kennnummer der Bundesanstalt für Materialforschung (BAM). Fehlen diese Angaben, sollte man am besten die Finger davon lassen. (kbr)