Einen Baum der Wünsche will Gloria Tirapegui Rojas aufstellen, beschrieben von Frauen aus Friedrichshafen. "Wir kommen aus verschiedenen Ländern und aus verschiedenen Gründen, aber jetzt sind wir hier und können fragen, welche Wünsche wir für unser Leben haben", sagt Tirapegui Rojas. Sie ist Sprecherin des Interkulturellen Frauenarbeitskreises GEA, der am 10. März ein Internationales Frauenfest unter dem Motto "Wir hier" organisiert. Ab 14 Uhr sind alle Häflerinnen ins Karl-Maybach-Gymnasium eingeladen, vor allem solche, die ihre Wurzeln in anderen Ländern und Kulturen haben.

Neben Kaffee aus dem Eine-Welt-Laden erwartet die Besucherinnen ein vielfältiges Programm. Die Ausstellung "Mensch. Frau!" von Lena Reiner zeigt weibliche Porträts ohne Hochglanz, Schminke und Retuschierung. Das Acapella-Trio "Ndalo Sound" aus Südafrika kombiniert Afro Soul, Gospel, Jazz und Volksmusik und besingt in englisch und den Sprachen Südafrikas Erinnerungen und Geschichten der Heimat. Bei der Malaktion "Meine Welt" malt jede Teilnehmerin ihr Thema, ob Flucht, Mutterschaft, Angst oder Hoffnung. Das gemeinsame Bild soll im Landratsamt ausgestellt werden.

Die Gemeinderätinnen laden fraktionsübergreifend zur Gesprächsrunde über Frauen in der Kommunalpolitik. "Immer noch sind nur ein Drittel des Gemeinderats Frauen, und das fast 100 Jahre nach der Einführung des Wahlrechts", sagt Stadträtin Christine Heimpel. Mit ihren Kolleginnen will sie Mut machen, sich zu engagieren. "Frauen sind willkommen und werden gebraucht, weil sie einen anderen Blickwinkel auf die Wirklichkeit haben."

Auf dem "Markt der Möglichkeiten" informieren Behörden, Vereine und Initiativen über Angebote. Besonders freut sich Tirapegui Rojas über die Teilnahme des Jobcenters. "Wenn die Integrationskurse zu Ende sind, erreichen wir viele geflüchtete Frauen nicht mehr. Es ist schwer, sie zu informieren und zu motivieren, dass sie noch andere Möglichkeiten haben", sagt sie. "Integration durch Arbeit ist ein wichtiger Aspekt gerade für Frauen." Die Malteser stellen Integrationsdienst, Computerclub und Gesundheitskurse vor, die Caritas ist mit dem Rucksackprojekt dabei. "Wir haben noch weiteres Programm zum internationalen Frauentag, neben dem Fest noch Lesung, Musik und Film", sagt Veronika Wäscher-Göggerle, Kreis-Frauenbeauftragte. Am 8. März tritt die Vorarlberger Sängerin Magdalena Grabher im Theater Atrium auf, am 9. März ist Filmemacherin Alina Cyranek mit ihrem Film "Ein Haufen Liebe" im Kino Studio 17 zu Gast und am 18. März referiert Rea Revekka Poulharidou über die Briefromane von Sophie von La Roche in der Bodenseebibliothek.