Kein Platz bei Ferienspielen für die Kinder in Friedrichshafen? Ein Problem, um das es fast jedes Jahr Diskussionen gibt. So berichtet beispielsweise Anne Pitters, dass sie ihre beiden achtjährigen Töchter Mitte Januar bei der Sommerferien- und Herbstferienbetreuung im Spielehaus angemeldet habe. Anfang April erhielt sie dann eine Mitteilung, ihre Kinder stünden auf den Wartelisten. Mit der Sommerferienbetreuung wurde es dann nichts. Ob es in den Herbstferien klappt, weiß sie bisher nicht. "Es ist sehr schwierig, wenn beide Eltern berufstätig sind, einen Platz zu finden", sagt Anne Pitters. Erschwerend komme hinzu, dass die Eltern erst spät benachrichtigt werden. Sie findet, es gebe zu wenig Betreuungsplätze in Friedrichshafen.

Ohne Wartelisten geht's nicht

"In den Sommerferien bieten wir drei Wochen verlässliche Ferienbetreuung im Spielehaus an. Wöchentlich können wir hier bis zu 130 Kinder betreuen, da wir im Sommer davon ausgehen, dass auch das Außengelände des Spielehauses für Aktivitäten genutzt werden kann", berichtet Andrea Kreuzer, Pressesprecherin der Stadt, auf Nachfrage. In den Herbstferien sei dies wegen des Wetters etwas anders. Es könnten pro Woche maximal 110 Kinder betreut werden. "Die Anmeldungen werden nach ihrem Eingang registriert", so Kreuzer. Die zweite und dritte Woche der Sommerferien sei immer sehr schnell vergeben. "In diesem Jahr standen hier zunächst rund 100 Kinder auf der Warteliste. Davon konnten wir aber rund 50 Kindern doch noch einen Betreuungsplatz anbieten.

Immer wieder kurzfristige Stornierungen

Oftmals melden Eltern ihre Kinder bei mehreren Ferienangeboten an und geben den bereits reservierten Platz dann kurzfristig wieder ab und stornieren die Anmeldung", berichtet Kreuzer. In der ersten Ferienwoche habe es in diesem Jahr aber noch freie Plätze gegeben, 118 Plätze von 130 waren belegt. Eltern könnten ihre Kinder im Spielehaus auch nach dem Ablauf der Anmeldefrist noch anmelden. Soweit es keine Warteliste mehr gebe und Plätze frei seien, erhielten sie dann kurzfristig noch eine Zusage.

Angebote in Fasnets- und Osterferien

Gut nachgefragt seien auch die Betreuungsplätze in den Fasnets- und Osterferien. Weniger nachgefragt seien die Pfingstferien. "Im Spielehaus werden in den fünf Ferien – Fasnet, Ostern, Pfingsten, Sommer und Herbst – Kinder betreut. Dieses Angebot ist sehr umfänglich, weshalb zurzeit die Ausweitung des Angebots nicht geplant und auch nicht möglich ist", sagt die städtische Pressesprecherin Andrea Kreuzer.

Zeltlager oder Weilermühle?

Aber was sind die Alternativen, wenn es mit den Spielehausferien nicht klappt? Es gibt einige längere Angebote (mindestens fünf Arbeitstage), die für alle Interessierten aus Friedrichshafen oder auch darüber hinaus zugänglich sind – ohne bestimmte Unternehmens- oder Vereinszugehörigkeit. Ob es das Richtige fürs eigene Kind ist und die Kosten leistbar sind, müssen die Eltern oder Erziehungsberechtigten selbst entscheiden.

Frida (sechs Jahre) bastelt ein Aquarium. Die Ferienbetreuung in der Weilermühle ist ein gerne genutztes sowie regelmäßig ausgebuchtes Angebot.
Frida (sechs Jahre) bastelt ein Aquarium. Die Ferienbetreuung in der Weilermühle ist ein gerne genutztes sowie regelmäßig ausgebuchtes Angebot. | Bild: Mona Lippisch
  • BDKJ Ferienwelt: Der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) bietet in den Sommerferien regelmäßig drei Zeltlager in Friedrichshafen und im benachbarten Deggenhausertal an. Die drei Lager haben Kapazitäten für 1200 Kinder, eingeteilt in Altersgruppen zwischen sieben und 17 Jahren: Seemoos (900 Plätze), Benistobel (300 Plätze) und Schwende (200 Plätze). Das sei derzeit auch die Kapazitätsgrenze, sagt Pressesprecher Helmut Bender. In dem gebuchten Zeitraum werden die Kinder in Vollzeit betreut. Die Warteliste sei in der Regel kurz. In der Mehrheit kämen die Kinder und Jugendlichen aus ganz Baden-Württemberg, so Bender. Anmeldungen nimmt das BDKJ ab 15. Dezember entgegen. Die ersten 14 Tage der Sommerferien in den Lagern seien meist schneller ausgebucht.
  • Aktion Ferienspiele: Die Aktion auf dem Freizeitgelände Weilermühle findet tagsüber in den ersten vier Sommerferienwochen (je zwei Wochen mit je 208 Plätzen) statt. Veranstalter ist das katholische Jugendreferat der Gesamtkirchengemeinde Friedrichshafen im Auftrag der Stadt. Anmeldungen für Kinder von 6,5 bis 12,5 Jahren sind ab Anfang Januar bis Mitte Februar möglich, berichtet Jugendreferentin Sabine Zwick. Kinder aus dem Stadtgebiet haben Vorrang. Anfang März werden die Plätze verlost. Die verbliebenen Anmeldungen kommen auf eine Warteliste – in diesem Jahr 25 bis 30 Plätze –, die dann aber durch Absagen noch besetzt werden konnten, so Zwick. Anfang Juli sei die Anmeldung sogar noch einmal geöffnet worden.
  • Familientreff Insel: "Wir bieten zwei Wochen in den Sommerferien insgesamt 40 Plätze an, also für 20 Kinder pro Woche. Allerdings hatten wir dieses Jahr in der ersten Woche 22 Kinder", berichtet Vorstandssprecherin Natascha Acikgöz vom Verein Familientreff Insel Friedrichshafen. Das Angebot ist für Kinder zwischen vier und zehn Jahren offen, betreut werden die Kinder zwischen sieben und 16 oder sieben und 13 Uhr. Der Verein entscheidet jedes Jahr neu, ob es das Angebot gibt. Anmeldungen seien in der Regel ab Januar möglich, im Februar/März waren sie dieses Mal schon ausgebucht; eine Warteliste habe es dieses Mal nicht gegeben. Es gebe keine Bevorzugung für Kinder mit Wohnort in Friedrichshafen, drei Plätze seien für die Stadtverwaltung reserviert. Anmeldungen würden in der Reihenfolge des Eingangs berücksichtigt.
  • Kinderuni: Auch die Kinderuni hält in den Sommerferien ein Angebot vor. Eine Woche lang sind Kinder und Jugendliche im Alter zwischen fünf und 15 Jahren willkommen und werden, in Gruppen unterteilt, von 10 bis 15 Uhr und von 8 bis 17 Uhr betreut. "In diesem Jahr waren 44 Kinder dabei, 60 wären maximal möglich gewesen, also drei mal 20", sagt Gudrun Schäfer-Burmeister, Vorsitzende des Vereins Kinderuniversität Friedrichshafen. "Ab circa Januar haben wir Anmeldungen entgegengenommen. Für nächstes Jahr ist geplant, bereits früher Interessenten und Anmeldungen zu sammeln. Das hängt auch davon ab, ob und wann wir eine Zusage für die Räume bekommen", berichtet Gudrun Schäfer-Burmeister. Diese stellt die Duale Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) zur Verfügung. Es gibt bei der Kinderuni aber keine Anmeldefrist. "Wenn wir die Räumlichkeiten bekommen, sind auch vier Gruppen denkbar, also maximal 80 Kinder", berichtet die Vorsitzende.
     
Eine Kombination aus Spaß und Lernen gibt es beim Ferienprogramm der Friedrichshafener Kinderuni.
Eine Kombination aus Spaß und Lernen gibt es beim Ferienprogramm der Friedrichshafener Kinderuni. | Bild: Kinderuni Friedrichshafen
  • Lebenshilfe Bodenseekreis: In den ersten zwei Wochen der Sommerferien wird eine Ferienbetreuung für 25 Kinder und Jugendliche mit Behinderung angeboten. Sie findet von Montag bis Freitag von 9 bis 16 Uhr statt, berichtet die Vorsitzende Heide-Rose Rauch. Das Angebot werde im Januar auf der Internetseite der Lebenshilfe veröffentlicht und per Flyer ausgeteilt. Dann sind sofort Anmeldungen möglich. Die Plätze seien nach vier bis sechs Wochen belegt. Weitere Anmeldungen kämen auf eine Warteliste, meistens seien dies um die fünf Kinder. Das Angebot erstrecke sich auf den Bodenseekreis.