Ravensburg/Friedrichshafen (wex) In eine weitere Runde ging am Montag der Berufungsprozess am Landgericht Ravensburg gegen einen 28-jährigen aus Bremen wegen versuchten gewerbs- und berufsmäßigen Betrugs. Er soll die Abholung von 100 000 Euro am 20. Juni 2017 bei der einer 94-jährigen Häflerin organisiert haben. Der Frau war vorgegaukelt worden, sie solle das Geld für Polizisten bereitlegen, die angeblich betrügerische Bankangestellte überführen wollten. Die beiden Abholer liefen in eine Polizeifalle.

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Die Vorsitzende Richterin der Berufskammer, Kathrin Fischer-Dankworth, eröffnete den Verhandlungstag mit der Verlesung eines rechtskräftigen Strafbefehls gegen den Angeklagten. 2017 geriet dieser in eine Polizeikontrolle auf der A5 bei Weiterstadt. Dabei stellte die Polizei fest, dass er ohne Fahrerlaubnis unterwegs war sowie unter Kokaineinfluss stand. Außerdem gab er gegenüber den Polizeibeamten einen falschen Vor- und Nachnamen an sowie einen falschen Wohnort. Der Strafbefehl lautete auf 120 Tagessätze à 10 Euro plus 200 Euro Geldstrafe. Bezahlt hat er ihn bisher nicht, wie er über seinen Verteidiger Stephan Weinert angab.

Weiterer Bremer aus Umfeld der Shisha-Bar wird vernommen

Die Vorsitzende gab bekannt, dass am Mittwoch auf Antrag der Verteidigung ein weiterer Bremer aus dem Umfeld der Shisha-Bar, aus der heraus laut Polizei die Abholungen organisiert wurden, vernommen werden soll. Gegen den Mann läuft ein Verfahren der Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main. Er soll Abholer für eine Falsche-Polizisten-Bande gewesen sein. Der Hauptbelastungszeuge des Friedrichshafener Falles, der 24-jährige Fahrer, lehnte die Entbindung seines ersten Anwalts von der Schweigepflicht ab. Und auch der Anwalt lehnte eine Aussage ab. Damals stand noch im Raum, der 31-jährige Mitfahrer sei der Organisator gewesen.

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Weinert bezweifelt weiterhin den Wahrheitsgehalt der Aussagen des 24- und des 31-jährigen. Sie bekamen, so seine Sicht, Bewährungsstrafen zugesagt, nachdem sie seinen Mandaten belastet hatten. Die Untersuchungshaft des 24-jährige wurde außer Vollzug gesetzt, obwohl zum damaligen Zeitpunkt keine Beweismittel vorgelegen hätten.