Abwechslungsreicher kann eine Radtour kaum sein: Vom Bodensee über den winterlichen Arlbergpass, dann frühlingshafte Landschaften im Inntal und traumhafte Bahntrassenradwege am Brenner und im Friaul: Viele solcher Erlebnisse konnten die Radler der E-Biketour „e-Radria“ in den ersten fünf Etappen sammeln. Auch mit dem Wetter hatte die Gruppe bisher Glück, denn es war zwar oft kalt und windig, aber meistens sonnig.

Am dritten Tag der Tour verlief die Strecke ab dem Brenner über ehemalige Bahnstrecken, die zu Radwegen umgebaut worden waren. Brücken, Tunnels und verlassene Bahnhöfe säumten den Weg und erinnerten an vergangene Zeiten. Die vierte Etappe begann bei Toblach im Pustertal erneut mit frostigen Temperaturen und führte durch frisch verschneite Wiesen, während die Sextener Dolomiten in der Morgensonne ein märchenhaftes Panorama zauberten. Von der Drau ging es über den Kartitscher Sattel ins Gailtal und nach 131 Kilometern zum Etappenziel Feistritz an der Gail. Am fünften Tag der Tour verließen die E-Biker die Alpen und radelten auf dem Alpe-Adria-Radweg genüsslich auf ehemaligen Bahntrassen durch Tunnel und über Viadukte nach Udine, dem Zentrum des Friaul. Ein halber Tag stand den Radlern zur Besichtigung von Udine zu Verfügung, bevor die Weiterfahrt nach Triest auf dem Programm stand.

Im Friaul führte der Alpe-Adria-Radweg auf ehemaligen Bahnstrecken über Viadukte und durch Tunnels.
Im Friaul führte der Alpe-Adria-Radweg auf ehemaligen Bahnstrecken über Viadukte und durch Tunnels. | Bild: Bernhard Glatthaar

Roland Merz (49) aus Friedrichshafen ist zum ersten Mal bei der E-Biketour der Dualen Hochschule dabei: „Man kann sich jeden Tag entscheiden, ob man sportlich oder entspannt radeln möchte – der E-Antrieb macht’s möglich. Und es ist toll, dass Radler von 20 bis 75 Jahren gemeinsam so eine anspruchsvolle Tour fahren können.“

Student Stefan Klingenberg ist im studentischen Projekt für die Tourenleitung verantwortlich. „Die Radgruppe zu führen ist gar nicht schwierig, denn alle sind motiviert und wollen auch harte Etappen durchstehen. Besonders gefällt mir, dass wir jetzt nach der langen Vorbereitungszeit gemeinsam dieses Projekt realisieren.“

Sonja Miller, ebenfalls Studentin des Wirtschaftsingenieurswesens, sorgt als Schlussfahrerin verlässlich dafür, dass die Gruppe immer zusammen bleibt. Ihr Fazit der ersten fünf Tage: „Es ist anstrengend, denn es gibt natürlich immer wieder Lücken in der Gruppe, die ich aufholen muss. Aber die Ausblicke bei der Tour sind einmalig. Ich habe noch nie eine längere Radtour gemacht, deshalb ist es für mich ein besonderes Erlebnis.“ An den beiden letzten Tagen der Fahrradtour wird die Strecke an der Küste Istriens zum Ziel der Tour in Pula führen.