Für Constanze, Fridolin, Ferdinand und ihre Passagiere war es ein holpriger Start ins Jahr. Allzu oft hieß es: "Wegen der aktuellen Wetterlage auf dem See fahren die Katamarane im Moment leider nicht." Schon im Jahr zuvor machte das Wetter den Doppelrumpfschiffen zu schaffen: Bis Mitte Dezember 2017 sorgten Wind und Wellen für den Ausfall von insgesamt 305 Fahrten. Die Fahrgastzahlen blieben dennoch stabil. Wie die Reederei am Donnerstag mitteilte, brachten Constanze, Fridolin und Ferdinand 2017 rund 445 000 Menschen über den See.

Vor allem bei den Pendlern kommt die Verbindung den Angaben der Reederei zufolge immer besser an. So sei der Verkauf von Abokarten im vergangenen Jahr um 17 Prozent gestiegen. Allem voran habe es bei den Schülermonatskarten und Kat-Cards einen kräftigen Anstieg gegeben. „Mit der Kat-Card haben wir ein Produkt, das gerne von den Einheimischen genutzt wird“, wird Reederei-Geschäftsführer Norbert Schültke zitiert. Die Karte lohne sich für alle, die nicht täglich, aber regelmäßig – ab fünf Fahrten jährlich – mit dem Katamaran unterwegs sind. Ebenfalls gut angenommen werden laut Mitteilung die Tarifaktionen. Fast 10 000 Fahrgäste mehr als 2016 ließen sich von diesen Aktionen locken, die es nun auch in Kombination mit Gastronomie-Angeboten gebe. Als positiv bis "herausragend" führt das Unternehmen in dieser ersten Bilanz außerdem die Kombitickets mit der Häfler Messe und den Museen sowie den Betrieb in den Schulferien auf. Allein im April und Juni habe der Katamaran über 20 Prozent mehr Fahrgäste als im Vorjahr über den See gebracht.

„Der Katamaran ist weiterhin eine gute und vor allem bequeme Alternative zum Auto“, sagt Norbert Schültke. „Unsere Fahrgäste schätzen die schnelle Verbindung, bei der kein Auto und kein Bus mithalten kann.“ Mit Angeboten zu Messen und Veranstaltungen wie dem Seenachtfest oder Konstanzer Oktoberfest tue die Reederei alles, damit dies so bleibt.

Seit 2011 die Marke von 400 000 Fahrgästen geknackt wurde, zeigt die Entwicklungskurve mit einer Ausnahme keine größeren Ausreißer mehr. Ist da überhaupt noch Luft nach oben? "In der Tat", beantwortet die Reederei diese Frage und verweist dabei auf das bisherige Rekordjahr 2014 (472 000 Fahrgäste). Potenzial werde vor allem im Gruppengeschäft sowie im Tourismus gesehen.

Im Mai vergangenen Jahres bilanzierten die Katamaran-Verantwortlichen das bis dato erfolgreichste Jahr seit Bestehen der Verbindung zwischen Friedrichshafen und Konstanz. Mit 30 000 Euro lag der Verlust 2016 um 130 000 Euro unter dem des Vorjahres. Der Kostendeckungsgrad war von 95,5 (2015) auf 99,1 Prozent gestiegen. Bei Bekanntgabe dieser Zahlen wurde zugleich in Aussicht gestellt, dass Constanze, Fridolin und Ferdinand 2018 zum ersten Mal Gewinne erwirtschaften sollen. Wie wahrscheinlich ist das aus aktueller Sicht? „Wir sind auf einem gutem Weg“, teilt die Reederei dazu mit. Zunächst einmal soll im Frühjahr aber die zweite Bilanz für 2017 präsentiert werden. Der Jahresabschluss, der weitere Zahlen zum vergangenen Jahr beinhalten wird, ist nach Angaben der Reederei noch in Arbeit.