Die Idee ist alles andere als neu. Seit 2012 sprechen Politiker auf beiden Seiten des Bodensees davon, die Fährverbindung zwischen Friedrichshafen und Romanshorn attraktiver zu gestalten. Schon damals lag eine Studie des Züricher Instituts Infras vor, in der der Halbstundentakt der Autofähre empfohlen wurde. In dieser Studie wurden die ungedeckten Kosten eines dritten Fährkurses mit anfangs 1,6 Millionen Euro jährlich angegeben. Mit einem dichteren Fahrplan könne das Defizit auf eine Million Euro pro Jahr sinken. 2012 signalisierte der baden-württembergische Verkehrsminister Winfried Hermann jedoch, das Land habe dafür keine Mittel. Und der Thurgauer Regierungsrat machte seine Finanzierung davon abhängig, dass auch die deutsche Seite zahlt.

Projekt geriet 2015 ins Stocken

Sechs Jahre später steht das Thema wieder auf der Tagesordnung, und zwar am Dienstag bei der Sitzung des Kreistags. Der soll nun zunächst die politische Absicht erklären, sich an den Kosten für den Ausbau der Fährverbindung zu beteiligen – unter der Voraussetzung, dass weitere Partner das mit finanzieren. Denn das Projekt, das 2015 ins Stocken geriet, ist einen bedeutenden Schritt weiter. Im Oktober 2017 erklärten die beiden Schifffahrtsgesellschaften auf dem Bodensee, BSB und SBS, den Fährbetrieb zwischen Friedrichshafen und Romanshorn im Halbstundentakt gemeinsam betreiben zu wollen. Dafür baten sie bei ihren jeweiligen Landesministerien um finanzielle Unterstützung. Und aus Stuttgart und Frauenfeld im Thurgau gibt es inzwischen die Bereitschaft dazu. So steht es in der Ratsvorlage für den Kreistag, die am Dienstag auf den Tisch kommt.

Studie soll Potenzial untersuchen

Demnach sind sich die Beteiligten einig, dass "eine Lösung mit einer saisonalen Taktverdichtung mit einem Potenzial für 5000 Passagiere pro Tag gefunden werden muss". Wie genau das möglichst kostengünstig gehen kann, soll in einer Potenzialstudie untersucht werden. Ob es eine oder gar mehrere neue Fähren geben wird, muss noch geprüft werden. Neue Schiffe müssen mit einem ökologischen Antrieb ausgestattet sein, wobei die E-Variante nicht vorgeschrieben werden soll. Die bestehenden Fähren dürfen in das Konzept einbezogen werden, sofern es wirtschaftlich sinnvoll ist. Dabei besteht laut Vorlage Einigkeit darüber, dass sich das Land Baden-Württemberg und der Kanton Thurgau die Anschaffungskosten der Fähre(n) teilen. Die Betriebskosten sollen zwischen deutscher und Schweizer Seite ebenfalls hälftig geteilt werden, wobei der Bodenseekreis anstrebt, dass sich das Land auch am Defizit aus den Betriebskosten beteiligt. Das wird erneut auf 1 eins bis 1,5 Millionen Euro jährlich geschätzt.

Laut Studie könnte ein Halbstundentakt mittelfristig für eine steigende Nachfrage der Fährverbindung sorgen. Prognostiziert wird ein Anstieg um 150 000 Passagiere und Radfahrer, 20 000  Autos und 5000 Lastwagen und Busse jährlich – rund ein Drittel mehr als heute.