Bei der Fahrradmesse Eurobike, die acht Wochen früher als gewöhnlich bereits am 8. Juli beginnt, bleiben Hersteller und Fachbesucher unter sich – der Endverbraucher bleibt draußen. "Große und wichtige Aussteller haben uns zu diesem Schritt gedrängt", erklärte Messe-Geschäftsführer Klaus Wellmann am Donnerstag bei einer Pressekonferenz den Verzicht auf den bisher üblichen Publikumstag und den neuen Termin.

Publikumstag bald wieder im Messeprogramm?

Die Branche habe sich eine Generalvorstellung ihrer neuen Produkte auf der Leitmesse gewünscht, ohne dass der Verbraucher die Trends fürs Folgejahr – mit Rücksicht auf den Handel – schon zu sehen bekommt. Allerdings hätten ein paar schon wieder einen Rückzieher gemacht. Was bedeutet das für die Eurobike im kommenden Jahr? "Wir gehen davon aus, dass wir schon sehr bald wieder das Publikum ins Messeprogramm einbeziehen können", so Wellmann auf Nachfrage des SÜDKURIER. Das könnte bedeuten, dass auch der Juli-Termin wieder zur Debatte steht.

Riesige Rad-Palette mit elektrischer Trethilfe

Die Eurobike will weltweite Leitmesse der Fahrrad-Branche bleiben. 1400 Aussteller aus 50 Nationen, darunter rund 100 neue Firmen, untermauern diesen Anspruch, so Wellmann. An den Trends in der Branche kommt der Messeveranstalter da nicht vorbei. Die heißen zunehmend E-Mobilität und Lastentransport auf zwei Rädern. Kaum ein Hersteller, der nicht wenigstens ein E-Bike in seinem Repertoire hat. Ob Rennrad, Mountainbike oder das urbane Elektrofahrrad als Alternative zum Auto: Die Rad-Palette mit elektrischer Trethilfe ist riesig.

Cargobikes: Förderung des Bunds möglich

Immer größer wird das Angebot an Lastenräder, Cargobikes genannt. Weil die auch als Alternative für Lieferdienste oder Handwerker taugen, die das Auto lieber stehen lassen würden, fördert der Bund beispielsweise das Projekt "Ich entlaste Städte" des Deutschen Zentrums für Luft und Raumfahrt (DLR). Das bietet Firmen und öffentlichen Einrichtungen einen dreimonatigen Test von elektrischen Lastenrädern an.

Wie können Lastenräder eingesetzt werden?

150 Testräder stehen bundesweit dafür zur Verfügung – vom flinken Pizzabike bis zu Schwerlasträdern für Transporte auf der Europalette. Messe und Zeppelin-Universität bieten Vertretern von 20 regionalen Firmen am 10. Juli bei freiem Messeeintritt eine Führung durch die neue „Cargo Area“ an, in der eine Vielzahl dieser Lastenräder auch für gewerbliche Nutzungen präsentiert werden.

20 Firmen stellen Ideen vor

Eine große Bühne wird in diesem Jahr zudem den Start Ups geboten. "Sie sind wichtige Innovationstreiber der Branche", erklärt Projektleiter Dirk Heidrich. Einen Tag vor Messebeginn stellen 20 Firmen ihre Ideen vor.