Friedrichshafen – Rund 10 000 Menschen bevölkerten am Donnerstag das Messe-Gelände von Friedrichshafen. In den Hallen der Fahrrad-Messe Eurobike ging es entsprechend eng zu. Einen unmittelbaren und exklusiven Eindruck von der Weltleitmesse vermittelte Pressesprecher Wolfgang Köhle einer Gruppe von 19 Leserinnen und Lesern dieser Zeitung. Diese waren bei einer SÜDKURIER-Aktion als Teilnehmer ausgelost worden. Dass Wolfgang Köhle informativ wie unterhaltsam zwei Stunden durch die Eurobike führte, dankte ihm die Gruppe am Ende mit Beifall. Exklusiv war die Führung, da die Eurobike für das breite Publikum erst am Samstag geöffnet ist.
 

Köhle bezeichnete die Eurobike als IAA für Fahrräder. IAA steht für Internationale Automobilausstellung – diese setzt Maßstäbe in der Automobilbranche. Mit Blick in die Geschichte der Eurobike nahm Köhle für die Friedrichshafener Messe in Anspruch, im vergangenen viertel Jahrhundert die Entwicklung im Fahrradsektor mitgeprägt zu haben. Die Eurobike in diesem Jahr ist die 26. Bei der ersten Fahrrad-Messe sei das Thema Mountainbike erstmals zu einem den Markt beherrschenden geworden, schilderte Köhle. In diesem Jahr dominieren elektrische Antriebe das Geschehen. Und dies weltweit. Die Aussteller kommen nach den Angaben von Köhle aus rund 50 Ländern und reisen bis aus Australien an. Aus rund 100 Ländern stammten die Fachbesucher, die sich bei einem Rundgang über die Eurobike einen Überblick über die neuesten Entwicklungen verschaffen würden. Und damit diese auf die Stände der Hersteller aufmerksam werden, setzten diese auf eine besondere Präsentation ihrer Neuheiten schon beim Standbau.

Neuheiten, wie etwa automatisch schaltende elektrische Antriebe für Fahrräder gehörten ebenso zum Programm des Rundgangs, wie der Hinweis, dass von den Herstellern vermehrt Zahnriemen statt Ketten eingesetzt würden. Obendrein wies Köhle bei einigen Rädern darauf hin, dass diese kaum mehr als E-Bikes zu erkennen seien. Bei den E-Bikes setzt die Industrie auf zunehmend mehr Sicherheit. So gibt es, wie Köhle erklärte, bereits die ersten ABS-Bremsen für Räder. ABS steht für Antiblockiersystem – solche Bremsen sind bisher aus dem Autobau bekannt. Getestet werden können die Fahrräder auf einem Testparcous, den die Messe eingerichtet hat. Die Teststrecke startet in einem Innenhof einer Messehalle und führt hinaus in den nahen Wald. Schließlich sei es wichtig, dass die Räder auf Herz und Nieren getestet werden können, sagte Köhle. Die Teststrecke quert einen Durchgang zwischen zwei Messehallen – hier haben die Fußgänger Vorfahrt. Denn diese sind an dieser Stelle während des Messebetriebs eindeutig in der Überzahl.
 

Exklusiv führte Pressesprecher Wolfgang Köhle (vierter von links) SÜDKURIER-Leserinnen und -Leser durch die Fahrrad-Messe Eurobike. Diese findet noch bis einschließlich Samstag in Friedrichshafen statt. <em>Bilder: Manfred </em><em>Dieterle-Jöchle</em>
Exklusiv führte Pressesprecher Wolfgang Köhle (vierter von links) SÜDKURIER-Leserinnen und -Leser durch die Fahrrad-Messe Eurobike. Diese findet noch bis einschließlich Samstag in Friedrichshafen statt. Bilder: Manfred Dieterle-Jöchle

Beim Rundgang flocht Wolfgang Köhle immer wieder Tipps ein. Wie etwa den Hinweis, dass beim Kauf eines Rades auch auf die Qualität und den späteren Service geachtet werden müsse. Hier galt seine Empfehlung, auf Billigräder zu verzichten und besser auf die Fachhändler vor Ort zu setzen. Beim Blick in den großen Stand eines Helm-Herstellers gab Köhle die Empfehlung, auch Fahrrad-Handschuhe zu kaufen. Denn diese würden wie Helme einen zusätzlichen Schutz vor Verletzungen bieten. Beim Thema Diebstahlschutz verwies er auf die neueste Entwicklung von Abus. Das von diesem Hersteller entwickelte Schloss reagiert auf einen Diebstahlversuch mit einem optischen wie akustischen Alarm.

Begeistert waren die Teilnehmer dieser exklusiven Führung, dass der Sprecher der Messe eine kleine Einführung am Stand des Komponentenhersteller SKS ermöglichte. SKS hat Vorder- und Rücklichter entwickelt, die mit einem einfach zu handhabenden Magnetsystem am Rad angebracht werden. Ein ähnlich einfach funktionierendes Haltesystem gibt es für Wasserflaschen. Für das Lampensystem gewann SKS einen Eurobike-Award. Damit werden herausragende Entwicklungen, die auf der Fahrradmesse gezeigt werden, ausgezeichnet. Welche Auszeichnungen es in diesem Jahr gibt, zeigt eine Ausstellung im Foyer des Messeeingangs West. Gleich zu Beginn des Rundgangs konnten sich die SÜDKURIER-Leserinnen und -Leser hier einen Eindruck von der Innovationskraft der Fahrrad-Industrie verschaffen. Georg Störkle aus Allensbach war sehr beeindruckt von der großen Bandbreite an Neuheiten, die die Unternehmen auf der Eurobike präsentieren. Zu diesen gehören auch Räder im Retro-Stil, die auf modernste Technik wie etwa Motoren verzichten.

Publikumstag

Die "Eurobike" ist am Samstag, 2. September, von 9 bis 18 Uhr für das breite Publikum geöffnet. Dieser Publikumstag ist der vorerst letzte. Wann es wieder einen solchen Tag geben wird, ist offen. Mit Rücksicht auf die Händler wurde der Publikumstag für die Eurobike 2018 gestrichen. Eines der Argumente war, die Kunden würden auf der Eurobike Fahrräder sehen, die erst im Folgejahr in den Läden zu kaufen sind. In diesem Jahr können die Besucher der Eurobike also letztmals Neuheiten des kommenden Jahres testen. Rund 3000 Fahrräder können nach Angaben der Messe GmbH am Samstag auf einem Streckennetz von rund 10 Kilometern auf Herz und Nieren getestet werden. Von 10 Uhr bis 17 Uhr kann die Teststrecke bei den B-Hallen genutzt werden. (dim)