Noch sieht es im Umfeld des neuen Sportbads eher nach Baustelle aus. Doch in wenigen Wochen werden die Absperrgitter weg sein. Wann genau das neueste, gut 38 Millionen Euro teure Schmuckstück der Stadt öffnet, ist noch nicht terminiert. Aber vor Juni wird es wohl nichts. Auf viele andere Fragen hat die Stadt aber schon konkrete Antworten parat.

  • Wie sehen die Öffnungszeiten für das neue Sportbad aus? Die Besucher werden künftig täglich von 9 bis 21 Uhr – freitags und samstags sogar eine Stunde länger – schwimmen, plantschen und saunieren können. Heute ist das alte Hallenbad montags ganz zu, an anderen Wochentagen abends oder stundenweise geschlossen, um Zeiten für Schul- und Vereinssport freizuschaufeln. Für das "organisierte" Schwimmen gibt es im neuen Sportbad ein eigenes Vereinschwimmbecken und zusätzlich ein Kursbecken, sodass keine Schließzeiten für den normalen Badegast mehr erforderlich sind, erklärt das Rathaus auf Anfrage.
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  • Welche Vorteile bietet das neue Sportbad? Mit 1200 Quadratmetern Wasserfläche, verteilt auf sechs Becken, gibt es künftig fast doppelt so viel Platz unterm Hallendach wie bisher. Denn der Bedarf der Schulen und Vereine nach Schwimm- und Trainingszeiten ist hoch. Notwendig ist Schwimmunterricht am Bodensee ohne Zweifel. Der Stadtsportverband (SSV) hat 2016 und 2018 analysiert, dass lediglich zehn Prozent der Häfler Kinder im Alter von drei bis zehn Jahren die Möglichkeit haben, in einem Schwimmkurs in Friedrichshafen schwimmen zu lernen. "Die Wartelisten bei Anbietern wie der DLRG oder der Kindersportschule des VfB Friedrichshafen betragen zwei Jahre", steht im SSV-Jahresbericht, der am 10. April im Kultur- und Sozialausschuss vorgestellt wird. Umso wichtiger wäre es, dass die Kinder im Rahmen des Schulunterrichts schwimmen lernen können.
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  • Wer bekommt im neuen Sportbad Hallenzeiten? 22 Schulen und acht Vereine haben nach Rathausangaben ihre Wünsche angemeldet und werden im Belegungsplan für das neue Sportbad derzeit berücksichtigt, erklärt die Stadt auf Anfrage. Die Planung sei aber noch nicht abgeschlossen; es könnten weitere Schulen hinzukommen. Neben den städtischen Schulen seien auch Privatschulen, Schulen aus der Nachbarschaft oder berufliche Schulen einbezogen. "Priorität haben aber selbstverständlich die Häfler Schulen", erklärt eine Sprecherin der Stadtverwaltung. Der sogenannte Wasserbelegungsplan werde gerade zusammen mit dem Stadtsportverband erarbeitet und stehe kurz vor dem Abschluss.
  • Weichen die Kapazitäten im neuen Sportbad, um alle Wünsche abzudecken? Nicht ganz. Das neue Sportbad hat zwar ein Extra-Becken für die Vereinsschwimmer, aber das hat eine Schwimmbahn weniger als bisher. Aus Sicht der Verwaltung sollte sich das nicht negativ bemerkbar machen, da neben dem Vereinsbecken ja auch noch das – deutlich kleinere – Kursbecken zur Verfügung steht und das öffentliche Schwimmen in beiden nicht mehr berücksichtigt werden muss. Aber ganz so einfach ist das nicht. Die acht Wassersportvereine, die Hallenzeiten beanspruchen, brauchen Trainingszeiten ab dem späten Nachmittag bis in die Abendstunden sowie am Wochenende. Hier drängen sich offenbar Angebot und Nachfrage, weshalb ein erster Entwurf für den Belegungsplan nicht bei allen Vereinen auf Gegenliebe stieß. Viele Wünsche nach zusätzlichen Wasserzeiten könnten erfüllt werden, alle jedoch nicht, wenn es um bestimmte Tage oder bestimmte Zeiten gehe, antwortet das Rathaus auf Nachfrage.
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  • Nach Auskunft der Vereine sei nun nicht mehr vorgesehen, dass im öffentlichen Schwimmerbecken eine Bahn bei Bedarf auch für den Vereinssport nutzbar ist. Warum nicht? Das habe man nur deshalb mal angedacht, weil auf den ausdrücklichen Wunsch des Schwimmvereins eine Startsockelplatte mit Abstoßkeil nachträglich installiert werden sollte. Dann wurde aber entschieden, für 35 000 Euro alle elf Startsockel mit dem Abstoßkeil auszurüsten. Somit können Schwimmer auf jeder beliebigen Bahn den Start trainieren. Eine teilweise Nutzung des öffentlichen Schwimmerbeckens sei damit nicht erforderlich, so das Rathaus.
  • Ursprünglich war eine Glasabtrennung von öffentlichem Becken und Vereinsschwimmbecken vorgesehen. Warum hat die Stadt darauf verzichtet? Die Glaswand sei bereits im Gemeinderat diskutiert worden. Nach Prüfung durch die Planer kam man zu dem Schluss, diese Abtrennung aus Kostengründen nicht zu bauen, heißt es auf Nachfrage. "Der Baubeschluss zum Sportbad erfolgte von vornherein ohne die Glaswand."
  • Wann können öffentliche Badbesucher die Sprunganlage nutzen? Die Sprunganlage ist im Vereinsbecken aufgebaut. Das ist aber die meiste Zeit von Schulen und Vereinen belegt. Absicht oder falsch geplant? "Die Sprunganlage soll insbesondere am Wochenende der Öffentlichkeit zur Nutzung zur Verfügung stehen, wenn kein Schul- und Vereinssport im Becken stattfindet", antwortet die Stadtverwaltung. Aber auch am Wochenende sind Vereinszeiten eingeplant. Gegebenenfalls sollen noch "Lücken unter der Woche" genutzt werden, um die Sprunganlage zu öffnen.
Die Tage des alten Hallenbades in der Ehlerstraße sind gezählt. Nach der Eröffnung des neuen Sportbads wird es abgerissen.
Die Tage des alten Hallenbades in der Ehlerstraße sind gezählt. Nach der Eröffnung des neuen Sportbads wird es abgerissen. | Bild: Stadtverwaltung Friedrichshafen
  • Das alte Hallenbad soll vor Eröffnung des neuen Bades schließen. Warum ist das notwendig? Aktuell sei vorgesehen, das Hallenbad für die Öffentlichkeit zu schließen, wenn das Frei- und Seebad Fischbach am 1. Mai öffnet. Denn mit dem vorhandenen Personal kann die Stadt nicht beide Bäder parallel voll betreiben. Schulen und Vereine könnten aber bis zum 17. Mai werktags weiter trainieren und Schulsport abhalten. Ab dem 20. Mai sollen Schulen und Vereine "ihr" Schwimmbecken im neuen Sportbad während des Testbetriebs allerdings bereits nutzen können. Eine Woche vor der offiziellen Eröffnung werden Hallen- und Sportbad – auch wegen des Umzugs – zu sein. "Dies ist aus Sicht der Verwaltung angemessen und vertretbar", hießt es aus dem Rathaus. Darüber seien Schulen und Vereine bereits informiert worden.