"De Wahl ist gelaufen und mir hant' für die nächsten acht Jahr' wieder Brand." Mit diesem spontanen Zweizeiler gab am Sonntagabend der frühere Büttenredner und Seegockel-Elferrat Jürgen Binder seinen wohlwollenden Kommentar zum Ergebnis der OB-Wahl ab, findet aber die Wahlbeteiligung "beschämend". "Das Wahlergebnis gefällt mir", ergänzt seine Frau Rotraut Binder. Sie war vor 24 Jahren in der gleichen Rolle wie OB-Kandidat Philipp Fuhrmann, forderte damals den amtierenden OB Bernd Wiedmann heraus. Sie holte 29,6 Prozent der Stimmen, Fuhrmann etwa die Hälfte weniger. "Im Nachhinein ist das für mich noch mal eine Bestätigung, dass das gar nicht so leicht zu schaffen war", erklärte die über Jahre engagierte SPD-Gemeinderätin mit Blick auf das Wahlergebnis.

Für die meisten Befragten war der Ausgang der OB-Wahl am Sonntag keine Überraschung, die Auszählung "dann aber doch spannend", findet Pfarrer Bernd Herbinger, Vorsitzender der Katholischen Gesamtkirchengemeinde. Mit dem Ergebnis ist er zufrieden. "Ich glaube, Andreas Brand tut Friedrichshafen und seinen Bewohnern gut." Mit Sorge habe er nur die Wahlbeteiligung verfolgt, weil in "seinem" Wahlbezirk 6 bis Mittag nur sehr wenige ihre Stimme abgegeben hatten. Dass es am Ende 41,4 Prozent geworden sind, stimmt ihn versöhnlicher.

"Das ist ein ausgezeichnetes Ergebnis, ich freue mich für Andreas Brand", gratulierte der CDU-Bundestagsabgeordnete Lothar Riebsamen. Mit Blick auf die Bundestagswahl im September "würde ich dieses Ergebnis für mich gern unterschreiben". Landrat Lothar Wölfle (CDU) freut sich auf die nächsten Jahre der Zusammenarbeit. "Wir haben ein gutes, offenes und direktes Verhältnis. Insofern passt es, dass es so weitergeht", so der Chef der Kreisverwaltung. "Passt schon", meinte auch Ulrich Bernard, Sprecher der Bürgerinitiative Apfelbaumfeld, der Andreas Brand gleichwohl gratuliert. Er habe allerdings gehofft, dass mehr Bürger ihre Stimme abgeben, weil der Wahlkampf zum Schluss interessant und spannend gewesen sei. Die geringe Wahlbeteiligung von 41,4 Prozent findet er daher "ein bisschen schade".