Parken in der Werastraße: Es ist ein Dauerbrenner. Hupen und Fluchen wegen fehlender Parkplätze steht hier bei vielen Verkehrsteilnehmern seit einigen Jahren auf der Tagesordnung. Der SÜDKURIER berichtete erstmals im Dezember 2013 über die chaotischen Zustände. Nach der Einberufung eines runden Tisches durch die Stadtverwaltung, zahlreichen weiteren Artikeln und viel vergangener Zeit wurde schließlich Anfang 2015 gegenüber des Norma-Supermarktes ein Parkplatz gebaut.

Das zuvor brach liegende Grundstück, dass der Firma G. Bauer aus Ravensburg gehört, sollte den Parkdruck mindern und das Wildparken der Vergangenheit angehören lassen. Doch heute, genau vier Jahre später – ist der Parkplatz noch immer nicht eröffnet, obwohl es Schranken, einen Bezahlautomaten und ein Schild gibt, das über die Parkgebühren informiert – 60 Cent für die erste halbe Stunden, danach 90 Cent für jede weitere halbe Stunde.

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Die Endlos-Parkplatz-Posse mag auf den ersten Blick amüsant erscheinen, doch Anwohner und Geschäftsinhaber in Hofen sind völlig genervt. "Es ist eine Katastrophe", sagt eine Geschäftstreibende vor Ort, die anonym bleiben möchte. Sie ist der Meinung, dass viele unter der Situation leiden. Ratlos sagt sie: "Natürlich ist das Grundstück das Eigentum der Besitzerin, doch ich verstehe ihr Handeln nicht." Zum wiederholten Male sucht die SÜDKURIER-Redaktion Kontakt zur Eigentümerin. Doch wie schon so oft zuvor, will sie sich nicht zur Sachlage äußern. "Der Zeitung gebe ich keine Auskunft", sagt sie am Telefon noch und legt auf.

Auch wenn dieses große Schild über Öffnungszeiten und Preise informiert: Der Parkplatz in der Werastraße ist nach wie vor geschlossen.
Auch wenn dieses große Schild über Öffnungszeiten und Preise informiert: Der Parkplatz in der Werastraße ist nach wie vor geschlossen. | Bild: Singler, Julian

Ebenfalls nicht Neues berichten kann Monika Blank, Pressesprecherin der Häfler Stadtverwaltung. "Wir sind im vergangenen Jahr regelmäßig auf die Eigentümerin zugegangen und haben das persönliche Gespräch mit ihr gesucht", teilt sie auf Anfrage dieser Zeitung mit. Die Entscheidung über die Öffnung und Nutzung des Parkplatzes liege aber einzig und allein bei der Eigentümerin. "Sollten sich Neuigkeiten ergeben, werden wir die Hofener Geschäftswelt, die Kunden und die Öffentlichkeit natürlich informieren", so Blank weiter. So bleibt den Anwohnern und Geschäftsleuten in der Werastraße nur die verzweifelte Hoffnung auf Besserung.

11. Februar 2016: Schon seit Ende Dezember ist der Parkplatz in der Hofener Werastraße fertig, doch wann er geöffnet wird, weiß keiner.
11. Februar 2016: Schon seit Ende Dezember ist der Parkplatz in der Hofener Werastraße fertig, doch wann er geöffnet wird, weiß keiner. | Bild: Mommsen, Kerstin

Bernhard Glatthaar ist in der Werastraße aufgewachsen und lebt bis heute in seinem Elternhaus. Sein Großvater hatte es im Jahr 1956 gebaut. "Der Parksuchverkehr ist nach wie vor sehr chaotisch und gehört mittlerweile leider schon zum alltäglichen Wahnsinn", schildert Glatthaar die Lage. Besonders schlimm sei es an den Wochenenden, wenn sonntags viele Menschen in der Bäckerei zum Wecken holen kämen.

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Im Gespräch mit den Nachbarn sei die nervtötende Parkplatz-Misere kein Thema mehr, so Glatthaar: "Die Situation ist so versaut, da redet man nicht mehr wirklich drüber." Es scheine schließlich keine Lösung in Sicht und viele Fragen seien nach wie vor offen. "Im vergangenen Jahr wurde auf dem Parkplatz-Gelände mal gemäht und sauber gemacht", erinnert sich Glatthaar. Das sei es aber auch schon gewesen.

22. Februar 2017: Noch immer liegt der Parkplatz brach.
22. Februar 2017: Noch immer liegt der Parkplatz brach. | Bild: Dose, Dominik

Kurios: Die Schranken des Geisterparkplatzes sind in Betrieb. Auf dem Display stimmen Datum und Uhrzeit. Immerhin über eine Sache könne er positiv berichten. "In der Vergangenheit kam es immer mal wieder zu einer totalen Blockade in der Werastraße, sodass kein Rettungswagen mehr durchgekommen wäre", so Glatthaar. Zumindest das habe sich zuletzt verbessert.