Eine Frau im geschäftsführenden Präsidium hat es seit Gründung des Narrenvereins am 5. März 1949 nicht gegeben. In 69 Jahren hat sich viel geändert. Die Narrenzunft heißt heute Seegockel und residiert mit Bürgergarde, Fanfarenzug Graf Zeppelin und Elferrat unter dem Dach des Vereins zur Pflege des Volkstums.

Zähe Kandidatensuche endet bei einer Frau

Dieser Verein wurde bislang nur von Männern gelenkt. Doch weil Schatzmeister Stefan Rieser nach 40 Jahren im Verein und 38 Jahren im Ehrenamt nicht mehr antreten wollte, musste sich Präsident Karl Haller nach neuen Kandidaten umsehen. "Das war zäh", sagt er.

Sonja Finkbeiner führt die Kasse der Buchhorn-Hexen seit drei Jahren und ist dort noch für ein Jahr verpflichtet. Trotzdem ist sie bereit, für ein Jahr beide Kassen zu führen. "Das ist eigentlich ein mittelständisches Unternehmen", zollte ihr Ehrenpräsident Eberhard Ortlieb in diesem "historischen Moment" Respekt. Stefan Rieser hat ihr volle Unterstützung für das erste Jahr zugesagt. Sonja Finkbeiner hat eine kaufmännische Ausbildung und macht die Buchhaltung im geschwisterlichen Betrieb. Stefan Rieser überlässt eine gut gefüllte Kasse. Nur die Kosten für Nahwärmeversorgung, Wasserschaden und Jugendraummodernisierung nagen am Finanzpolster.

Elferrat und Fanfarenzug als frauenfreie Zone

Im Elferrat wird man auch künftig keine Frau sehen. "Dafür müssten wir erst die Regularien ändern", sagt Elferratschef Tino Jäger. Und beim Fanfarenzug wird in den nächsten 50 Jahren ebenfalls keine Frau mitspielen. "Das ist historisch einfach so gewachsen", sagt Abteilungsleiter Christian Hauser. Die Bürgergarde ziert sich da nicht, sie sucht noch Nachwuchs beiderlei Geschlechts.

Ehrungen langjähriger Mitglieder

Stefan Rieser ist seit 36 Jahren ehrenamtlich tätig, dafür wurde ihm die Ehrenmitgliedschaft verliehen. Karl Moll und Bruno Strohm sind beide seit 60 Jahren Mitglied im Verein. 50 Jahre sind es bei Peter Hutter, Jürgen Klingestijn, Eugen Kloos, Renate Menning und Matthias Renz.