Kurz vor acht Uhr an der Pestalozzischule. Während Viertklässler auf dem Schulhof im Sportunterricht ein paar Runden rennen, streben Erst- und Zweitklässler zur zweiten Stunde ins Schulhaus. Viele werden von ihren Eltern begleitet, manche kommen mit ihrem Ranzen auf dem Rücken ganz allein, andere mit dem Fahrrad. Ab und an parkt kurz ein Auto entlang der Wendelgardstraße oder in einer der Parkbuchten, die es zahlreich gibt. Papa oder Mama steigen mit dem Schulkind aus und begleiten es auf den Schulhof. So weit, so gut.

Am Straßenrand oder gar auf dem Gehweg vor dem Zebrastreifen parken ist nicht erlaubt. Manche Eltern interessiert das aber nicht.
Am Straßenrand oder gar auf dem Gehweg vor dem Zebrastreifen parken ist nicht erlaubt. Manche Eltern interessiert das aber nicht. | Bild: Katy Cuko

Doch dann gibt es auch diese Szenen: Auto hält direkt am Zebrastreifen, Kind steigt aus, Papa bleibt sitzen und fährt danach weiter. Oder: Mama hält kurz vor dem Zebrastreifen, parkt den Wagen mit zwei Rädern auf dem Bordstein und geht mit dem Kind auf den Schulhof – was sie nicht darf und die gezackte Linie auf der Straße deutlich anzeigt, was sie aber offensichtlich nicht interessiert.

Zu Stoßzeiten geht es für Kinder zuweilen gefährlich zu

Kein Einzelfall, sagt Tanja Fäßler, stellvertretende Schulleiterin der Pestalozzischule. "Zu Stoßzeiten wird es für die Kinder zuweilen gefährlich, weil an beiden Enden des Gebäudes die Eltern oft parken, wo sie nicht sollen", sagt sie. Gerade am Zebrastreifen auf der Wendelgardstraße gehe es manchmal haarig zu, wenn Autos auf dem Fußweg abgestellt werden und Kinder sich hier durchschlängeln müssten.

Eltern sollen für Problem sensibilisiert werden

Jedes Jahr schicke die Pestalozzischule mindestens zwei Briefe raus, um die Eltern für das Problem zu sensibilisieren, "aber das hilft nichts", sagt Tanja Fäßler – wohl wissend, dass es an fast jeder Schule ein Problem mit Elterntaxis gibt, die direkt vor der Schule unmöglich parken. Dabei gebe es an der Bodenseesporthalle eine Straße weiter genügend Parkplätze.

Ab in die Schule: Kinder kommen morgens in die Pestalozzischule.
Ab in die Schule: Kinder kommen morgens in die Pestalozzischule. | Bild: Katy Cuko

Das Problem hat auch die Stadtverwaltung erkannt und will nun gegensteuern. "Die Verkehrssituation vor Schulen und Kindergärten ist oft ungeordnet. Dadurch kommt es immer wieder zu gefährlichen Situationen, wenn Eltern ihre Kinder zur Schule oder in den Kindergarten bringen", geht aus einer Pressemitteilung hervor. Bis zu den Sommerferien will die Stadt daher verstärkt kontrollieren. Dabei soll es zuerst darum gehen, Eltern für die Gefahren zu sensibilisieren. Gleichzeitig soll geprüft werden, ob es vor Ort eine alternative Möglichkeit gibt, wo Eltern gefahrlos für die Kinder parken oder anhalten können.

Kontrollen und weitere Maßnahmen

Bringen die verstärkten Kontrollen nichts, sollen Vertreter der Polizei, Schulleitung und der städtischen Ämter sich gemeinsam eine alternative Lösung überlegen. Nach einer früheren Begehung wurde beispielsweise auf der Rückseite der Pestalozzischule entlang der Allmandstraße ein eingeschränktes Halteverbot veranlasst. Hier ist das Ein- und Aussteigen erlaubt und aufgrund der breiteren Fahrbahn auch möglich. Vor Kurzem wurde zusätzlich ein Haltestellenschild für den Schulbus aufgestellt.

"Kiss-and-Go"-Zone am Schuleingang

Mit Beginn des neuen Schuljahrs soll es nahe dem rückwärtigen Schuleingang an der Allmanndstraße eine "Kiss-and-Go"-Zone geben. Hier könnten die Elterntaxis kurz anhalten, das Kind steigt aus und geht unter den Augen von Mama oder Papa durch die dann offene Tür auf der Rückseite des Gebäudes ins Schulhaus.