Dreieinhalb Jahre lang war „Emma – Elektromobilität mit Anschluss“ ein Forschungs- und Förderprojekt im Bodenseekreis, das die Nutzung von Elektroautos als Ergänzungsangebot im Nahverkehr getestet hat. 17 von 23 Kommunen waren daran beteiligt. Seit Juni läuft Emma sozusagen im Echtbetrieb und setzt die erfolgreichsten Modelle fort. Friedrichshafen ist dabei.

Im Kreisgebiet und auch im Nachbarlandkreis Ravensburg gibt es mittlerweile ein für die Größe der Region verhältnismäßig dichtes Netz von 34 Ladestationen. Rund 700 Nutzer haben bis Projektende etwa 7300 Ladevorgänge „abgerechnet“, womit Strom für rund 650 000 Kilometer Fahrleistung „getankt“ wurde. Das entspricht einer Reise von zirka 16 Mal um die Erde. Am häufigsten wurde an der Ladesäule am Stadtbahnhof Friedrichshafen Strom gezapft. Nicht nur diese, sondern alle Ladesäulen standen auch privaten E-Car-Fahrern zur Verfügung. Das wird auch in Zukunft so sein. Die notwendige Ladekarte gibt es über das Stadtwerk am See, die Emma in Friedrichshafen weiterführt.

„In Kürze wird es möglich sein, die Ladesäulen barrierefrei zu nutzen“, sagt Stefan Söchtig, der Emma-Projektkoordinator war. Das heißt, dass Kunden, die bei den übergeordneten Mobilitätsplattformen wie Hubject, Ladenetz oder Plugsurfing registriert sind, emma zeitnah auch auf diesem Weg nutzen können. Die Bezahlung via Paypal ist bereits möglich. Künftig soll es für E-Car-Fahrer noch einfacher und komfortabler werden, die Emma-Infrastruktur zu nutzen.

An einigen der Ladesäulen-Standorte wurden auch Carsharing-Stationen eingerichtet. Im Projektzeitraum standen hier jeweils ein bis zwei Emma-Fahrzeuge zur Miete bereit. Die Standorte, die besonders gut angenommen wurden, sollen weiter bedient werden. Ab 5 Euro pro Stunde kann man dann auch weiterhin mit den Fahrzeugen unterwegs sein. Allerdings ist dafür eine Mitgliedschaft bei Flinkster oder E-WALD erforderlich. Interessierte können sich beispielsweise in der Mobilitätszentrale am Stadtbahnhof Friedrichshafen registrieren. Wer ein Smartphone hat, kann sein gebuchtes Fahrzeug dann einfach und bequem über die Flinkster-App öffnen.

Eine Besonderheit im Emma-Carsharing stellt das Angebot des CampusMobil dar, das vor allem Studierenden und Mitarbeitern der Zeppelin-Universität und der Dualen Hochschule mehr Mobilität und Erleichterung beim Pendeln zwischen den Standorten bieten soll. Fünf Fahrzeuge können an den Stationen Fallenbrunnen, Seemooser Horn sowie an den Bushaltepunkten Landratsamt und Manzell beliebig oft abgeholt oder abgestellt werden und freilich auch für längere Wegstrecken auf anderen Routen genutzt werden. Das Angebot kostet weiterhin einen Euro je Viertelstunde, wobei die gefahrenen Kilometer inklusive sind. Dieser Projektteil von Emma wird auch im Projektmodus weitergeführt, um Akzeptanz und Notwendigkeit dieses Angebots weiter zu untersuchen. (kck)