Rund fünf Meter lang und 54 Zentimeter breit: Das sind die Maße von Daniel Haiders zweitem Zuhause, seinem Seekajak. Wenn sich der 50-jährige IT-Dienstleister aus Fischbach ein bisschen Zeit freischaufeln kann, verbringt er sie am liebsten auf dem Bodensee. Rund 1200 Kilometer ist er in den vergangenen beiden Jahren gepaddelt – und es sollen noch viele mehr werden. „Im Sommer starte ich zu einer großen Bodenseetour entlang des Ufers“, erklärt der Freizeitpaddler, „und das will ich mit einer Spendenaktion verbinden.“

Daniel Haider (50) ist Mitglied im Kanuclub Fischbach und arbeitet als IT-Dienstleister.
Daniel Haider (50) ist Mitglied im Kanuclub Fischbach und arbeitet als IT-Dienstleister. | Bild: Oliver Haider

„Wir haben das Glück, am richtigen Ort geboren worden zu sein“

Haider hat lange in München gelebt, ist aber als gebürtiger Häfler ein echtes Seekind. Surfen, Schwimmen, Paddeln – auf und im Wasser ist er in seinem Element. „Wir haben hier das große Glück, zufällig und aus Versehen am richtigen Ort geboren worden zu sein“, sagt er, „und da können wir auch einen Teil unseres Geldes Menschen geben, die eben nicht so privilegiert leben.“ So kam der 50-Jährige auf die Idee, seine Leidenschaft, das Paddeln, mit dem Nützlichen, dem Geldsammeln, zu verbinden. Vielleicht auch deshalb, weil die Geburt seines ersten Sohnes, der mit einem schweren Herzfehler auf die Welt kam, ihm gezeigt hat, wie wichtig es ist, dass Familien in Not Unterstützung erfahren – in Deutschland wie in der restlichen Welt.

Für diese Organisation will er paddeln

„Ich entschied mich für die Stockacher Entsendeorganisation Wordlwide Volunteers“, sagt Haider. Worldwide Volunteers ist eine christliche Trägerorganisation, die Jugendliche aus Deutschland in die ganze Welt schickt, um dort Freiwilligendienste zu leisten. Rund 10 000 Euro will Haider über die Plattform Bildungsspender, wo Worldwide Volunteers direkt ein Spendenkonto eingerichtet hat, sammeln. Ein ehrgeiziges, aber machbares Ziel, wie er meint. Einen Unterstützer hat er mit Intersport Friedrichshafen bereits im Boot. „Es dürfen aber ruhig noch mehr werden“, sagt Haider lachend.

Derzeit steckt der IT-Experte noch in den Vorbereitungen. „Ich bin bisher immer ohne Gepäck gepaddelt“, erklärt er, „das Austarieren muss ich erst noch üben.“ Mit dabei: Ein Ultraleichtzelt, Schlafsack, Isomatte, Kocher, Handy, Rettungsweste und ein GPS-Gerät. Bis zu 40 Kilo kann er zuladen, doch Haider will versuchen, weit darunter zu bleiben.

Die Route? Richtet sich nach dem Wetter und den Strömungen

Demnächst paddelt er zu Übungszwecken mit zwei Vereinskollegen an einem Tag einmal quer über den See von Bodman bis Bregenz – das sind rund 64 Kilometer. Die „richtige“ Tour ist dann deutlich länger, dafür aber auch mit Pausen. Wann genau er startet, entscheidet Haider je nach Wetterlage. Auch die genaue Route will er spontan entscheiden. „Die Seeströmungen machen auch viel aus“, sagt er. Erst neulich sei er von Fischbach aus zum Häfler Leuchtfeuer gepaddelt. Hin mit 9,3 Stundenkilometer, zurück mit 7,6 Km/h.

Mit zwei Actionkameras will Daniel Haider seine Kajakfahrt – und das Bodenseeufer filmen. Damit es nicht wackelt, verwendet er ein Gimbal zur Bildstabilisierung.
Mit zwei Actionkameras will Daniel Haider seine Kajakfahrt – und das Bodenseeufer filmen. Damit es nicht wackelt, verwendet er ein Gimbal zur Bildstabilisierung. | Bild: Daniel Haider

Fest steht jedoch: Der Hobbypaddler will so nah wie möglich am Seeufer entlang, um noch ein paar spannende Aufnahmen mit seinen beiden Actionkameras zu machen. „Eine Kamera filmt mich, die andere das Ufer“, erklärt Haider, „damit einem beim Schauen des Filmes nicht schlecht wird, benutze ich dafür ein Gimbal zur Bildstabilisierung.“ Übernachten will Haider auf Zeltplätzen oder bei anderen Kanuvereinen. „Als Mitglied des Deutschen Kanuvereins darf man auch auf den anderen Vereinsgeländen übernachten“, weiß er.

Das könnte Sie auch interessieren

Er macht Videos mit der Actionkamera

Damit er in keine Notlage kommt, hat er stets sein Handy und ein GPS-Gerät dabei. „Wenn ein Gewitter aufzieht, kann ich dort schnell nachschauen, wo der nächste Zeltplatz ist und ans Ufer“, sagt er. Sein Ziel sei es außerdem, weitere Daten für andere Wassersportfreunde und Paddler zu sammeln. „Es ist beispielsweise extrem hilfreich für eine Tourenplanung, wenn man weiß, wie es in bestimmten Bereichen, etwa in Rheinnähe, so aussieht“, ist er sich sicher. Auf seiner neuen Internetseite stellt er deshalb viele Informationen für Interessierte zusammen. Dort gibt es dann auch die Videos von den Uferbereichen und viele weitere Informationen zur Spendenaktion.

Das könnte Sie auch interessieren

So können Sie spenden

  • Die Aktion: Auf dem Portal Bildungsspender stellen gemeinnützige Organisationen Spendenziele und Aktionen ein. Worldwide Volunteers hat unter www.bildungsspender.de/spendenpaddeln die Aktion von Daniel Haider eingestellt. Sie können dort direkt an die Organisation spenden – mit Spendenquittung. Außerdem nehmen viele Geschäfte und Online-Händler teil, indem sie pro Einkauf einen Betrag überweisen. Auch das ist möglich. Mehr Informationen gibt es hier: www.bodensee-paddler.de
  • Die Organisation: Worldwide Volunteers ist eine Stockacher Trägerorganisation, die Jugendliche aus Deutschland in andere Länder und Kontinente entsendet, um dort einen Freiwilligendienst „weltwärts“ zu leisten. Mehr Infos: www.ww-volunteers.de