Das Gefühl von Sicherheit lässt sich nicht immer an den Zahlen der aktuellen Kriminalstatistik der Polizei festmachen. Konkrete Zahlen, wie es um die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger in der Stadt bestellt ist, werden am Montag, 19. Juni Polizeipräsident Ekkehard Falk sowie Uwe Janitschek, der Leiter des Häfler Polizeireviers, Mitgliedern des Gemeinderats präsentieren. Daneben wird Hans-Jörg Schraitle, Leiter des Amtes für Bürgerservice, Sicherheit und Umwelt, während der Sitzung des Finanz- und Verwaltungsausschusses aufzeigen, welche Erfolge die Verwaltung verbuchen konnte.

So wird er beispielsweise vermelden können, dass mit dem Verhängen eines Glasflaschen- und Alkoholverbots im Bereich Musikmuschel, für den Romanshorner Platz, das östliche Seeufer und die Anton-Sommer-Straße die gewünschten Ziele zumindest in großen Teilen erreicht werden konnten. "Nach der Einführung der Alkoholverbotszonen im Jahr 2008 und den damit verbundenen Kontrollen, konnte in der Vergangenheit und bis zum heutigen Tage von einer Erfolgsgeschichte gesprochen werden. Seit 2008 sind die Zahlen festgestellter Verstöße stetig zurückgegangen", ist in der Vorlage zur Sitzung des Ausschusses zu lesen. Die Zahl an Verstößen sei am Romanshorner Platz wie auch in der östlichen Uferstraße deutlich zurückgegangen.

In der Uferstraße im Bereich Musikmuschel hingegen nahm die Zahl der Verstöße wieder deutlich zu – statt drei wurden hier im vergangenen Jahr 12 Verstöße registriert. Dies ist nach Ansicht der Stadtverwaltung darauf zurückzuführen, dass der Uferpark und die -promenade sich immer mehr zu einem Treffpunkt für Jugendliche und junge Erwachsene entwickeln würden. Die Folge seien Ruhestörungen durch laute Musik, aber auch Alkohol- und Tabakkonsum durch Minderjährige. Hier setzt die Stadt auf Streetworker, um dem Problem Herr zu werden.

Chill-Out-Zone beim Seehasenfest

Erstmals wurde von der Stadt im vergangenen Jahr beim Seehasenfest für Jugendliche und junge Erwachsene eine sogenannte Chill-Out-Zone eingerichtet. Diese wurde gut von den Jugendlichen und jungen Erwachsenen angenommen und "stellte für die Zielgruppe eine willkommene 'Insel' in Mitten des Seehasenfestes dar", wie es im städtischen Sicherheitsbericht heißt. Innerhalb der Zone wurde kein Alkohol ausgeschenkt. Auch während des diesjährigen Seehasenfestes soll eine solche Zone eingerichtet werden. Nicht nur während des Häfler Heimatfestes konnten alkoholbedingte Abstürze von Minderjährigen verhindert werden. Nach der Beobachtung von Schraitle zeigten vorbeugende Maßnahmen mittlerweile eine deutliche Wirkung. In diesem Zusammenhang lobt der Chef des Bürgeramtes auch das Bemühen von Veranstaltern, die Bestimmungen des Jugendschutzes einzuhalten. So nahm die Zahl von betrunkenen Kindern und Jugendlichen, die ins Häfler Klinikum eingeliefert werden mussten, seit dem Jahr 2012 deutlich ab – siehe oben stehende Grafik.

Im Vergleich zum Vorjahr um drei leicht gesteigert werden konnte die Zahl der Wirte, die sich an der Aktion „stressfrei“ beteiligen. In Friedrichshafen, Ravensburg und Weingarten haben sich 38 Wirte verpflichtet, gegen Randalierer ein Hausverbot auszusprechen, das auch für alle anderen beteiligten Lokale gilt. In Friedrichshafen beteiligen sich elf Lokale an der Aktion: Club Metropol, Cafe im Rathaus, Mc Donalds, Burger King, Kulturhaus Kaserne, das Restaurant im Zeppelin Museum, Cafe-Bar Belushi, Sky 33, Kochlöffel, Kaffeemacher und Pier 40. Im Jahr 2016 wurden elf überörtliche Hausverbote ausgesprochen.

Arbeitskreis Gewalt

Die Stadtverwaltung von Friedrichshafen hat einen Arbeitskreis „Gewalt im sozialen Nahraum“ eingerichtet. Dieser tagt nach Angaben der Stadt halbjährlich. Zum Informations- und Kooperationsaustausch treffen sich Vertreter der Stadt, des Landkreises, des Amtsgerichts Tettnang, der Staatsanwaltschaft Ravensburg und der Häfler Polizei sowie Vertreter von Beratungsstellen. Wie mit Gewaltfällen aus häuslichen Bereichen am besten umgegangen werden soll, soll hier aktuell gemeinsam erarbeitet werden. (dim)