Ein Supermarkt-Erpresser brachte im September die Stadt Friedrichshafen bundesweit in die Schlagzeilen. Der Mann drohte, 20 vergiftete Lebensmittel in Umlauf zu bringen, und forderte gleich von mehreren Handelskonzernen eine zweistellige Millionensumme. Um seiner Forderung Nachdruck zu verleihen, stellt er mit dem Giftstoff Ethylenglykol versetzte Babynahrung in Supermärkten in Friedrichshafen ab. Die Polizei bildete die Sonderkommission „Apfel“ mit 230 Beamten und konnte nach mehreren Tagen dank einem Fahndungsfoto einen 53-jährigen Mann in Ofterdingen (Kreis Tübingen) festnehmen. Der Mann gab zu, das Gift in den Fläschchen in den Läden abgestellt zu haben. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft sind noch nicht abgeschlossen.

Ein Erpresser hat in Friedrichshafener Supermärkten Gläschen mit Babynahrung platziert, die mit dem Giftstoff Ethylenglykol versetzt waren.
Ein Erpresser hat in Friedrichshafener Supermärkten Gläschen mit Babynahrung platziert, die mit dem Giftstoff Ethylenglykol versetzt waren. | Bild: Andreas Ambrosius

Eine Spur der Verwüstung hinterließen strafunmündige Kinder im Juni in der Immenstaader Kindertagesstätte Ruhbühl. Bis in den Oktober hinein liefen die Sanierungsarbeiten. Es erwies sich vor allem schwieriger als zunächst angenommen, die Wasserschäden an fast allen Fußböden zu beheben. Die mehrwöchigen Anstrengungen, mit speziellen Lüftern den Estrich zu trocknen, führten nicht zum Erfolg und der Estrich musste in fast allen Räumen erneuert werden. Erst Anfang Oktober konnte nach Abschluss der Arbeiten der normale Betrieb in der Kita wieder aufgenommen werden. Rund 185 000 Euro musste die Gemeinde aufwenden, um die Schäden in der Kita zu beseitigen. Diese Summe wurde von der Versicherung der Gemeinde übernommen.

Strafunmündige Kinder haben im Juni im Immenstaader Kindergarten Am Ruhbühl eine Spur der Zerstörung hinterlassen.
Strafunmündige Kinder haben im Juni im Immenstaader Kindergarten Am Ruhbühl eine Spur der Zerstörung hinterlassen. | Bild: Polizei

Nach der Flucht eines Häftlings in diesem Monat durch Friedrichshafen stellt das Landesjustizministerium die Bedingungen für Lockerungen des Strafvollzugs auf den Prüfstand. Die Rahmenbedingungen würden umfassend geprüft. Künftig solle ein Häftling von drei statt von zwei Justizbeamten begleitet werden. Dem 42-Jährigen, der wegen Mordes einsaß, war ein Ausflug erlaubt worden, um seine Familie sehen zu können. Er entkam den beiden ihn begleitenden Vollzugsbeamten. In Räumen der Pathologie des Häfler Klinikums wurde er drei Tage später von der Polizei geschnappt. Davor hatte er eine Frau gewürgt, um an Geld und ein Auto zu kommen – sie konnte fliehen. Danach versuchte der 42-Jährige vergeblich eine weitere Frau aus ihrem Auto zu zerren. 

Im Dezember ist ein verurteilter Mörder während eines Freigangs in Friedrichshafen ausgebüxt. Er wurde von der Polizei im Klinikum Friedrichshafen aufgegriffen.
Im Dezember ist ein verurteilter Mörder während eines Freigangs in Friedrichshafen ausgebüxt. Er wurde von der Polizei im Klinikum Friedrichshafen aufgegriffen. | Bild: Antonia Schillinger

Die Immenstaader Feuerwehr war dieses Jahr stark gefordert. Bis Mitte November wurden 95 Einsätze registriert, sehr viele davon durch Unwetter verursacht. Ein Starkregen am 9. Juli setzte zahlreiche Keller unter Wasser, brachte Überlaufbecken und Kanalisation an und über ihre Grenzen. Sowohl an diesem 9. Juli, aber vor allem während des Sturms am 2. August, stürzten zahlreiche Bäume auf Straßen und Wege, teilweise auch auf Gebäude und Autos. Einsatzkräfte der Immenstaader Feuerwehr mussten sie beseitigen. Rund 70 Bäume – darunter etliche große – wurden am 2. August durch den Sturm beschädigt.

Um bei solchen Unwettern künftig noch besser ausgerüstet zu sein, wird die Gemeinde für die Feuerwehr einen neuen Gerätewagen Technik beschaffen.

Im August haben Sturmböen in Immenstaad reihenweise Bäume entwurzelt.
Im August haben Sturmböen in Immenstaad reihenweise Bäume entwurzelt. | Bild: Fabiane Wieland

Beim Absturz eines Kleinflugzeugs starb diesen Monat der Häfler Thermen-Investor Josef Wund (79). Die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung will nach eigenen Angaben ab Februar 2018 erste Informationen zur Absturzursache veröffentlichen. Eine Analyse zur Ursache fände sich darin noch nicht. Das Kleinflugzeug des Typs Cessna Citation 510 war in Hessen gestartet und über einem Waldstück bei Waldburg im Kreis Ravensburg abgestürzt. Die Maschine befand sich auf dem Landeanflug nach Friedrichshafen. Neben Josef Wund kamen der Chefpilot der Firma Skytaxi, Adi Anderst (45) und sein 49-jähriger Co-Pilot ums Leben. Bei der zur Klärung der Todesursache angeordneten Obduktion haben sich keine Anzeichen für eine plötzliche Erkrankung der Besatzung ergeben.

Eine Journalistin fotografiert am 15. Dezember in einem Wald bei Sieberatsreute/Landkreis Ravensburg Trümmer eines Flugzeuges, das im Anflug auf Friedrichshafen abstürzte.
Eine Journalistin fotografiert am 15. Dezember in einem Wald bei Sieberatsreute/Landkreis Ravensburg Trümmer eines Flugzeuges, das im Anflug auf Friedrichshafen abstürzte. | Bild: dpa/Karl-Josef Hildenbrand

Beim Brand eines Mehrfamilienhauses in der Häfler Paulinenstraße waren in der Nacht zum 20. Oktober sieben Bewohner verletzt worden. Das Haus, das von der Einrichtung Pauline 13 genutzt wird, um dort psychisch kranke Menschen unterzubringen, wurde schwer beschädigt. Bei dem Feuer war ein 29-jähriger Mann aus dem zweiten Stock gesprungen, um sich vor den Flammen in Sicherheit zu bringen. Alle Bewohner, die in diesem Haus gewohnt hatten, wurden in anderen Einrichtungen der Pauline 13 untergebracht.

Die Bewohner hatten alle ihr gesamtes Hab und Gut verloren. Die Flammen breiteten sich vom Obergeschoss auf den Dachboden und auf das zweite Stockwerk aus. Die Löscharbeiten der Häfler Feuerwehr dauerten mehrere Stunden.

Im Oktober wurden durch den Brand eines Mehrfamilienhauses an der Friedrichshafener Paulinenstraße mehrere Bewohner verletzt.
Im Oktober wurden durch den Brand eines Mehrfamilienhauses an der Friedrichshafener Paulinenstraße mehrere Bewohner verletzt. | Bild: Christina Bömelburg

Im Juni hatte eine Bombendrohung gegen das Medienhaus am See (K 42) Teile der Häfler Altstadt lahmgelegt. Die Staatsanwaltschaft bereitet nun die Anklage gegen den jungen Tatverdächtigen vor. Dieser war im August, acht Wochen, nachdem die schriftliche Drohung im Medienhaus K 42 gefunden worden war, von der Polizei geschnappt worden. Der junge Tatverdächtige aus dem Raum Friedrichshafen, der den Drohbrief geschrieben haben soll, ist strafmündig, fällt aber unter das Jugendstrafrecht. Wegen des Drohbriefes legten die Einsatzkräfte in den Morgenstunden des 22. Juni Teile der Häfler Altstadt lahm. Gegen 9.15 Uhr hatte die Stadtverwaltung die Polizei darüber informiert, dass im Medienhaus ein Drohschreiben gefunden worden war.

Im Juni 2017 wurde das K42 wegen einer Bombendrohung evakuiert. Die Polizei sperrte den Bereich großräumig ab.
Im Juni 2017 wurde das K42 wegen einer Bombendrohung evakuiert. Die Polizei sperrte den Bereich großräumig ab. | Bild: Kerstin Mommsen

Einen der größten Einsätze der vergangenen Jahrzehnte musste die Feuerwehr von Friedrichshafen im Juli nach einem heftigen Unwetter bewältigen, das über die Stadt hereingebrochen war. Alleine 345 Einsätze hatte es ab Samstag, 8. Juli, gegen 17.30 Uhr, bis um 4 Uhr am Sonntag, 9. Juli gegeben, berichtete Stadtbrandmeister Louis Laurösch in einem Gespräch mit dem SÜDKURIER.

Die Feuerwehrleute – mehr als 150 – seien noch stärker gefordert gewesen als nach dem verheerenden Orkan „Lothar“, der am 26. Dezember 1999 die Region heimgesucht hatte. Besonders betroffen war von dem Unwetter das nördliche Stadtgebiet, insbesondere Waggershausen, Jettenhausen, Wiggenhausen und das Wohngebiet am Riedlewald. Außerdem gab es mehrere Einsätze in Fischbach.

Im Juli musste die Friedrichshafener Feuerwehr nach einem Unwetter einen ihrer größten Einsätze der vergangenen Jahrzehnte bewältigen.
Im Juli musste die Friedrichshafener Feuerwehr nach einem Unwetter einen ihrer größten Einsätze der vergangenen Jahrzehnte bewältigen. | Bild: privat