Der Seepegel sinkt kontinuierlich, aber der Uferweg bleibt gesperrt. Seit dem 11. Juni besteht ein Durchgangsverbot zwischen dem Freizeitgelände Manzell und dem Campus der Zeppelin-Universität. Dauerregen und Schneeschmelze ließen den See-Pegel im Mai stetig und am Ende rasant steigen.

Kritische Marke von 4,10 Metern überschritten

Anfang Juni wurde die für den Uferweg kritische Marke von 4,10 Metern überschritten. Bei Sturm und Wind schwappten die Wellen über die Begrenzungssteine, weichten den Weg auf und spülten viel Material weg. Der Weg war danach kaum noch begehbar, selbst mit festem Schuhwerk nicht. Für Kinderwagen und Rollatoren wurde er unpassierbar.

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Weil an unterspülten Stellen sogar die Gefahr bestand, dass Material wegbricht, hat die Stadt den Uferweg mit festen Schranken gesperrt und an den Schranken Durchgangsverbotsschilder und Hochwasserwarnungen montiert. Die Schilder sind leider verschwunden, möglicherweise wurden sie gestohlen. Der Wegweiser allerdings, der den Uferweg als Wanderweg ausweist, ist noch da. So verwundert es kaum, dass immer wieder Touristen in Sandalen ihre Fahrräder über die Schotterpiste schieben.

Die Sperrung des Wegs wird im Normalfall per Schranke und Beschilderung gekennzeichnet.
Die Sperrung des Wegs wird im Normalfall per Schranke und Beschilderung gekennzeichnet. | Bild: Andrea Fritz

Stadt trifft „Vorbereitungen für die Instandsetzung“

Zunächst hatte die Stadt die Auskunft erteilt, dass der Uferweg ab einem Pegelstand von 4,10 Metern wieder instand gesetzt werden könne. Aber inzwischen sind es weniger als vier Meter und nach Auskunft der städtischen Pressestelle wird so schnell nichts geschehen. Einer Mitteilung zufolge wurde damit begonnen, „Vorbereitungen für die Instandsetzung“ zu treffen. „Um eine nachhaltige Verbesserung der Wegoberfläche für zukünftige Hochwasserereignisse erreichen zu können, kann die Instandsetzung nicht sofort umgesetzt werden“, sagt Wolfgang Kübler, Leiter des Stadtbauamtes. Außerdem sind Handwerkerferien.

Der See hat auch dicke Brocken aus der Uferbefestigung gebrochen.
Der See hat auch dicke Brocken aus der Uferbefestigung gebrochen. | Bild: Andrea Fritz

Stabilisator soll für mehr Haltbarkeit sorgen

Danach, also im September, will man eine „wassergebundene Decke“ einbauen, die durch die Beimischung eines Stabilisators haltbar werden soll. Doch dafür muss der Untergrund trocken sein. Deshalb kann man mit den Reparaturarbeiten auch nur dann beginnen, wenn es nicht regnet. Was die Instandsetzung des 650 Meter langen Uferweges kosten wird und wann er wieder nutzbar sein wird, ist noch völlig offen.

Bei Hochwasser und Sturm holt sich der See das Gelände am östlichen Uferweg zwischen Zeppelin-Universität und Freizeitgelände „Alter Campingplatz“ zurück. Die Passage im aufgeweichten Kies ist mühsam und bei geschlossenen Schranken aus Sicherheitsgründen auch verboten. Das Bild entstand im Juni.
Bei Hochwasser und Sturm holt sich der See das Gelände am östlichen Uferweg zwischen Zeppelin-Universität und Freizeitgelände „Alter Campingplatz“ zurück. Die Passage im aufgeweichten Kies ist mühsam und bei geschlossenen Schranken aus Sicherheitsgründen auch verboten. Das Bild entstand im Juni. | Bild: Andrea Fritz

Ist der Weg nicht hoch genug angelegt?

Es ist bereits das zweite Mal, dass der Uferweg wegen Hochwasserschäden über Monate gesperrt bleibt. Berthold Sterk vom Leitungsteam der Fischbacher Runde hat von Anfang an befürchtet, dass der Spazierweg am Seeufer nicht hoch genug angelegt ist. „Damit der Uferweg unbespritzt und unbeschadet bleibt, müsste der Pegel 4,20 Meter, wenn nicht 4,30 Meter sein“, sagt er. Berthold Sterk kennt das Ufer und weiß, dass man in Fischbach nicht nur alle 20 Jahre mit einem Hochwasserpegel von 4,60 Meter rechnen darf.

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„Man könnte doch wenigstens den Kies festwalzen.“
Kirstin Hörmann

„Wir haben so lange für diesen Weg gekämpft, ich finde es schade, dass er nicht schneller instand gesetzt wird“, sagt auch Kirstin Hörmann aus Friedrichshafen, die hier sehr gerne wieder joggen gehen möchte. Wenn der Weg begehbar ist, wird er nicht nur von Besuchern, sondern besonders von Einheimischen gern und oft genutzt. „Man könnte doch wenigstens den Kies festwalzen“, schlägt Kirstin Hörmann vor.

„Wir wissen alle nicht, ob das Hochwasser in Zukunft nicht jedes Jahr kommt“, sagt der Häfler Ludwig Hitzker. Barbara Gantner aus Stuttgart meint: „Dann sollte man schon mehr in die Befestigung investieren, damit nicht jedes Mal alles weggespült wird.“

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