„Damit sind 50 Jahren aus meinem Leben dahin“, sagt Wolfgang Böhme, der in der Nacht sein gesamtes Lebenswerk in Flammen aufgehen sah. Die Halle, in der er seine Oldtimerfahrzeuge untergebracht hatte, brannte von Dienstag auf Mittwoch völlig aus. Etwa 15 Fahrzeuge standen in der Halle in Langenargen-Oberdorf und sind verbrannt, gibt Kreisfeuerwehrpressesprecher Martin Scheerer bekannt. „Es ist einfach nur ein riesiger Schock“, sagt Wolfgang Böhme.

Bild: Mommsen, Kerstin

Mindestens zehn weitere Fahrzeuge, die vor der Halle standen, sind ebenfalls verbrannt.

Video: Kerstin Mommsen

Wegen dem ausgebrochenen Feuer sei das Dach der Halle eingestürzt und auf die Fahrzeuge gekracht. „Die Feuerwehren Kressbronn und Langenargen wurden gegen 23.50 Uhr alarmiert“, sagt Scheerer.

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Später seien weitere Hilfskräfte aus Friedrichshafen dazugekommen. „Etwa 65 Helfer der Feuerwehr waren im Einsatz, zudem sieben Einsatzkräfte der Schnelleinsatzgruppe, Johanniter und des DRK.“ Zur Unterstützung der Wasserversorgung, es musste unter anderem eine Löschwasserleitung von der Argen her verlegt werden, wurde auch ein Tanklöschfahrzeug der Feuerwehr Friedrichshafen angefordert.

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Gegen 2 Uhr war der Brand weitgehend gelöscht. Die sogenannten „Nachlöscharbeiten“ dauerten nach Angaben des Kreisfeuerwehrpressesprechers bis in die Morgenstunden an.

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„Im Laufe des Mittwochs sichern Helfer der Feuerwehr das eingestürzte Hallendach“, so Scheerer. Erst dann könne die Polizei nach der Brandursache suchen.

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Kommandant war Martin Schöllhorn von der Feuerwehr Langenargen. „Die Ausbreitung des Feuers war massiv und schnell. Wir konnten nicht mehr viel machen, sondern nur schauen, dass wir den Schaden minimieren“, erzählt er. So schafften es die Feuerwehrleute, die angrenzenden Gebäude zu schützen.

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„Aber die Hitzeentwicklung war extrem, die Holzhalle brannte lichterloh“ erzählt der Kommandant. Auch die Autos entzündeten sich schnell, dabei verbrannte auch ein roter Ferrari.

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Die Halle auf dem Gelände eines Sägewerkes hatte der Friedrichshafener Wolfgang Böhme gemietet, der lange Jahre lang aktiv bei der Renngemeinschaft Graf Zeppelin des ADAC-Ortsclubs Friedrichshafen aktiv war. Er fuhr vorwiegend Bergrennen mit der Marke BMW, sein grösster Erfolg war sein Sieg bei der Regiotrophy, heißt es auf der Homepage des ADAC-Ortsclubs.

Auf seiner Homepage sind die Wagen aufgelistet, die er in Langenargen-Oberdorf untergebracht hatte. Darunter etwa ein roter Ferrari Testarossa Monodata im Wert von 150 000 Euro, ein Citroen B14-Oldtimer aus dem Jahr 1925 oder ein MG MGA Coupe Oldtimer aus dem Jahr 1958.

Bild: Mommsen, Kerstin
Bild: Mommsen, Kerstin

Von den Wagen ist nicht mehr übrig als ein Haufen verbogener Schrott. Erste Schätzungen der Polizei gehen von einem Schaden von über 2 Millionen Euro aus. Die Brandursache ist derzeit unbekannt.

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Franz Josef Dillmann gehört das Gelände, auf dem das Feuer ausbrach. Er hatte die Halle an Wolfgang Böhme vermietet. „Ich bin davon aufgewacht, dass ich das Martinshorn gehört habe“, erzählt er. Sofort lief er hinaus, noch im Schlafanzug. „Da brannte es schon lichterloh“, so Dillmann.

Franz Josef Dillmann.
Franz Josef Dillmann. | Bild: Mommsen, Kerstin

„Wir konnten nichts mehr machen, die Strahlungshitze allein war unglaublich.“ Die Holzhalle habe wie Zunder gebrannt.

„Da ist man einfach nur noch sprachlos“
Franz Josef Dillmann

Auch am Morgen danach kann er noch nicht wirklich glauben, was da wenige Meter neben seinem Haus passiert ist.

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