Sie waren so erleichtert, dass sie nach der Gründer-Show noch ein Bier tranken und dann sofort ins Bett fielen. "Es war schon eine ziemliche Achterbahn in der Sendung", sagt Benjamin Rudolph, Geschäftsführer von "eMovements". Das Stuttgarter Start-Up-Unternehmen stellte in der Vox-Show "Die Höhle der Löwen" "ello" vor, einen Rollator mit Elektroantrieb. Mit Erfolg: Gleich mehrere Investoren wollten bei der Firma einsteigen. Den Antrieb von "ello", einen Elektromotor in den beiden Hinterrädern, hat die Friedrichshafener Firma Kern entwickelt.

Max Keßler, Benjamin Rudolph und Matthias Geertsema haben den elektrischen Rollator "ello" entwickelt.
Max Keßler, Benjamin Rudolph und Matthias Geertsema haben den elektrischen Rollator "ello" entwickelt. | Bild: emovements GmbH

Drei Angebote für "ello"

"Das war anfangs nicht so klar. Wir sind überzeugt reingegangen, wir waren sicher, dass 'ello' überzeugt", sagt Rudolph. "Aber zwei Investoren sind gleich ausgestiegen, da kamen wir schon ins Schwitzen." Dann kamen drei Angebote. Die Gründer berieten sich und verhandelten nach. Schließlich gingen sie mit 400 000 Euro Startkapital für 30 Prozent der Firmenanteile aus der Sendung. Ihre Investoren Georg Kofler und Carsten Maschmeyer stellen ihnen darüber hinaus 400 000 Euro sogenanntes "Working Capital" zur Verfügung. "Das ist ein zweckgebundenes Darlehen, das wir für den Ausbau unseres Lagers brauchen", sagt Rudolph.

Mit einem Eletromotor der Häfler Firma Kern fährt "ello" in konstanter Geschwindigkeit – ob bergab oder bergauf.
Mit einem Eletromotor der Häfler Firma Kern fährt "ello" in konstanter Geschwindigkeit – ob bergab oder bergauf. | Bild: emovements GmbH

Schieben bergauf und Bremsen bergab nun überflüssig

Mit dem Geld können die Jungunternehmer Max Keßler, Matthias Geertsema und Benjamin Rudolph jetzt durchstarten. "Wir werden auch in den Vertrieb investieren und in Entwicklungsmaßnahmen, um die Herstellungskosten zu senken", sagt Rudolph. Seit zwei Jahren tüfteln die drei an "ello". Ihre Großmütter brachten sie auf die Idee. Die hatten Schwierigkeiten, mit ihren Rollatoren die Steigungen der Schwäbischen Alb oder die Berliner Busstufen zu überwinden. Der Rollator mit Elektroantrieb fährt nicht nur mit konstantem Tempo bergauf und bergab und macht damit Schieben bergauf und Bremsen bergab überflüssig. Er verfügt auch über eine automatische Bremse, Notruf, Beleuchtung, Reflektoren, Hupe und eine Kippfunktion für Bordsteine und Busstufen. Den Antrieb, einen Elektromotor in den beiden Hinterrädern, hat die Friedrichshafener Firma Kern entwickelt. 100 "ellos" sind bereits verkauft.

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Die drei Jungunternehmer wollen sich jetzt zwar auf die Weiterentwicklung und den Vertrieb von "ello" konzentrieren. Neue Ideen haben sie aber auch. Den Prototyp für "Ebby", einen Kinderwagen mit Elektroantrieb, gibt es schon.