Der Jazzsaxofonist Bastian Brugger, die Drehbuchautorin Nadine Gottmann und die bildende Künstlerin Romina Abate werden mit dem Friedrichshafener Künstlerförderpreis 2017 ausgezeichnet. Das hat der Kultur- und Sozialausschuss in seiner heutigen Sitzung beschlossen. Die Verleihung des mit insgesamt 12 000 Euro dotierten Preises findet am Freitag, 15. September, im Kiesel statt.

"Mit dem Förderpreis setzt die Stadt an einer Stelle an, an der junge Künstler in ein Vakuum fallen – dem Übergang von der Hochschule in die freischaffende Tätigkeit." Mit diesem Worten leitete Franz Hoben, Mitglied der siebenköpfigen Jury, im Ausschuss seine Vorstellung der drei ausgewählten Kandidaten ein. Zur Haltung der Jury sagte er: "Wir erwarten Qualität, aber noch nicht Vollendung. Wir erwarten Ideen, offene Blicke, Hör- und Denkweisen." Anforderungen, die alle drei erfüllen. 

Bastian Brugger etwa, den jeder kennt, der Jazzkonzerte in Friedrichshafen besuchte. Brugger, 1991 in Friedrichshafen geboren und Schüler des GZG, spielte im New Jazzport Orchesta und nahm an vielen Jamsessions teil. Vorbereitet von Florian Loebermann, gelang ihm die Aufnahme an die Staatliche Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Stuttgart, wo er seit 2013 Jazz/Pop mit dem Hauptfach Saxofon studiert. Die klassische Moderne reflektiert er ebenso wie den Funk der Gegenwart, seine Bandbreite reicht von Cool Jazz über Bigband-Swing bis Hop-Hop.
 

Bastian Brugger ist ein vielversprechender Jazzsaxofonist. Unter anderem wirkte er beim New Jazzport Orchestra mit.
Bastian Brugger ist ein vielversprechender Jazzsaxofonist. Unter anderem wirkte er beim New Jazzport Orchestra mit. | Bild: Kulturbüro Friedrichshafen

Nadine Gottmann, 1985 in Friedrichshafen geboren, wuchs in Ulm auf und arbeitet als Drehbuchautorin an der Schnittstelle von Literatur und Film. An der Uni Köln studierte sie Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft sowie Philosophie, danach an der Filmuniversität "Konrad Wolf" in Babelsberg Drehbuch/Dramaturgie. Drehbücher für Thriller oder Science Fiction, aber auch Komödie und Dokumentarfilm zeigen ihre Vielseitigkeit. Zur Hauptsendezeit strahlte die ARD im Mai die Komödie "Ponyhof/ Das Leben ist kein Wunschkonzert" aus, zu dem sie das Drehbuch schrieb.
 

Nadine Gottmann wird für ihre Arbeit als Drehbuchautorin ausgezeichnet.
Nadine Gottmann wird für ihre Arbeit als Drehbuchautorin ausgezeichnet. | Bild: Kulturbüro Friedrichshafen

Romina Abate, 1982 in Friedrichshafen geboren, besuchte das Droste-Hülshoff-Gymnasium, studierte Kunstpädagogik und Bildende Kunst in Kassel und verließ die Kunsthochschule als Meisterschülerin. "Sie verbindet Fotos, Videos, Zeichnungen, Performances und Installationen, in denen sie all diese künstlerischen Materialien einfügt", so Franz Hoben. "Außerdem sammelt sie für ihre Installationen Material – alles, was sie vorfindet", so Hoben weiter. Ihre Installationen wirkten wie eine Versuchsanordnung. "Sie beschäftigt sich mit Perspektivwechseln, mit Ambivalenzen", so Hoben. Abate stelle die Frage, welche Bilder wir uns von der Welt machen, wie die Dinge ihre Zuschreibung erhalten und welche Wirkungen sie entfalten. "Ihre Kunst hat neben der sinnlichen immer auch eine intellektuelle Komponente."
 

Romina Abate erhält den Förderpreis in der Sparte "Bildende Kunst" .
Romina Abate erhält den Förderpreis in der Sparte "Bildende Kunst" . | Bild: Minu Lee

Bei der Preisverleihung im Kiesel werden die Preisträger ihre Professionen ganz konkret vorstellen.