Im Parkhaus am See in Friedrichshafen standen am Sonntagmorgen nach 5 Uhr mehrere Fahrzeuge in Flammen. Die Häfler Feuerwehr war nach Schilderung von Stadtbrandmeister Louis Laurösch gerade mit dem ersten Einsatzfahrzeug im Bereich der Tiefgarage, als die Schaufensterscheibe des Geschäfts in der Karlstraße platzte und Flammen aus dem Laden schlugen.

Auf drei Parkebenen sind im Parkhaus am See insgesamt sechs Fahrzeuge ausgebrannt.
Auf drei Parkebenen sind im Parkhaus am See insgesamt sechs Fahrzeuge ausgebrannt. | Bild: Stadtverwaltung Friedrichshafen

„Im ersten Moment haben wir mit einem Fahrzeug erste Löschmaßnahmen an beiden Stellen vorgenommen und dann entsprechend nachgefordert", so Laurösch. Letztlich waren es seinen Angaben nach um die 90 Feuerwehrkräfte, die am frühen Sonntagmorgen in der Innenstadt im Einsatz waren, weitere 30 waren in der Feuerwache. Rettungsdienste und Sanitätseinheit seien mit mehr als 50 Einsatzkräften vor Ort gewesen.

Einsatzleitung auf dem Adenauerplatz
Einsatzleitung auf dem Adenauerplatz | Bild: Christina Bömelburg

Polizei geht in beiden Fällen von Brandstiftung aus und sucht Zeugen

Wie genau es zu den Bränden kam, ist derzeit noch nicht bekannt. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen. Derzeit geht die Polizei allerdings davon aus, dass beide Brände mutwillig gelegt wurden, wie Polizeisprecher Markus Sauter am Morgen erklärte. Wer gegen 5 Uhr Verdächtiges in der Karlstraße oder der Umgebung beobachtet hat, wird gebeten, sich mit der Polizei in Verbindung zu setzen: Telefon 0 75 41/70 10.

Beide Brände führten Stadtbrandmeister Louis Laurösch zufolge zu massiver Rauchentwicklung. „Wir mussten viele Atemschutzträger einsetzen“, so Laurösch. Dabei sei auch auf Unterstützung durch die Wehren aus den Nachbargemeinden Immenstaad, Eriskirch und Markdorf zurückgegriffen worden.

Im Parkhaus am See sind am Sonntagmorgen mehrere Autos in Brand geraten.
Im Parkhaus am See sind am Sonntagmorgen mehrere Autos in Brand geraten. | Bild: Bömelburg, Christina

Geschäft vollständig ausgebrannt, Haus unbewohnbar

Aus dem betroffenen Haus in der Karlstraße, in dem mehrere Wohnungen sind, wurden insgesamt acht Personen evakuiert. Vier der Bewohner mussten nach Polizeiangaben vor Ort vom Rettungsdienst mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung behandelt werden. Während des Einsatzes musste außerdem ein Feuerwehrmann wegen Kreislaufproblemen ärztlich behandelt werden.

"Das Geschäft ist im Erdgeschoss vollständig ausgebrannt", erklärt Markus Sauter. "Das ganze Gebäude ist momentan nicht mehr bewohnbar", sagt Louis Laurösch. Die Tiefgarage sei abgesperrt und werde es auch sicher noch den Sonntag über bleiben. Fahrzeughalter, die ihren Wagen im Parkhaus am See stehen haben, können sich an das Stadtwerk am See wenden, Telefon 01 75/2 95 52 21.

Einsatzkräfte der Feuerwehr sichern am Vormittag das vollkommen zerstörte Geschäft in der Fußgängerzone.
Einsatzkräfte der Feuerwehr sichern am Vormittag das vollkommen zerstörte Geschäft in der Fußgängerzone. | Bild: Bömelburg, Christina

Lagerhalle beim Stadtbahnhof brennt gegen Mitternacht aus

Die Brände in den frühen Morgenstunden waren für die Feuerwehr nicht der erste Einsatz in dieser Nacht. Als die Einsatzkräfte alarmiert wurden, hatten sie nach Angaben von Stadtbrandmeister Louis Laurösch gerade erst einen Löscheinsatz beendet. Gegen Mitternacht sei eine größere Lagerhalle der Bahn in der Nähe des Stadtbahnhofs ausgebrannt. Auch hier kam es zu starker Rauchentwicklung. Das nahe Franziskuszentrum musste einer Mitteilung der Stadtverwaltung zufolge in der Nacht entraucht und belüftet werden. Verletzt wurde niemand.

Vandalismus in der Schanzstraße

Ebenfalls in der Nacht zum Sonntag versuchte ein Unbekannter, mit einem Blumenkübel die Schaufensterscheibe des Waffenladens in der Schanzstraße einzuwerfen, wie Markus Sauter bestätigt. Ob ein Zusammenhang mit den Brandstiftungen bestehe, sei derzeit noch völlig ungeklärt.

 

 

 

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