Was wollte uns Dieter Nuhr mitgeben? Dass wir aufhören sollen mit dem Umweltschutz, dass die AfD ein Haufen gestörter "Idioten" ist oder dass Religion und Hömöopathie ja schön sind, vorausgesetzt man glaubt an deren Wirken. Der bundesweit erfolgreiche Kabarettist durchschritt im Parforceritt viele Themen, die die Republik derzeit oder in jüngster Vergangenheit bewegen.

Feinstaub, beziehungsweise Stickoxid, sei eine hochgeschaukelte Idee der Deutschen Umwelthilfe, eines Vereins "mit wenigen Mitgliedern, aber gesponsert von der Autoindustrie, die auf Hybrid setzt". Die explodierenden Kosten des Bahnhofs Stuttgart 21 seien allein auf die Umsiedlung von Salamandern zurückzuführen, aus denen man besser, so Nuhr, "Handtaschen" gemacht hätte. Und die Eltern von heute, seien so darauf bedacht, ihre vielfach "fetten Kinder" zu beschützen, dass diese gar nicht mehr die Gelegenheit hätten, selbstständig zu werden, sondern das Schicksal hätten, einfach nur blöd zu werden. Lieblings-Angriffsziel für Nuhr waren aber die "Deppen" von der AfD, denen man am Besten eine Burka mit Schallschutz überstülpen sollte, Beatrix von Storch sei einfach eine Nachahmung von Goebbels.

 

Kritik an den Medien

Auch die Medien bekamen ihr Fett weg: "Der Spiegel ist eine Papier gewordene Depression", so Nuhr. Am schlimmsten seien aber die "Irren und Trottel", die die sozialen Netzwerke für sich entdeckt hätten und zu allem und jedem meist idiotische Kommentare ablieferten. "Früher hatten Idioten genau einen Follower, nämlich den Wirt der Kneipe, in der sie einsam abends ihr Bier tranken". Heute ersaufe man dagegen in hohlen Kommentaren, Bildern einer grauenhaften Welt und Videos von allem und jedem.

Die ewige Nörgelei der Deutschen hat Nuhr satt. "Die Unzufriedenheit in diesem Land geht mir auf den Sack", so der 57-Jährige. Seine Generation sei die erste in Deutschland, die ohne Krieg aufwachse, der Rhein sei früher dreckig gewesen und auch die Luft schlechter. Aber das merke ja längst keiner mehr, weil ständig eine Hysterie die nächste jage und wir längst das Staunen verlernt hätten.

Insgesamt blieb Nuhr an diesem kurzweiligen Abend aber auffallend zahm. Offenbar muss er Themen finden, die jeden irgendwie ansprechen, aber niemand so richtig vergrätzen, immer wieder gewürzt mit anzüglichen Witzen zum Auflockern. Einzige Ausnahme blieben AfD-Anhänger und der militante Islamismus, der Frauen den Schleier aufdrücke und Mädchen verbiete, sich ihren Partner selbst auszusuchen. Zum Schluss rief Dieter Nuhr dazu auf, die Zukunft zu gestalten, anstatt sie immer nur verhindern zu wollen. "Die Frage ist: kommt die Zukunft mit oder ohne uns?", damit entließ er das Publikum.