Bevor die Öffentlichkeit im Juli 2017 davon erfuhr, dass die geschichtsträchtige Landshut nach Friedrichshafen kommen sollte, war hinter den Kulissen schon monatelang darum gerungen worden. Der damalige Außenminister Sigmar Gabriel hatte im Februar 2017 entschieden, die Maschine nach Deutschland zu holen, noch ohne zu wissen, wohin der Flieger eigentlich gebracht werden könnte. Ende März meldete sich David Dornier bei Gabriels Berliner Büro und schlug den Standort Friedrichshafen erstmals vor.

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Nur wenige Tage später, am 3. April 2017, bekam Gabriel eine E-Mail von dem SPD-Bundestagsabgeordneten Martin Gerster aus Biberach, der sich für Dorniers Vorschlag stark machte. "Ein Ansinnen, das ich gerne unterstütze, gilt die Stadt am Bodensee als Wiege der Luftschifffahrt und bedeutender Standort des Flugzeugbaus", schreibt Gerster. Zuvor war Gerster wiederum von Norbert Zeller, Kreisvorsitzender der SPD Bodenseekreis, angerufen worden, der ihn in der Sache um Unterstützung bat. "Ich hatte von der Idee gehört und so rief ich Gerster an", sagt Zeller heute. Er habe als "Privatperson" um Hilfe gebeten – ein entsprechender Kreisvorstandsbeschluss zur Landshut fiel nämlich erst Monate später.

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Doch im Laufe des Landshut-Sommers 2017 wurde immer klarer, dass man in Berlin eigentlich mit einer finanziellen Beteiligung der Stadt Friedrichshafen gerechnet hatte. Im SPD-Ortsverband erfährt man angeblich erst jetzt, dass sich Gerster für die Zeppelinstadt stark gemacht hatte. Das damalige SPD-Mitglied Frank Labitzke schreibt eine E-Mail an den Genossen Sigmar Gabriel: "Du hast Dich sehr dafür eingesetzt, dass die Landshut nach Friedrichshafen kommt. Für mich und auch andere aus dem OV-Vorstand kam das sehr überraschend." Die Antwort folgt prompt. Sigmar Gabriel höchstpersönlich ruft bei Labitzke an und erfährt angeblich erst jetzt von den Schwierigkeiten in Friedrichshafen. "Er war ziemlich sauer", erinnert sich Labitzke an das Gespräch. "Was machen wir denn jetzt?", soll Gabriel noch gefragt haben.

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Bis heute ist die Finanzierung der Landshut-Ausstellung ungeklärt. Das zuständige Staatsministerium für Kultur (BKM) will laufende Betriebskosten nicht übernehmen. Für die SPD ist klar, wer aktiv werden sollte. "Das ist eindeutig Sache des Kanzleramtes, denn die Landshut-Ausstellung ist im Koalitionsvertrag festgehalten", fordert Zeller.

Die Landshut bei ihrer Ankunft in Friedrichshafen.
Die Landshut bei ihrer Ankunft in Friedrichshafen. | Bild: Kerstin Mommsen