Digitalisiert und farblich aufgearbeitet, aber immer noch dieselben faszinierenden Landschaftsaufnahmen: Zahlreiche Besucher haben am Dienstagabend die Wiederaufführung des Films "Die Fischerin vom Bodensee" verfolgt. Und das vor einer ganz besonderen Kulisse: auf der Autofähre Euregia vor Friedrichshafen.

Landschaft noch weitgehend unverbaut

Der deutsche Heimatfilm aus dem Jahr 1956 zeigt die damals noch weitgehend unberührte Landschaft am Bodensee. Ein besonderer Augenmerk liegt dabei auf Meersburg. Dort lassen sich zahlreiche alte Gebäude erkennen, die es noch heute gibt. Aber auch Friedrichshafen, Hagnau, Immenstaad und Unteruhldingen spielen eine Rolle. Neben den Orten zeigt der Film badisches Kulturgut wie etwa die Meersburger Knabenmusik. Denn Musik hat den Heimatfilm ganz entscheidend geprägt. Das Lied "Fischerin vom Bodensee" war für den Streifen titelgebend und ist bis heute bekannt. So ist es kein Wunder, dass das Publikum am Ende des Films die Initiative ergreift und laut mitträllert.

Meersburg im Jahr 1956: Ein Szenenbild aus "Die Fischerin vom Bodensee".
Meersburg im Jahr 1956: Ein Szenenbild aus "Die Fischerin vom Bodensee". | Bild: Beta Film GmbH

Tolle Atmosphäre auf der Autofähre

Dass der schnulzige Liebesfilm aber mehr zu bieten hat, als schöne Landschaftsaufnahmen, zeigt manche humorvolle Szene, die einige Lacher auslöst. Kim Schmitz spricht auch deshalb von einem "einmaligen Erlebnis", das neben neben der Atmosphäre auf dem Bodensee ebenfalls der Stimmung im Publikum geschuldet sei: "Ich fand es super, dass alle geklatscht haben, als sich die Protagonisten Hans und Maria geküsst haben. Und dass alle miteinander gelacht haben – alt und jung." Der Immenstaaderin hat aber auch der Film an sich sehr gefallen: "Es war das erste Mal, dass ich ihn gesehen habe. Und es ist einfach super schön, zu sehen, wie es früher am Bodensee aussah." Sie hätte sich gewünscht, dass der Film in Meersburg gezeigt wird. "Hauptdrehort ist eben Meersburg, da wäre es ganz passend gewesen." Einen weiteren Verbesserungsvorschlag hat Michael Merkle. "Live-Musik hätte noch super reingepasst", so der 24-Jährige, der vom Film "positiv überrascht" ist.

Das Kinoplakat "Die Fischerin vom Bodensee" aus dem Jahr 1956 (Ausschnitt).
Das Kinoplakat "Die Fischerin vom Bodensee" aus dem Jahr 1956 (Ausschnitt). | Bild: Beta Film GmbH

Einst erst ab 16 Jahren freigegeben

Der Film wurde vom 23. April bis 1. Juni 1956 vor der Kulisse des Bodensees gedreht. In den Hauptrollen: Marianne Hold, Gerhard Riedmann sowie Annie Rosar und Joe Stöckel. Erstmals lief der Streifen am 24. Juli 1956 im "Universum" in Stuttgart. Kaum zu glauben angesichts des Stoffs aus heutiger Sicht: Man musste mindestens 16 Jahre alt sein, um sich den Streifen im Kino anschauen zu dürfen. Später wurde die Altersfreigabe heruntergesetzt: "ab 6 Jahre".

Weitere Termine im Internet: http://www.fischerinvombodensee-derfilm.de