Insgesamt 4,5 Kilometer misst der Streckenabschnitt der neuen Bundesstraße 31 in Überlingen. Rund drei Kilometer dieser Strecke sollen laut Jens Kehrer, Projektleiter beim Regierungspräsidium Tübingen, voraussichtlich bis Mai fertig sein. Bereits abgeschlossen sind die Arbeiten an drei von vier Brückenbauwerken. Die letzte Brücke des Streckenabschnitts befindet sich derzeit im Bau. Auch an die im Gebiet der neuen Bundesstraße lebenden Waldtiere wurde gedacht. So gibt es beispielsweise einen Wildtierdurchlass – für Rehe, Hirsche und Co.

"Einen gewissen zeitlichen Puffer hat man bei solch einem Projekt immer eingeplant, deswegen liegen die Arbeiten an der neuen Bundesstraße momentan voll im Zeitplan", sagt Kehrer bei einem Vorort-Termin auf den Baustellen. Im Jahr 2015 war Spatenstich, bis Ende 2019 soll der gesamte Abschnitt fertig sein – passend zur Landesgartenschau, die im darauffolgenden Jahr in Überlingen stattfindet. Neben der Zeit würden auch die kalkulierten Kosten derzeit nicht überschritten. "Eingeplant sind rund 34,2 Millionen Euro, da liegen wir bisher total drin", sagt Jens Kehrer.

 

Bauwerk I

BW1 bei Bau-km 12+840
Bild: Mona Lippisch

Etwa einen Kilometer lang ist der Streckenabschnitt, auf dem das Brückenbauwerk I steht. Lärmschutzwälle werden dort nicht gebaut, denn wie Jens Kehrer erklärt, wurde "die Fahrbahn weiter nach unten gesenkt". Dadurch sind die umliegenden Häuser nicht vom Lärm betroffen. In der Mitte der Fahrbahn werden außerdem in manchen Bereichen der B31 sogenannte Schlitzrinnen eingebaut – damit das Wasser bei Regen von der Straße ablaufen kann.

Bauwerk II

 

Video: Achim Mende

 

Hier erkennt man das Bauwerk II. Links aus dem Streckenabschnitt heraus ist die Owingerstraße zu sehen. Weil im Bereich der neuen Bundesstraße einige Wildtiere queren, wurde neben Brücken auch ein Amphibientunnel gebaut. "Insgesamt neun solcher Tierdurchlässe gibt es auf dem Streckenabschnitt. Die Tunnel führen unter der Straße durch", erklärt Kehrer. Außerdem ist eine Regenwasserbehandlungsanlage aufgestellt worden, die dem Schutz der Vorfluter dient.

Versickerungsanlagen reinigen die Fahrbahn von Verschmutzungen. Unten in der Anlage befindet sich Sand, der das Wasser reinigt. Das saubere Wasser wird dann einem Bach oder ähnlichem natürlichen Gewässer – hier dem Neuweiher (links) – zugeführt. "Es gehört zu den Vorgaben des Landes, dass das Regenwasser entweder versickern kann oder gesammelt werden muss", sagt Kehrer.

Bauwerk III

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Bild: Mona Lippisch

Fußgänger und Radfahrer haben künftig die Möglichkeit, mithilfe des Bauwerks III, einer Brücke, über die neue Bundesstraße 31 zu gelangen. Das Bauwerk soll voraussichtlich im Mai fertiggestellt werden. "Während des Frostes und der Kälte in den vergangenen Wochen konnten die Arbeiten auf der Baustelle nicht fortgesetzt werden", sagt Jens Kehrer. Wie er erklärt, sei die Durchsetzung eines solchen Projektes stets vom Wetter abhängig. Derzeit werde wieder fleißig gearbeitet.

Regenwasserbehandlungsanlage II

RWB2 bei Bau-km 14+700
Bild: Mona Lippisch

Insgesamt zwei Regenwasserbehandlungsanlagen gibt es auf dem Streckenabschnitt der neuen Bundesstraße in Überlingen. Eine davon ist auf diesem Bild zu sehen. Derzeit muss noch der Überbau der Anlage abgedichtet werden – das heißt, Arbeiter bringen Abdichtungsbahnen an. "Auch hier gibt es natürlich Arbeitstemperaturen, die eingehalten werden müssen. Bei so kalten Temperaturen, wie wir sie in den vergangenen Wochen teilweise hatten, konnten die Bauarbeiter leider nichts machen", sagt Kehrer.

Doch das würde dem Zeitplan nichts ausmachen. Sind die Abdichtungsbahnen angebracht, werden sogenannte Kappen betoniert. "Abschließend kommt dann später das Geländer drauf", blickt Kehrer auf die anstehende Arbeit in den kommenden Wochen. Wie der Projektleiter erklärt, dauert es bis zur Fertigstellung der Regenwasserbehandlungsanlage nicht "mehr allzu lange".

Richtung Stockach

 

Video: Achim Mende

 

Auf diesem Video, das mit einer Drohne aus der Luft aufgenommen wurde, sieht man rechts den Neuweiher mit Blick in Richtung Stockach. Achim Mende und Julius Hiller haben sich für den SÜDKURIER auf den Weg gemacht, um einige Abschnitte der neuen B31 aus der Luft zu filmen. Entlang der Straße werden später Zäune aufgestellt, damit Waldtiere nicht über die Straße laufen. "Neben einem Tunnel haben wir auch eine Brücke für die Tiere gebaut", sagt Jens Kehrer.

Knotenpunkt L195

 

Video: Achim Mende

 

Die Brücke V am Knotenpunkt L195 ist bereits fertiggestellt. Davor hat das Bauwerk Jens Kehrer und Matthias Mews, Dienststellenleiter der Bauleitung Überlingen, allerdings vor ein Problem gestellt. "Dadurch, dass die Straße die Haupteinflussautostrecke nach Überlingen ist, mussten wir den Verkehr irgendwie am Bauwerk vorbeiführen", erklärt Kehrer, "Es war schwierig, weil wir dort die Kreuzung haben. Deswegen mussten wir das mit einem großen Kreisel außenrum lösen. Das war bisher wirklich das spannendste an der Baustelle."

Am Knotenpunkt endet der Bauabschnitt, für den das Regierungspräsidium Tübingen derzeit zuständig ist. Die Asphaltierungsarbeiten in diesem Bereich sollen bis Ende April abgeschlossen sein. Insgesamt ist der Projektleiter sehr zufrieden mit dem Ablauf der Bauarbeiten. "Die Firmen ziehen gut mit und wir können wirklich zufrieden sein", sagt er.

Videos: Achim Mende & Julius Hiller