Eine ganz besondere Ehrung des Landes Baden-Württemberg hat Diakon Wolfgang Knüfer aus Friedrichshafen erhalten. Im Namen von Ministerpräsident Winfried Kretschmann überreichte ihm Bürgermeister Andreas Köster die Staufermedaille.

"Nie Dienst nach Vorschrift"

"Sie haben Ihre Augen aufgemacht und dorthin geschaut, wo andere wegschauen", sagte Köster. Bis 1994 war Knüfer Sachbearbeiter im Amt für öffentliche Ordnung der Stadt Friedrichshafen. Er schied auf eigenen Wunsch aus, um sich als Diakon nur noch karitativen und sozialen Aufgaben zu widmen. Wolfgang Knüfer baute das Sozialdiakonat, das heutige Stadtdiakonat, als Anlaufstelle für Menschen in Notlagen auf. "Ihr Handeln war immer ganz nah am Menschen. Sie waren rund um die Uhr für sie da und Sie haben sich weit über das Erwartete hinaus engagiert", lobte Köster. Dienst nach Vorschrift habe es für Knüfer nicht gegeben.

"Sie lösten Probleme kreativ, pragmatisch, unkonventionell und gewissenhaft." So habe er zusammen mit Schwester Baptista beispielsweise die positive und lebensbejahende Atmosphäre in der Herberge geprägt. Dem Stadtdiakonat habe er eine Seele gegeben.

Schon 800 000 Euro für "Häfler helfen"

Mitinitiiert hat Knüfer auch die Aktion "Häfler helfen", für die bis heute mehr als 800 000 Euro gespendet und an die Armen der Stadt verteilt wurden. Bis heute engagiere er sich täglich für die Menschen und setze sich beispielhaft für andere ein. "Für Sie zählt Weichheit statt Härte, Solidarität statt Ausgrenzung und Menschlichkeit statt Verachtung", dankte Köster.

"Mit seiner Arbeit im besten Sinne viele angesteckt"

Dekan Bernd Herbinger hob hervor, dass Knüfer immer genau den Menschen im Blick hatte, den er gerade vor sich hatte. "Du hast nie jemanden weggeschickt, weil du vielleicht schon auf den Nächsten eingestellt warst, der ebenfalls Hilfe braucht." Im besten Sinne habe er mit seiner Arbeit viele angesteckt. Wolfgang Knüfer freute sich besonders, dass sich die soziale Aktivität in Friedrichshafen so stark entwickelt habe. "Ich danke allen Bürgern, die sich um andere kümmern", sagte der Träger der Staufermedaille. Die Ehre gebühre dem dreifaltigen Gott, der Menschen zu einer positiven Zukunft verhelfe.