Leuchtend hell hebt sich der Sopran in den Raum, warm und dunkel unterstreicht die Antwort des Alts die Melancholie, mit der die Mädchen in Borodins „Polowetzer Tänzen“ ihr Heimweh besingen. Plötzlich ändert sich der Rhythmus, temperamentvoll bejubeln die Sänger den Khan. Chorleiter Joachim Trost unterbricht: „Sie haben so eine schöne Gegenmelodie, lassen Sie die ruhig aufblühen“, ermuntert er den Alt, mahnt bei den Männern einen stabileren Grundton an und beginnt von vorn.

Der Philharmonische Chor Friedrichshafen probt für seine Operngala am 24. November mit Chören, Ouvertüren und Arien von Bizet über Mussorgsky bis Wagner. „In den letzten Jahren haben wir mit Erfolg große Oratorienwerke aufgeführt, da kam die Idee, mal etwas anderes zu machen“, sagt der Vorsitzende Oskar Rapp.

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Trost verspricht ein „musikalisches Fest“

Trost sagt: „Die Emotion ist der Nährboden der Oper, bei der Vielfalt prachtvoller Chore und feinfühliger Arien wird ein Opernabend zu einem musikalischen Fest.“ Der Chor freut sich vor allem auf Werke wie den Marsch aus Bizets „Carmen“, das „Silentium“ aus Wagners „Lohengrin“ oder die russischen Stimmungsbilder.

Mehrfach preisgekrönte Solisten

Die Südwestdeutsche Philharmonie Konstanz begleitet den Chor, als Solisten hat er zwei mit dem Emmerich-Smola-Förderpreis ausgezeichnete Sänger gewonnen. Aleksandra Jovanovic aus Serbien singt an der Wiener Staatsoper die „Königin der Nacht“, in Friedrichshafen gibt sie unter anderem Norinas Arie „Quel guardo il cavaliere“ aus „Don Pasquale“ von Donizetti. Der portugiesische Bariton André Baleiro gewann auch den Internationalen Robert-Schumann-Wettbewerb, er verbreitet als Figaro aus Rossinis „Barbier von Sevilla„ Optimismus. Aus den USA kommt der preisgekrönte Belcanto-Tenor Arthur Espiritu und beklagt weiblichen Wankelmut mit „La donna e mobile“ aus Verdis Rigoletto. Den Abend moderiert der aus SWR und 3sat bekannte Markus Brock.