Ein Croissant oder Rosinenbrötchen. Dazu ein frischer Kaffee und ein offenes Ohr. Am Wochenende ist die sechste Auflage der Frühstücksbus-Tour des Vereins Frühlingserwachen zu Ende gegangen. Eine Woche lang lud das Team an unterschiedlichen Stellen dazu ein, ins Gespräch zu kommen. Die Themen waren dabei so verschieden, wie die Besucher selbst.

Die Palette reichte von der Politik, über den Straßenverkehr, bis hin zu persönlichen Problemen. „Wir bemühen uns immer, neutral zu bleiben“, betont Vereinssprecherin Lena Reiner. Auch bei extremen Meinungen mancher Menschen sei es wichtig zuzuhören, da sich dahinter oft echte Sorgen befinden, so Reiner. „Durchschnittlich hat jeder Helfer an einem Tag zehn Gespräche geführt“, erzählt sie. Die Frequenz hing aber stark vom Wetter ab. Bei schlechtem Wetter kommen vor allem auf diejenigen, die unbedingt mit jemandem sprechen wollen.

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Neu mit dabei war Pastoralreferent Philip Heger. „Ich finde die Initiative toll“, begründet er seinen Entschluss, dem Team beizutreten. „Der Frühstücksbus lädt dazu ein, dass man sich hinhockt und ins Gespräch kommt.“ Er sieht darin ein Angebot, einander zuzuhören und die Möglichkeit, eine Gemeinschaft zu bilden. „Es geht darum, Brücken zu bauen“, so Heger. „Das deckt sich gut mit meinem Beruf.“

Philip Heger im Gespräch. Der Pastoralreferent ist neu im Frühstücksbus-Team.
Philip Heger im Gespräch. Der Pastoralreferent ist neu im Frühstücksbus-Team. | Bild: Lange, Tobias

Lobende Worte für die Initiative fand Yalcin Bayraktar, Leiter des Amts für Soziales, Familie und Jugend der Stadt. Der Dialog sei „heute wichtiger denn je“, sagte er. „Streitgespräche sind gut, wenn man friedlich auseinander geht.“ Er freut sich, dass viele städtische Mitarbeiter mit dabei sind. Bayraktar selbst war zwar nicht bei jedem Frühstückbus dabei, doch die Berichte brachten auch ihn ins Grübeln. So habe es spannende Begegnungen zwischen Kirchengängern und Hundebesitzern in der Nikolauskirche gegeben. Das habe bei ihm die Frage aufgeworfen, ob Hunde eigentlich in der Kirche erlaubt sind. „Ob es Gott so wollte, dass Hunde nicht in die Kirche dürfen?“, fragt er. Darüber könnte man auch mal sprechen.

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