Die Ermittlungen der Kriminalpolizei zu dem Angriff auf eine junge Frau im Fallenbrunnen dauern an. Der 21-Jährige, der seiner 16-jährigen Ex-Freundin in der Nacht zum vergangenen Sonntag gegen 2 Uhr mit einem Messer lebensgefährliche Verletzungen zugefügt haben soll, war für die Polizei schon zuvor kein Unbekannter, bestätigt Markus Sauter auf Anfrage. Dem Polizeisprecher zufolge sind an den Tagen unmittelbar vor dem Wochenende drei Vorfälle aktenkundig.

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Polizei erteilt zwei Platzverweise

Nachdem die Jugendliche die Beziehung beendet hatte, drohte der junge Mann am Donnerstagabend vergangener Woche telefonisch einer Freundin der 16-Jährigen, teilt Sauter mit. Später klopfte der 21-Jährige mit Fäusten und Füßen gegen die Tür der Wohnung, in der sich besagte Freundin zu diesem Zeitpunkt aufhielt. Ein in der Folge erteilter Platzverweis hielt ihn nicht davon ab, am frühen Freitagmorgen auf dem Balkon der Wohnung seiner Ex-Freundin zu randalieren.

Bei insgesamt zwei Fahndungen im Laufe des Freitags konnte der Mann, der später bei der 16-Jährigen geklingelt und geklopft haben soll, nicht ausfindig gemacht werden. Polizisten brachten die Jugendliche allerdings zu einer Freundin. Telefonisch wurde dem 21-Jährigen anschließend ein dreitägiger Platzverweis für das Umfeld der Wohnung der 16-Jährigen erteilt. Außerdem baten Polizisten den Vater des Ex-Freundes, entsprechend auf seinen Sohn einzuwirken, so Sauter.

Tags darauf eskalierte eine Aussprache

Einen Tag später kam es zu der folgenschweren Begegnung im Fallenbrunnen. Nach ersten Erkenntnissen der Ermittlungsbehörden ging der auf einem Parkplatz eskalierten Aussprache ein zufälliges Treffen in einer Diskothek voraus. Die Jugendliche erlitt in jener Nacht lebensgefährliche Verletzung, zwischenzeitlich hat sich ihr Zustand nach Polizeiangaben stabilisiert. Der 21-Jährige, der nach dem Angriff zu Fuß flüchtete, kam am Sonntagnachmittag mit einem Verwandten zur Polizei und stellte sich den ermittelnden Kriminalbeamten. Er befindet sich in Untersuchungshaft.

Anklagegrund von Ermittlungsergebnis abhängig

Die Frage, ob die Begegnung in der Diskothek tatsächlich dem Zufall geschuldet war, gehört zu jenen, mit denen sich die Kriminalpolizei beschäftigt, sagt Markus Sauter. Auch zu weiteren Details, wie der Tatwaffe will er sich zum derzeitigen Stand der Ermittlungen nicht äußern. Am Sonntagabend hatten Polizei und Staatsanwaltschaft von einem "mitgeführten Messer" berichtet.

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Aktuell wird dem 21-Jährigen versuchter Totschlag vorgeworfen. Ob er auch deswegen angeklagt wird oder die Staatsanwaltschaft die Ereignisse im Fallenbrunnen letztlich noch anders einstuft, hängt von den Erkenntnissen der für diesen Fall eingerichteten Ermittlungsgruppe ab. Anklage erhoben wird erst, wenn die Kriminalpolizei ihre Akten übergibt.