Das Klangschiff am Häfler Bodensee-Ufer bleibt erhalten. Das hat gestern Abend der Kultur- und Sozialausschuss beschlossen. Das weitere Vorgehen wird im Finanz- und Verwaltungsausschuss besprochen, wo dann auch über die notwendigen Kosten von rund 55 000 Euro diskutiert werden muss. „Das sind dann vermutlich außerplanmäßige Ausgaben“, sagte Bürgermeister Andreas Köster.

Die Verwaltung hatte zuvor in einem Bericht auf den maroden Zustand des Kunstwerks von Helmut Lutz hingewiesen. Die aus Metall gefertigte Skulptur wurde bis 2013 auch als Bühne für kulturelle Veranstaltungen genutzt, wurde aber dann aus Gründen der Sicherheit gesperrt. „Da sind Schweißnähte aufgeplatzt und in die Standbeine ist Seewasser eingedrungen“, erklärte Friederike Lutz von der städtischen Koordinierungsstelle Kunst. Begutachtungen durch Handwerker und durch einen Statiker haben ergeben, dass mit Kosten von rund 55 000 Euro zu rechnen sei, sollte die Skulptur an ihrem derzeitigen Ort erhalten bleiben. „Der Bericht fiel so schlecht aus, wir konnten nicht einmal mehr Bauhof-Mitarbeiter auf das Klangschiff lassen“, ergänzte Lutz. Ein notwendiger Korrosionsschutz dürfe wegen des Umweltschutzes nicht mehr aufgetragen werden, weshalb Gutachter der Skulptur eine Haltbarkeit von noch rund 20 Jahren voraussagen.

„Über 20 Jahre gerechnet sind 55 000 Euro nicht viel Geld“, sagte Hans-Joachim Bauer (CDU) und Joachim Krüger (Freie Wähler) betonte: „In diesen Zeiten ist es wichtig und wertvoll, ein Zeichen des Friedens zu erhalten.“ Diskussionen gab es lediglich in Sachen Sicherheit: „Einerseits haben wir den Punkt der Verkehrssicherheit, andererseits die Verbindung zur Partnerstadt Sarajevo, das ist ein Dilemma. Die Sicherheit macht mir Sorgen. Lassen sie da mal ein Kind runterfallen“, argumentierte Dagmar Hoehne (Freie Wähler). Christine Heimpel von der SPD sah in diesem Punkt die Häfler in der Mitverantwortung: „Es gibt viele Punkte in der Stadt wo eine potenzielle Gefahrenquelle besteht. Eine vollständige Sicherung ist schlicht nicht möglich. Ein Stück weit müssen die Menschen auch Eigenverantwortung übernehmen.“ Im Falle einer Ablehnung durch den Kultur- und Sozialausschuss hatte sich der Geschäftsführer Michael Zupritt aus Hilzingen angeboten, das Klangschiff kostenlos abzubauen und auf seinem Firmengelände aufzustellen. Er habe am Klagschiff lediglich künstlerisches Interesse, erklärte er.

 

Das Klangschiff

Im August 2011 hat der Künstler Helmut Lutz seine Skulptur „Im Augenblick“, der Stadt Friedrichshafen übergeben. Schnell etablierte sich hier der Name „Klangschiff“. Das Werk hat eine weite Reise hinter sich, war in Sarajevo und wurde die Donau hinauf transportiert. Von den Häflern als Bühne für kulturelle Veranstaltungen genutzt, soll das Kunstwerk ein Mahnmal für den Frieden in Europa sein.

Lesen Sie dazu auch:
Ein Friedenszeichen