Richter Max Märkle begründete die Verfahrenseinstellung unter anderem damit, dass die Beweisaufnahme und die Aussage verschiedener Zeugen und Sachverständiger gezeigt haben, dass es sich um eine sogenannte „ordentliche Insolvenz„ gehandelt habe.

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Robert Dittmann und seinem Vater Wilhelm war nach der Einstellung die Erleichterung deutlich anzusehen. Ihre Anwälte hatten die Einstellung des Verfahrens gefordert und immer wieder betont, dass die wirtschaftliche Lage der Werft immer schwieriger geworden sei und immer weniger Schiffe in Auftrag gegeben worden seien. Die Insolvenz der 1919 gegründeten Bodanwerft war bereits 2011 erfolgt, 60 Mitarbeiter hatten damals ihre Arbeitsplätze verloren. Auf dem ehemaligen Werftgelände entstanden dann in bester Seelage rund 120 Wohnungen in mehreren Häusern.

Insolvenzverwalter sagt aus

Am zweiten Verhandlungstag vor dem Tettnanger Amtsgericht hatten ein Wirtschaftsprüfer und dann der Hamburger Insolvenzverwalter Thilo Streck erläutert, dass es sich bei der Insolvenz der Bodanwerft-Gruppe um eine ordentliche Insolvenz gehandelt habe. „Ich sehe keine Anhaltspunkte für einen späten Insolvenzantrag“, so Streck. Lilo Rademacher, ehemalige erste Bevollmächtigte der IG Metall Friedrichshafen-Oberschwaben, erklärte als Zeugin im Prozess: „Ich wurde schon 2006 darüber informiert, dass es Schwierigkeiten in der Bodanwerft geben soll.“

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Wann und von wem sie dann von der Insolvenz erfahren habe und wer bei welchen Gesprächen und Verhandlungen dabei war, daran konnte sich die frühere Gewerkschafterin allerdings nicht mehr genau erinnern. Ebenfalls Erinnerungslücken hatte auch der ehemalige kaufmännische Leiter der Bodangruppe, Harald Mayer, bei seiner Zeugenaussage.

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Erstaunt sei er über die Ablehnung des Kressbronner Gemeinderats in Sachen Grundstücksverkauf gewesen. „Da war mir klar, dass so schnell kein Geld kommt“, erläuterte Mayer. Der frühere kaufmännische Leiter erklärte vor Gericht auch, dass er an der Ausarbeitung der Grundstücksverträge dann nicht direkt beteiligt gewesen sei.