Veloring-Abschnitte, Rückbauten, Querungshilfen, eine Fußgängerbrücke, dazu Asphaltsanierungen, neue Gehwege und Straßen, ein Parkplatz und Kanalarbeiten – die Liste der städtischen Tiefbau-Maßnahmen, die Stadtbaumeister Wolfgang Kübler am Dienstag vorstellte, ist lang. Hinzu kommen Vorbereitungen für die B31-neu. "In diesem Jahr setzen wir Meilensteine für den Straßenbau", sagte Hans-Jörg Schraitle, Leiter des Amts für Bürgerservice, Sicherheit und Umwelt (BSU) beim Pressegespräch. Das heißt aber auch: Wo gebaut wird, brauchen Autofahrer Geduld. Zwar liegen die Straßenbauarbeiten während der vier größten Messen in Friedrichshafen (Eurobike, Outdoor, Fakuma, Tuning World) still, ansonsten geht es aber vor allem von der Jahresmitte ab zur Sache. "Diese Maßnahmen müssen unbedingt gemacht werden", sagte Kübler. Und das sind die wichtigsten:

  • B31-neu: In der Waggershauser Straße und der Colsmanstraße werden Kanäle verlegt. Im April/Mai soll die Waggershauser Straße für zwei Wochen voll gesperrt werden. Im August soll es im Tunnelbereich Waggershausen losgehen. Die vier Brücken für die B 31-neu Friedrichshafen-West sind bereits in Bau. Der Beginn des Kreisverkehr-Baus in Sparbruck/Schnetzenhausen ist bereits für Oktober terminiert. Teilweise sollen Ersatzstraßen neben den Baustellen eingerichtet werden.
  • Rückbauten: Die Kepler- und Ehlersstraße werden rückgebaut, fahrradfreundlicher und attraktiver gestaltet.
    "Hier sind wir in mehreren Bauabschnitten das ganze Jahr beschäftigt", kündigte Kübler an. Anlieger dürften jedoch dort fahren. Kostenfaktor: Rund 4,3 Millionen Euro.
  • Veloring: Rund zwei Kilometer des Radwegs werden 2017 gebaut, und zwar die Abschnitte Bodenseecenter, Mühlöschstraße und Aistegstraße. Der Spatenstich für den ersten Abschnitt war bereits. Auf der Liste stehen dort auch Querungshilfen.
  • Weitere Radwege: Der Bodenseeradweg, auf Höhe der Zeppelinstraße in Fischbach oberhalb der Schrebergärten, wird im dritten Quartal sechs Wochen lang verbreitert. Auch eine gefährliche Stelle in Jettenhausen wird gelöst: Hier ist im vierten Quartal eine Verbindung vom Frankenweg geplant.
  • Fußgängerbrücke: Die nicht unumstrittene Hängebrücke über die Millionenschlucht (Eckenerstraße) soll eine schnelle Verbindung für Fußgänger und Radfahrer von der Nord- zur Innenstadt im Bereich des Metz-Quartiers schaffen. 2,2 Millionen Euro sind für die Hängebrücke veranschlagt. Stahlseile, die über einen 19 Meter hohen, schräg stehenden Pylon gespannt sind, halten die Fahrbahn. Los geht es Ende des Jahres. Mitte 2018 soll die Brücke stehen.
  • Baugebiete: Auch die Erschließung mehrere Neubaugebiete, wie Ittenhausen Nord II (ab dem 3. Quartal, Dauer: fünf Monate), Pfatthaagäcker II (2. Quartal, Dauer: vier Monate) und Wiggenhausen-Süd III (3. Quartal, Dauer: drei Monate) stehen an.
    Hinzu kommen Maßnahmen von Unternehmen und Privatleuten, wie ein Tiefgaragen-Bau in der Heinrich-Heine-Straße der Städtischen Wohnungsbaugesellschaft oder Arbeiten des Stadtwerks am See.
  • Querungshilfen: Einige lang herbei gesehnte Querungshilfen, also Verkehrsinseln, werden 2017 umgesetzt. Da wäre etwa der Übergang über die Zeppelinstraße, heute noch B31, auf Höhe des Jägerhauses/Spicy Grills. Hier müssen Autofahrer im 3./4. Quartal mit einer halbseitigen Sperrung rechnen. Oder der Übergang in Unterraderach in Richtung Berg. Auch über die Ittenhauser Straße wird ab Oktober eine Querungshilfe gebaut.
  • Zufahrten/Parkplätze: Wo lange Baustellen waren, muss häufig der Straßenbelag erneuert werden. So zum Beispiel die Zufahrt zum Sportpark, wo nun monatelang tonnenschwere Baustellenfahrzeuge unterwegs waren. Am Fischbacher Seebad gibt es einen neuen Parkplatz, unter den Strandbadparkplatz wird ein Regenüberlaufbecken gebaut. "Bis zur Saisoneröffnung sind wir fertig", verspricht Kübler.
  • Kanalarbeiten: Auch verschiedene Kanalarbeiten stehen auf der Liste, allerdings haben diese, so Stadtbauamts-Chef Kübler, oft keine gravierenden Auswirkungen auf den Verkehr. Mit einer großen Ausnahme: Im Bereich der Seestatt müssen die Kanäle aufgrund eines Baufehlers saniert werden. Die Kosten trägt zwar der Bauherr selbst, die Stadt muss die Friedrichstraße aber zwei Wochen lang sperren. Vom 2. Mai ab wird die Straße in beide Richtungen gesperrt. Zeitgleich wird hier noch der heruntergefahrene Fahrbahnbelang erneuert.
  • Sanierungen: Neben der Sanierung in der Friedrichstraße, stehen weitere Asphalterneuerungen an. So in der Merkurstraße in Wiggenhausen und in der Emil-Higgelin-Straße in Kluftern.
  • Private Bauten: Will eine Privatperson in öffentlichem Straßenbereich beispielsweise einen Bagger oder ähnliches aufstellen, muss sie sich das genehmigen lassen. "Das Aufstellen eines Krans hat meist zur Folge, dass der Verkehr um die Baustelle herumgeleitet werden muss", so Hans-Jörg Schraitle, Bürgeramts-Chef. Beim Amt für Bürgerservice gibt es dafür ein Formular zur Erteilung einer verkehrsrechtlichen Anordnung. Handelt es sich um eine Stadtstraße, ist das Verfahren schnell und einfach. Bei Bundes-, Landes- und Kreisstraßen hingegen wird es ein wenig komplizierter. Für Straßensperrungen werden Gebühren fällig.
  • Information: Der SÜDKURIER informiert fortlaufend über Sperrungen und Behinderungen. Die Baustellen können aber auch im Internet unter www.friedrichshafen.deeingesehen werden.

Baustellen-Koordination

  • Die Beteiligten: Stadt, Landkreis, Messe, Stadtwerk, Polizei, Baubetriebsamt, Stadtmarketing und öffentlicher Nahverkehr – sie alle treffen sich, um Straßenbaumaßnahmen zu koordinieren. Wann findet welche Messe, welches Fest statt? Wer muss wann wo sanieren, baggern, aufgraben? All diese Themen werden abgeklärt. "Wir sprechen uns detailliert ab und in der Regel funktioniert das auch sehr gut", erklärt Schraitle, "allerdings kommt es demjenigen, der gerade im Stau steht, nicht so vor."
  • Verkehrsrechtliche Anordnungen: Während es 2015 540 verkehrsrechtliche Anordnungen gab, waren es 2016 bereits 604. Schraitle geht davon aus, dass es dieses Jahr noch mehr werden.
  • Spontane Maßnahmen: Die geplanten, festgezurrten Maßnahmen sind das eine, aber es gibt laut Stadtbauamtschef Kübler erfahrungsgemäß noch eine ganze Reihe von unvorhergesehenen Dingen. Dazu gehören beispielsweise geplatzte Wasserleitungen, Reparaturen und vieles mehr.
  • Zeitpläne: Ob der Zeitplan einer Straßenbaumaßnahme eingehalten werden kann oder nicht, hängt von vielen Faktoren ab: der Witterung, der Ausschreibung – oder auch davon, ob es zusätzliche Arbeiten gibt, die erst klar werden, wenn die Asphaltdecke abgetragen wurde. (sab)