Erstmals präsentierte ZF vergangene Woche alle Fahrzeuge, die mit Technologien des Häfler Konzerns den Wandel zur E-Mobilität repräsentieren. Ob Scooter, Fahrrad, Porsche oder 40-Tonner: In den 18 Fahrzeugen steckt modernste Technik, die teilweise schon in der Serienproduktion ist oder die in naher bis mittlerer Zukunft geplant ist. "Sowohl im öffentlichen Personennahverkehr als auch in der Logistik steigt die Nachfrage nach schadstoffarmen bis hin zu emissionsfreien Lösungen", erklärt Robert Buchmaier, Pressesprecher bei ZF.

ZF-Chef Wolf-Henning Scheider hatte bei der letzten Bilanz-Pressekonferenz angekündigt, dass 2018 weltweit mehr als zwei Milliarden Euro in die Entwicklungsarbeit fließen sollen. "So wollen wir Elektroantriebe und die Hybridisierung der Getriebetechnik vorantreiben und die Fahrzeugsicherheitssysteme sowie das automatisierte Fahren weiterentwickeln", sagte Scheider.

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Erstmals durften Journalisten die Testfahrzeuge Probe fahren. Ein Selbstversuch.

Ein 40-Tonner mit Hybrid-System

Ist es möglich, dass auch 40-Tonner in Zukunft emissionsfrei durch unsere Innenstädte fahren? ZF hat das Hybridsystem "Traxon" entwickelt, bei dem eine elektrische Maschine zwischen Verbrennungsmotor und Getriebe untergebracht ist.

Der Test-LKW ist mit dem Komplett-Hybridsystem "Traxon" ausgestattet, das für Busse und Lkw bis 40 Tonnen Gesamtgewicht geeignet ist. Es hat einen E-Motor mit integrierter Übersetzungsstufe, der 130 kW in der Spitze und 75 kW Dauerleistung bietet. Zudem sind alle Hybridfunktionen wie vollelektrisches Fahren, Boosten, Rekuperation, Start-Stopp, möglich. Auf dem Bild ist Kerstin Mommsen bei der Probefahrt zu sehen.
Der Test-LKW ist mit dem Komplett-Hybridsystem "Traxon" ausgestattet, das für Busse und Lkw bis 40 Tonnen Gesamtgewicht geeignet ist. Es hat einen E-Motor mit integrierter Übersetzungsstufe, der 130 kW in der Spitze und 75 kW Dauerleistung bietet. Zudem sind alle Hybridfunktionen wie vollelektrisches Fahren, Boosten, Rekuperation, Start-Stopp, möglich. Auf dem Bild ist Kerstin Mommsen bei der Probefahrt zu sehen. | Bild: Mommsen, Kerstin

Ich durfte selbst Platz nehmen am Steuer des ZF-Entwicklungsfahrzeug, einem 40-Tonner. Auf der Teststrecke des Unternehmens im Werk 2 durfte ich mehrere Runden drehen. Und tatsächlich fährt der Laster zwischendurch rein elektrisch und kann die Batterie auch wieder aufladen – im Fachjargon "rekuperieren". Er ist leicht zu fahren und leise.

Video: Mommsen, Kerstin

Vision Zero wird Wirklichkeit

Im "Vision Zero"-Fahrzeug der ZF sitzt das Antriebssystem samt Leistungselektronik in der Hinterachse und kann je nach Wunsch des Kunden mit Hybrid-, Brennstoffzellen- und Elektroantrieb versehen werden. Der elektrische Achsantrieb wird seit 2018 produziert.

Das Vision Zero Vehicle ist mit dem Achsantriebssystem namens mSTARS (modular Semi-Trailing Arm Rear Suspension) ausgestattet und hat 150 kW Leistung. Dazu steigert die Hinterachslenkung Agilität, Komfort und Stabilität. Eingebaut ist auch ein Anti-Ablenkungsassistent DDA („Driver Distraction Assist“), der das Fahrzeug abbremst, sobald der Fahrer nicht mehr auf die Straße schaut.
Das Vision Zero Vehicle ist mit dem Achsantriebssystem namens mSTARS (modular Semi-Trailing Arm Rear Suspension) ausgestattet und hat 150 kW Leistung. Dazu steigert die Hinterachslenkung Agilität, Komfort und Stabilität. Eingebaut ist auch ein Anti-Ablenkungsassistent DDA („Driver Distraction Assist“), der das Fahrzeug abbremst, sobald der Fahrer nicht mehr auf die Straße schaut. | Bild: Felix Kästle/ZF

Eine Fahrt im "Vision Zero"-Auto lässt mich einen Blick in die Zukunft werfen. Das elektrische Fahren funktioniert einwandfrei. Sogar der Versuch, nur den Wagen über die Hinterachse zu lenken, gelingt, wobei es ungewohnt ist, das Lenkrad nicht zu benutzen. Gesteuert wird über eine Art Joystick in der Mittelkonsole -ein ungewohntes Fahrgefühl.

Video: Mommsen, Kerstin

 

Porsche Panamera fährt auch elektrisch

Durch die Zusammenarbeit mit Porsche ist ein 8-Gang Plug-in-Hybrid Doppelkupplungsgetriebe entstanden, das für schnelle Schaltzeiten, Effizienz und maximale Flexibilität sorgt und dabei das Fahrzeug auch als Hybrid fahren lässt. Schon seit 2016 wird das ZF Plug-in Doppelkupplungsgetriebe in Brandenburg gebaut.

Vor allem das Schalten funktioniert im Porsche Panamera einwandfrei, da das Doppelgetriebe schneller schalten kann, als ein normales. Der Porsche kann auf der Autobahn im Sportmodus mit Verbrenner fahren, in der Stadt aber auf elektrischen Antrieb umschalten und so emissionsfrei unterwegs sein.
Vor allem das Schalten funktioniert im Porsche Panamera einwandfrei, da das Doppelgetriebe schneller schalten kann, als ein normales. Der Porsche kann auf der Autobahn im Sportmodus mit Verbrenner fahren, in der Stadt aber auf elektrischen Antrieb umschalten und so emissionsfrei unterwegs sein. | Bild: Felix Kästle/ZF

Mein Selbstversuch ist meine allererste Fahrt überhaupt in einem Porsche! Zunächst fährt er sich ungewohnt, dann aber geht es erstaunlich gut. Man kann sich aussuchen, ob man rein elektrisch oder mit Verbrennungsmotor fahren möchte. Spektakulär ist der Rennstart: Dank des Doppelkupplungsgetriebes gelingt mir sogar der – und zu meinem Erstaunen völlig ruckelfrei! Sehen Sie selbst:

Video: Mommsen, Kerstin

Auch im Bereich Nutzfahrzeuge entwickelt sich ZF mit großen Schritten weiter. Schon bald werden die Elektrobusse "Egomover", für die ZF den elektrischen Achsantrieb liefert, auch in Friedrichshafen auf der Teststrecke für automatisiertes Fahren zu sehen sein.

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