„Ab Freitag, 20. März, fährt der Katamaran nur noch im Zweistundentakt“, sagt Norbert Schültke, Co-Geschäftsführer der Katamaran-Reederei Bodensee, am Dienstagnachmittag auf SÜDKURIER-Nachfrage. Grund seien die Ausbreitung des Coronavirus und die damit verbundenen Sicherheitsmaßnahmen für Mitarbeiter und Fahrgäste.

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Damit sei ab Freitag nur noch ein Katamaran in Betrieb, so Schültke: „Am Freitag betrachten wir die Situation erneut und reduzieren gegebenenfalls noch einmal den Fahrplan oder setzen ihn fürs Wochenende ganz aus.“ Die Reederei informiere dazu auf ihrer Internetseite, in ihrem Newsletter und über die Fahrgastinformation an den Häfen in Friedrichshafen und Konstanz.

Wie lange wird der Katamaran noch auf dem Bodensee unterwegs sein?

„Das kann niemand abschätzen“, betont Schültke. Die Situation werde jeden Tag neu beurteilt. „Der Katamaran ist eine wichtige Verkehrsader über den See und wir sind unseren Pendlern verpflichtet, diese Verbindung solange es Sinn macht, aufrecht zu erhalten.“ Gleichzeitig werde alles getan, um Mitarbeiter und Gäste zu schützen. „Kurzum: Wir fahren auf Sicht“, so Schültke.

Norbert Schültke, Co-Geschäftsführer der Katamaran-Reederei Bodensee GmbH mit Sitz in Friedrichshafen.
Norbert Schültke, Co-Geschäftsführer der Katamaran-Reederei Bodensee GmbH mit Sitz in Friedrichshafen. | Bild: Felix Kaestle

Wie genau werden Mitarbeiter und Fahrgäste denn geschützt?

„Zur täglichen Unterhaltsreinigung wird bereits seit Montag jeden Abend zusätzlich eine Komplettdesinfektion vorgenommen“, erklärt Schültke. Alle Sitze und Flächen auf dem Katamaran würden mithilfe einer Vernebelungsmaschine desinfiziert. Diese umfangreiche Desinfektion sei mit ein Grund, dass ab Freitag nur noch ein Katamaran auf dem See unterwegs sei.

Wie wird zu enger Kontakt zwischen Fahrgästen und Mitarbeitern vermieden?

Die Fahrkarten würden nur noch auf Sicht kontrolliert, erklärt Schültke: „Das bedeutet, unsere Schiffsführer lassen sich die Fahrscheine nur noch vorzeigen, vermeiden aber Körperkontakt. Unseren Mitarbeitern geben wir zudem Empfehlungen hinsichtlich Hygienemaßnahmen und in Bezug auf das persönliche Verhalten in Anlehnung an die allgemeinen Empfehlungen.“

An Bord könnten auch keine Fahrkarten mehr gekauft werden. „Dafür gibt es Handy-Tickets und die Fahrschein-Automaten, die im Übrigen auch täglich desinfiziert werden.“

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Wirkt sich die aktuelle Corona-Krise bereits auf das Fahrgastaufkommen aus?

„Wir merken, dass die Fahrgäste von Tag zu Tag immer weniger werden“, sagt Schültke. Aus Sicht der Reederei unterstreiche diese Entwicklung, dass die Aufrufe an die Bevölkerung, wenn möglich zu Hause zu bleiben, funktionieren.

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