Es geschah im April während der Veranstaltung „City of Music“ in Friedrichshafen. Drei junge Freundinnen haben sich gegen Mitternacht an einem Imbisswagen am Zeppelin-Museum angestellt, um Pommes zu kaufen, als ein betrunkener Mann hinzukam und sich sehr dicht hinter die letzte Frau in der Schlange stellte.

Betrunkener fummelt Frau von hinten an

Weil der jungen Frau diese Nähe unangenehm war, drehte sie sich um, sah den Mann böse an und nahm demonstrativ einen Schritt Abstand. Dessen unbeeindruckt rückte der Mann gleich wieder auf und griff der jungen Frau von hinten unter den Mantel zwischen die Oberschenkel. „Ich habe geschrien, denn ich war entsetzt, es war sehr unangenehm und erschreckend“, sagte die Besucherin aus Stuttgart am Montag aus, als der Fall vor dem Amtsgericht in Tettnang verhandelt wurde.

Noch eine Frau wird unsittlich berührt 

Eine zweite junge Frau, die hinter dem Angreifer gewartet hatte, schubste den betrunkenen Angreifer, woraufhin dieser sie ebenfalls wegschubste, wobei er allerdings mit beiden Händen an ihre Brüste fasste. „Ich bin vermutlich aufgrund meiner Alkoholisierung von ihren Schultern abgerutscht“, so der Mann aus Friedrichshafen. Erinnern könne er sich an nichts, nur daran, dass ihn auch noch ein Mann geschubst habe, worauf er mit dem Kopf auf den Asphalt geknallt sei. Er sei erst im Rettungswagen wieder zu sich gekommen.

Mann zeigt sich vor Gericht uneinsichtig

Sein Mandant sei ein unbescholtener Mann, der aufgrund der zwei Promille im Blut Ausfallerscheinungen gehabt habe, sagte Rechtsanwalt Uwe Rung und forderte das Verfahren wegen verminderter Schuldfähigkeit einzustellen. Aber die Staatsanwaltschaft und Richter Oliver Kovatschevitsch waren anderer Meinung. „Das haben sie nicht zufällig gemacht, für mich steht der Sachverhalt fest“, sagte Richter Kovatschevitsch und verhängte 1350 Euro Geldstrafe. Der 57-Jährige nahm das Urteil zähneknirschend an. „Ich hab‘ nix gemacht, ich weiß auch nicht, wie ich unter den Mantel hätte kommen sollen, dann wäre ich ja hingefallen“, bruttelte er. Der Richter entgegnete, er sei ja auch nicht zu betrunken gewesen, um sich anzustellen oder um später ohne fremde Hilfe nach Hause zu gehen.