"Lobhudeleien mag er eigentlich gar nicht. Sie sind für ihn überflüssig wie Spitzgras." Ein humoriges Wort und eine treffende Charakterisierung, die Professor Martin Herzog in seiner kurzen Laudatio an Carl Herzog von Württemberg richtet, der am Vorabend seines 80. Geburtstags zum Empfang geladen hatte. Viele Gäste aus Politik und Wirtschaft, aus Wissenschaft und Kirche waren seiner Einladung gefolgt. Und sie haben es gerne getan – auch, um einem Mann die Ehre zu erweisen, dem das Land, das seinen Namen trägt, so sehr am Herzen liegt. "Bildung und Schule waren für ihn immer wichtige Themen", sagt etwa Bischof Gebhard Fürst. "Ohne das Engagement von Herzog Carl hätten wir nicht im entferntestes das erreicht, was wir mit der Einrichtung unserer insgesamt 85 katholischen Schulen geschafft haben." "Herzog Carl ist ein Kind unserer Stadt. Auch nach seinem Umzug nach Altshausen ist er immer mit Friedrichshafen verbunden geblieben. Das hat sich insbesondere auch beim Stadtjubiläum im Jahr 2011 gezeigt", betont Oberbürgermeister Andreas Brand.

Trotz launischen Wetters rundum gute Laune – auf dem roten Teppich und im wunderschön geschmückten Park des Schlosses Altshausen, in dem die Besucher von den Kunstwerken Herzogin Dianes begrüßt werden. Man sieht Mitglieder der Adelshäuser Baden und Hohenzollern-Sigmaringen, den stellvertretenden Landtagspräsidenten Wilfried Klenk und viele Landespolitiker verschiedener Fraktionen. Und natürlich lässt es sich der ehemalige Ministerpräsident Erwin Teufel als langjähriger Weggefährte nicht nehmen, dem Chef des Hauses Württemberg persönlich seine Aufwartung zu machen und seine Glückwünsche zu überbringen.

"Im Mittelpunkt des heutigen Empfangs stehen die Begegnung und das Gespräch. Das breite Spektrum der Gäste bietet die Gelegenheit, auch mit Menschen aus einem ganz anderen Lebensumfeld in Kontakt zu kommen", betont Friedrich Herzog von Württemberg als ältester Sohn des Jubilars in seiner Ansprache. "Unser tief empfundener Dank für 27 Jahre Unterstützung und Zeit zum Wohle der Kinder", würdigt Gabriele Geib, Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Baden-Württembergischer Förderkreise krebskranker Kinder, Herzog Carls vielfaches ehrenamtliches Wirken.

Verschmitzt und doch tiefgründig die Worte von Professor Martin Herzog. "Es ging ihm nie um Macht und Einfluss, sondern immer um dieses Land. Ich könnte viel ruhiger schlafen, wenn sich in unserer heutigen Politikerkaste mehr Menschen befinden würden, die sich am Vorbild von Carl Herzog von Württemberg ausrichten würden", sagt der erste Landrat des Bodenseekreises, der spätere Oberbürgermeister Friedrichshafens und baden-württembergische Minister für Wirtschaft, Mittelstand und Technologie. "Vivat, crescat, floreat" – lebe, gedeihe, blühe – so sein Wunsch an den Gastgeber, das Haus Württemberg und an alle Geburtstagsgäste.

Zur Person

Carl Herzog von Württemberg wurde am 1. August 1936 in Friedrichshafen geboren. Seine Eltern sind Philipp II. Albrecht Herzog von Württemberg und Rosa Herzogin von Württemberg, geb. Erzherzogin Rosa von Österreich. Carl Herzog von Württemberg heiratete am 18. Juli 1960 Diane von Orléans. Das Paar hat sechs Kinder: Friedrich, Mathilde, Eberhard, Philipp, Michael und Eleonore Fleur. Nach dem Tod seines Vaters 1975 wurde Herzog Carl Chef des Hauses und des Familienunternehmens. Das Unternehmen verwaltet etwa 5500 Hektar Wald, 2000 Hektar Wiesen und Äcker, 50 Hektar Weinberge und 700 Grundstücke sowie Firmenbeteiligungen. (asa)