Der Parkplatz am Häfler Strandbad ist kein Campingplatz – eine Ausnahme sollte in diesem Jahr auch nicht während des Kulturufers gemacht werden. Auf beziehungsweise an den Parkflächen am Königsweg gecampt wurde dennoch, zumindest während der ersten Kulturufer-Tage. Am Wochenende waren Kleinbusse, Wohnmobile und Zelte dort zu sehen. Unmut darüber wurde seither über das von Stadt und Landkreis angebotene Onlineportal „Sag’s doch“ geäußert. Nach Auskunft der Stadtverwaltung sollte der Parkplatz aber zwischenzeitlich wieder der Allgemeinheit zur Verfügung stehen.

Vereinzelt hatte es im vergangenen Jahr, als Straßenkünstler während des Zeltfestivals an der Häfler Uferpromenade ihr Quartier in Strandbadnähe aufgeschlagen hatten, Klagen von Anwohnern wegen Ruhestörung gegeben. Die von der Stadt daraufhin versprochene Lösung wurde – ebenfalls nicht weit vom Kulturufer entfernt – mit dem Parkplatz an der alten Festhalle gefunden, welcher in diesem Jahr rege genutzt wird. „Gemeldeten Straßenkünstler können hier übernachten, über diese neue Möglichkeit wurden die Straßenkünstler auch rechtzeitig informiert“, teilt die Stadtverwaltung auf SÜDKURIER-Anfrage mit. Camper am Strandbad könnten dem Kulturufer nicht eindeutig zugeordnet werden.

In einem auf "Sag's doch" am Samstag eingestellten Anliegen wird darauf hingewiesen, dass ohnehin schon knapp bemessener Parkraum durch "wildes Parken bzw. Campen" missbraucht werde. „Wir mussten feststellen, dass etliche Parkplätze von Campern belegt waren", ist in einem weiteren Beitrag zu lesen, der offenbar nach einem Badeausflug am vergangenen Freitag formuliert wurde. "Dieses Jahr sind alle Schranken gefallen", schreibt der Absender des aktuellsten Eintrages zum Thema, dem Beitrag nach ein Anwohner. So sei nicht nur der gesamte Parkplatz mit Campern belegt, es seien zudem mehrere Zelte aufgebaut, wie es in der am Dienstag gestellten Anfrage heißt. Unter anderem im Freien schlafende Menschen, Müll und Lärm sind weitere Kritikpunkte. Dabei ist auch von Live-Musik und Proben für den nächsten Auftritt die Rede.
 

Gewerbliche Beschicker des Kulturufers seien mehrmals darauf hingewiesen worden, dass das Campen am Strandbad nicht erlaubt ist und diese sich selbst um ausgewiesene Campingplätze oder Unterkünfte kümmern sollten. Die Stadtverwaltung informierte sie eigenen Angaben zufolge zudem über Übernachtungsmöglichkeiten. Wie es in der Mitteilung weiter heißt, wurde erneut Kontakt mit den Campern und den Gewerbetreibenden des Kulturufers aufgenommen, um den Strandbadparkplatz schnellstmöglich wieder der Allgemeinheit zur Verfügung zu stellen. Am Dienstag sei in gezielten Gesprächen mit allen Betroffenen darauf hingewiesen worden, dass das Gelände nicht für Camper zur Verfügung steht. Seit Mittwoch – am Nachmittag war lediglich noch ein Zelt auf einem angrenzenden Grünstreifen zu sehen – sollte also wieder Ruhe eingekehrt sein.

Das Onlineportal

Über "Sag's doch" können Bürger Ideen, Hinweise und Beschwerden an die Verwaltungen der Stadt Friedrichshafen und des Landkreises übermitteln. Seit dem Start 2011 wurden knapp 2900 Anliegen eingereicht. Eine weitere Rubrik ist die Beteiligungs-Plattform "Mach mit" der Stadt.

Das Onlineportal im Internet: www.sags-doch.de