Mit der h-Moll-Messe von Johann Sebastian Bach hat sich der Kammerchor Camerata Serena ein Großwerk vorgenommen. Im Jahr 2015 ernannte die UNESCO das Autograph von Johann Sebastian Bachs h-Moll-Messe zum Weltkulturerbe. Doch nicht nur die einzigartige Handschrift wurde damit zu einem der wertvollsten Kulturschätze der Menschheit erklärt, sondern auch das, was hinter der reinen Schrift steckt: die Musik der h-Moll-Messe mit ihrem universellen Ausdrucksgehalt.

Nikolaus Henseler will mit seinem Kammerchor „Camerata Serena“ die Notenschriften der großen Komponisten musikalisch und philosophisch durchleuchten. „Unser Ziel ist es, den musikalischen und emotionalen Ausdruck in seiner ganzen Fülle herauszuarbeiten – ohne etwas wegzulassen oder hinzuzufügen“, sagt er. Bei einem Werk wie der h-Moll-Messe von Bach ist das Material dafür schier unerschöpflich. Überschäumende Freude im „Gloria“, tiefe Betroffenheit im „Crucifixus“, festliche Größe im „Sanctus“, spielerischer Wechselgesang im „Hosanna“ und demütiges Bitten im „Dona nobis pacem“ sind nur einige ausgewählte Stimmungen, die in Bachs Opus Magnum abgebildet sind.„Bach komponiert mit einer unerhört großen Farbpalette“, erklärt Nikolaus Henseler. „Diese Musik ist so unglaublich ansprechend, unmittelbar und emotional, obwohl sie von der ersten bis zur letzten Note abstrakt durchdacht ist. Das schafft Bach ohnehin immer in außergewöhnlicher Weise, aber die h-Moll-Messe steht in ihrer Meisterschaft vielleicht doch auf der obersten Stufe zur Himmelstür.“

Der Dirigent betont die verantwortungsvolle Aufgabe, diesem kompositorischen Anspruch mit seinen Musikern gerecht zu werden. Die Sänger kommen zu den Proben demnach bestens vorbereitet, um sofort an den musikalischen Inhalten feilen zu können. Die Besetzung ist mit 50 Sängerinnen und Sängern so gewählt, dass die Balance zwischen Flexibilität und nötiger Ausdauer stimmt. Das Barockorchester La Banda werde hochkarätig besetzt sein, verspricht Nikolaus Henseler „Es gibt kaum ein Orchester, das mit der h-Moll-Messe so intensiv vertraut ist wie ‚La Banda‘. Wir freuen uns alle wieder auf die freundschaftliche und engagierte Zusammenarbeit, die uns mittlerweile zum vierten Mal mit diesem wunderbaren Orchester verbindet“.

Auch das Solistenquartett ist hochkarätig besetzt: Die Sopranistin Silke Kaiser sang bereits unter Dirigenten wie Herbert Blomstedt und Helmuth Rilling und ist Dozentin an der Staatlichen Hochschule für Musik Trossingen. Lena-Sutor Wernich erwarb sich als Altistin nicht zuletzt bei der Bach-Akademie 2016 in Stuttgart einen Namen, als sie in der h-Moll-Messe unter der Leitung von Hans-Christoph Rademann brillierte. Bernhard Gärtner ist Dozent Staatlichen Hochschule für Musik in Stuttgart und schon häufig in der Bodenseeregion als Tenor hervorragend in Erscheinung getreten. Manuel Kundinger aus München verbindet eine enge Zusammenarbeit mit der Camerata Serena und Nikolaus Henseler, sowohl als ausdrucksstarker Bariton-Solist wie auch als Stimmbildner.

Die Konzerte finden am Samstag 11. März, um 20 Uhr im Münster der Insel Reichenau (AUGIA-Konzertreihe) und am Sonntag 12. März um 18 Uhr in der Kirche St. Maria in Friedrichshafen-Jettenhausen statt. Eintrittskarten zu 26 Euro und 22 Euro können bei BuchKultur Opitz (0 75 31/2 41 71) für das Konzert auf der Reichenau und bei Musik Fischer (0 75 41/2 39 39) für das Konzert in Friedrichshafen reserviert werden.