Auf erhebliche Einschränkungen müssen sich Bahnreisende in der Zeit ab Montag, 19. Februar, bis zum 25. März einstellen. Zum Teil ist auch der Straßenverkehr betroffen. Für rund acht Millionen Euro wird die Deutsche Bahn (DB) den Streckenabschnitt zwischen Friedrichshafen und Lindau sanieren. Während dieser Zeit gibt es auf diesem Abschnitt der Bodenseegürtelbahn Schienenersatzverkehr, sprich Busse, teilt die DB mit. "Die Buskapazität ist nach den Fahrgastzahlen der RE-Züge (Regional-Express) berechnet worden", sagte ein Bahnsprecher aus Stuttgart auf Nachfrage. Demnach wird von rund 3000 Passagieren von Friedrichshafen in Richtung Lindau und von 2800 Fahrgästen von Lindau nach Friedrichshafen im täglichen Schnitt ausgegangen.

"Der Fahrplan wurde so überarbeitet, dass die Anschlussverbindungen klappen", erläuterte der Bahnsprecher. Vom Bahnhof Friedrichshafen-Stadt besteht Anschluss von den Zügen aus Richtung Radolfzell, Friedrichshafen-Hafen und Ulm an die Busse nach Lindau Hbf. Die Busse erreichen laut Mitteilung der DB Lindau 15 bis 39 Minuten später als die ausfallenden Züge nach normalem Fahrplan. Von Lindau Hauptbahnhof fahren die Ersatzbusse fünf bis 34 Minuten früher ab und haben in Friedrichshafen Anschluss an die Züge in Richtung Radolfzell, Friedrichshafen-Hafen, Aulendorf und Ulm. Die Busse halten auch an den Zwischenstationen. Eine Unwägbarkeit in der Planung ist dabei allerdings der Verkehrsfluss auf den Straßen. Der Fernverkehr, sprich der IC (Intercity) 118 Innsbruck–Münster/Westfalen, fährt im Sanierungszeitraum nur zwischen Innsbruck und Lindau, der IC 119 Münster/Westfalen–Innsbruck verkehrt nur zwischen Lindau und Innsbruck.

Für den Busverkehr sorgt die DB ZugBus Regionalverkehr Alb-Bodensee (RAB), berichtete der Pressesprecher der Bahn, der eigene Busse und Fahrzeuge von Vertragsunternehmen einsetzen werde. Zu Stoßzeiten sollen größere Busse oder gegebenenfalls zwei Busse im Einsatz sein, erläuterte er auf Nachfrage. In der Vergangenheit gab es beim Schienenersatzverkehr schon mal Probleme mit den Kapazitäten, sprich überfüllte Busse. In den Bussen des Schienenersatzverkehrs ist die Mitnahme von Fahrrädern nicht möglich.

16 Bahnübergänge werden im Zuge der Sanierungsarbeiten im östlichen Bodenseekreis während der Bauarbeiten gesperrt, teilweise schon jetzt. Sie erhalten neue Bahnübergangsbefestigungen. In der Stadt Friedrichshafen betrifft dies laut Mitteilung der DB nur den wenig frequentierten Bahnübergang Rotenmoos am Don-Bosco-Haus vom 5. März, um 18 Uhr, bis 25. März, um 24 Uhr. Westlich von diesem sind in der Stadt keine Bahnübergänge von Sperrungen betroffen. Östlich von ihm werden in Eriskirch fünf, in Langenargen sieben und in Kressbronn drei Übergänge nacheinander, manche auch parallel, gesperrt. Laut Sperrzeitenübersicht der DB sind in den einzelnen Orten nicht jeweils alle Übergänge auf einmal geschlossen. Umleitungen für den Verkehr werden jeweils ausgeschildert.

Insgesamt werden bei der Sanierung des Streckenabschnitts der Bodenseegürtelbahn auf rund 13 Kilometern Strecke Gleise in beide Richtungen erneuert, 21 000 Schwellen, 30 000 Tonnen Schotter und zwei Weichen. Dazu kommen auf 510 Metern Untergrundverbesserungen sowie der Neubau von 490 Metern Entwässerungsanlagen. Bahngräben, Randwege und Entwässerungseinrichtungen werden instand gesetzt. Hinzu kommt die Erneuerung der Grenzbrücke bei Kressbronn und von 27 Brückenbalken der Mühlkanalbrücke in Langenargen.

Informationsmöglichkeiten

Die Anschlussverbindungen in den Bahnhöfen Friedrichshafen und Lindau fahren zum Teil nur einige Minuten nach der Ankunft der Busse des Schienenersatzverkehrs los. Die Deutsche Bahn empfiehlt Fahrgästen, sich mittels Echtzeitinformationen in der Reiseauskunft auf m.bahn.de, über die DB Navigator-App oder www.bahn.de/Reiseauskunft über die aktuellen Reiseverbindungen auf der Strecke bzw. den Anschlussverbindungen zu informieren. Informationen gibt es auch beim Kundendialog DB Regio Baden-Württemberg unter 07 11/20 92 70 87, unter der Service-Nummer der Bahn, Telefonnummer 01 80/6 99 66 33 (20 Cent/Anruf aus dem Festnetz, Tarif bei Mobilfunk maximal 60 Cent/Anruf) sowie im SWR-Text auf den Tafeln 528/529.