Die Pontons hat Michael Sautter aus Gottmadingen schon geliefert. Nun müssen sie in den See gehievt, vor dem Bodensee-Ufer beim Graf-Zeppelin-Haus in Position gebracht und zur „Sommerinsel“ verbunden werden. „Unsere Techniker sind schon richtig heiß“, sagt GZH-Geschäftsführer Matthias Klingler. Kein Wunder, denn eine Seebühne haben sie noch nie gebaut und technisch ausgestattet.

Klingler ist Initiator der Sommerinsel, auf der ein kostenloses Kulturprogramm geboten wird. Er hofft nun, dass die Häfler mit „Kind und Kegel“ kommen, dass sie Picknickdecken und Verpflegung mitbringen. „Wer sich nicht auf die Wiese setzen will, für den haben wir Sitzgelegenheiten“, sagt er. Und Dirk Beckmann von der Zehrer-Gastronomie fügt an: „Das GZH bewirtet natürlich auch“ – mit einem Stand auf der GZH-Wiese.

Zumindest am heutigen Freitag wird aus dem Open-Air-Gefühl noch nichts: Vor dem Graf-Zeppelin-Haus posieren mit dem Logo der "Sommerinsel" (v.l.) Dirk Beckmann (Zehrer-Gastronomie), Jürgen Deeg (Vorstand Jazzport), Matthias Klingler (Geschäftsführer GZH) und Franz Hoben (Kulturbüro).
Zumindest am heutigen Freitag wird aus dem Open-Air-Gefühl noch nichts: Vor dem Graf-Zeppelin-Haus posieren mit dem Logo der "Sommerinsel" (v.l.) Dirk Beckmann (Zehrer-Gastronomie), Jürgen Deeg (Vorstand Jazzport), Matthias Klingler (Geschäftsführer GZH) und Franz Hoben (Kulturbüro). | Bild: Harald Ruppert

16 Meter breit und neun Meter tief wird die Sommerinsel sein, und mit acht Metern Abstand zum Ufer so weit auf dem See, dass sie als Seebühne wahrgenommen wird und doch die Nähe zu den Veranstaltungen erhalten bleibt. Das Kulturprogramm auf der Sommerinsel findet erst am 21. bis 23. Juli statt. Aber davor haben die Häfler Gelegenheit, sie über den 2,40 Meter breiten Steg selbst in Besitz zu nehmen: am Seehasen-Samstag nämlich, 15. Juli, wird die Sommerinsel abends freigegeben, damit die Besucher des Seehasenfests von dort aus das Feuerwerk bewundern können. „Gegen 18 oder 19 Uhr“, so Dirk Beckmann, kann man sich am Samstag seinen Platz sichern.

Den Auftakt des Kulturprogramms macht am Freitag, 21. Juli, das Jazzport Summer Special. Das New Jazzport Orchestra (NJPO) spielt mit dem Trompeter Dusko Goykovich. Er hat mit allen Großen des Jazz in Deutschland gespielt und mit vielen internationalen Topstars. Schon in seinen jungen Jahren waren Miles Davis und Dizzie Gillespie von seinem eleganten Ton und seinen Fähigkeiten als Improvisator beeindruckt. Vor dem Auftritt des NJPO gestaltet das „Hoppin‘ MAD! Horns Jazz Ensemble“ unter Leitung von Florian Loebermann den Auftakt, mit bekannten Stücken in eigenen Versionen. Mit dem Auftritt auf der Sommerinsel knüpft das Jazzport Summer Special an seine frühere Idee zu Open Air-Konzerten vor dem GZH an, erinnert der Jazzport-Vorsitzende Jürgen Deeg. 2006 waren Charlie Mariano und Dieter Ilg Gäste beim Summer Special – aber dann regnete es und das Konzert musste im GZH-Foyer fortgesetzt werden; ein Wagnis, das man kein zweites Mal eingehen wollte. Umbaupausen wegen schlechtem Wetter sollen bei den Sommerinsel-Konzerten vermieden werden: „Wenn Aussicht auf Regen besteht, spielen wir im Foyer“, sagt Matthias Klingler.

Michael Sautter liefert die Pontons für die "Sommerinsel" vor dem Graf-Zeppelin-Haus.
Michael Sautter liefert die Pontons für die "Sommerinsel" vor dem Graf-Zeppelin-Haus. | Bild: Harald Ruppert

Das Stadtorchester bleibt am Abend darauf in bewährter Tradition: „Unsere Summer Winds-Konzerte finden schon seit Jahren als Open Air beim GZH statt“, sagt Stadtorchester-Dirigent Pietro Sarno. „Bisher hat allerdings nicht das Publikum auf den See geschaut, sondern das Orchester.“ Das Stadtorchester hat sich das Duo „Shawn & The Wolf“ (Posaune und Gitarre) aus Detmold eingeladen. Latino-Rhythmen werden den Abend bestimmen. „Die Musik soll zusätzliches Sommer-Feeling bringen“, sagt Sarno. Den Auftakt macht südamerikanische sinfonische Blasmusik, den Mittelteil gestaltet das Duo allein. Für den gemeinsamen Abschluss wurden mehrere Stücke eigens arrangiert. „Es gibt mehrere Uraufführungen. Das Stadtorchester wird sich zum Jazzorchester verwandeln“, so Pietro Sarno.

Mit dem Stadtorchester wird es eng auf der Sommerinsel – bei der ungewöhnlichen Klassik-Matinee am Sonntag, 23. Juli, um 11 Uhr befinden sich dagegen nur ein Flügel und zwei Personen darauf: Der Pianist Aleksandr Shaikin und der Tänzer Tadayoshi Kokeguchi. Kokeguchi wird den Platz aber auch brauchen: Eine Stunde lang setzt er Musik von Maurice Ravel, Sergey Rachmaninov sowie den Renaissance-Komponisten William Byrd und Peter Philips in Bewegung um, erzählt Franz Hoben vom Kulturbüro. Der Franko-Japaner Tadayoshi Kokeguchi wurde an der Rudra-Bejart Schule in Lausanne ausgebildet. Aleksandr Shaikin wiederum hat am Tschaikowsky-Konservatorium studiert und belegte zuletzt den zweiten Platz beim Géza Anda-Wettbewerb.

Das Programm ist hochkarätig; jetzt ist es an den Häflern, reichlich zu erscheinen, damit die Sommerinsel im nächsten Jahr wieder aufgebaut wird.
 

Sommerinsel-Programm

Samstag, 15. Juli: Das Seehasenfest-Feuerwerk kann von der Sommerinsel aus bewundert werden.

Montag, 17. Juli, 9 Uhr: Start des Seehasen-Duathlons (Schwimmen mit anschließendem Lauf).

Freitag, 21. Juli, 20 Uhr: Jazzport Summer Special mit dem New Jazzport Orchestra und Dusko Goykovich.

Samstag, 22. Juli, 19 Uhr: Summer Winds-Konzert mit dem Stadtorchester Friedrichshafen und den Jazzduo Shawn & The Wolf.

Sonntag, 23. Juli, 11 Uhr: Klassik-Matinee mit dem Pianisten Aleksandr Shaikin und dem Tänzer Tadayoshi Kokeguchi.

Der Eintritt ist jeweils frei, die Zehrer-Gastronomie bewirtet. Bei schlechtem Wetter finden die Veranstaltungen im GZH-Foyer statt.