"Wir können nicht allen helfen" – ein Titel, der Aufsehen erregt. Boris Palmer versteht es, mit kontroversen Themen und Überschriften auf sich aufmerksam zu machen. Er nimmt kein Blatt vor den Mund und sagt, was er denkt. So auch bei der Podiumsdiskussion mit Max Bauerdorf, Student der Zeppelin Universität, beim "Seekult"-Festival.

Die erste Frage von Bauerdorf bezieht sich auf einen Facebook-Post Palmers. In diesem stellte er ein Foto online, auf welchem arabisch aussehende Männer zu sehen waren. Er kommentierte das Bild mit diesen Worten: "Offensiver Auftritt. Keiner hat einen Fahrschein. Zugfahrten haben sich verändert in den letzten Jahren. Ist es rassistisch, das zu beschreiben? Ist es fremdenfeindlich, sich dabei unwohl zu fühlen?". Auf die Frage des Studenten, warum er so etwas auf Facebook poste, antwortet Palmer: "Das Thema muss man ansprechen können, ich wollte darauf aufmerksam machen. Ich finde, die Diskussion darüber ist wichtig." Für Palmer gibt es drei Strategien: ignorieren, beschimpfen oder den inhaltlichen Dialog. Er wählt die letzte, aber auch anstrengendste Strategie. Seiner Meinung nach sei das beste, was einem passieren könne, dass Menschen beider Seiten auf seiner Facebook-Seite diskutierten: "Afd'ler gucken sich die Facebook-Postings eines Grünen an und sind überrascht." Mit seinem Buch will er ebenfalls den Dialog fördern.

Zum Obergrenzen-Kompromiss hat er eine klare Meinung: "Dieser Ausdruck ist, mit Verlaub, gaga".

Palmer beharrt darauf, dass Asyl ein Grundrecht ist und dass Deutschland aus seiner Geschichte lernen sollte. "Würden morgen 5000 Juden an der Grenze stehen und hätten nirgends anders Zuflucht, dann müssten wir sie aufnehmen." Im nächsten Satz betont er, dass die BRD trotzdem eine Größenordnung bräuchte – am besten durch den Schutz der Außengrenzen. Auch zum Familiennachzug macht Palmer klare Aussagen: Er steht für eine Beschränkung und eine Härtefallregelung.