Friedrichshafen (dim) Die Beschäftigten des Automobilzulieferers ZF am Stammsitz treffen sich am Freitag in der Messe Friedrichshafen zu einer Betriebsversammlung. Die Erwartungen der Teilnehmer werden hoch sein, denn der Betriebsrat verhandelt mit dem Management über ein Konzept zur Standort-Sicherung für den Hauptsitz Friedrichshafen. Betriebsratschef Achim Dietrich-Stephan forderte bereits auf einer Betriebsversammlung im Februar, dass der Vorstand Lösungen präsentiere, damit die Beschäftigung am Stammsitz gesichert werden könne. Hintergrund ist, dass mit dem Nutzfahrzeugbauer MAN ein Großkunde angekündigt hat, ab 2017 weniger Getriebe bei ZF kaufen zu wollen. Würde sich MAN komplett verabschieden, wären 1200 ZFler betroffen. ZF-Chef Stefan Sommer hatte in den vergangenen Tagen immer wieder betont, dass die Produktionskosten am Standort zu hoch seien. In einem Anfang Juni intern veröffentlichten Schreiben machte das Standort-Management deutlich, dass übertarifliche Leistungen und Zuschläge gesenkt werden sollen.

Nach Kenntnisstand der SÜDKURIER-Redaktion sollen bei der Betriebsversammlung ZF-Standortleiter Dirk Hanenberg sowie ZF-Arbeitsdirektor Jürgen Holeksa reden. Neben dem Betriebsratschef wird auch IG Metall-Funktionär Enzo Savarino die Sicht der Arbeitnehmer-Vertretung deutlich machen. ZF-Chef Stefan Sommer wird nicht an der Versammlung teilnehmen. Mit Holeksa sei der höchste Personaler anwesend, hieß es. Allem Anschein nach gibt es noch keine Einigung auf eine Vereinbarung zur Standort-Sicherung. Deshalb werden von beiden Seiten wohl nur erste Skizzen dazu vorgestellt werden.