Ein festliches Konzert zusammen mit dem außergewöhnlichen Solisten Felix Kieser (Horn) hat das SinfonieorchesterFriedrichshafen unter Leitung von Musikdirektor Joachim Trost am Samstag im Graf-Zeppelin-Haus gegeben.

Orchester arbeitet Dynamik bestens heraus

Seit den Sommerferien bereiteten sich die Musiker des Sinfonieorchesters intensiv auf das Programm vor: Franz Liszts sinfonische Dichtung „Les Préludes“, das erste Hornkonzert von Richard Strauss und die vierte Sinfonie von Johannes Brahms in e-Moll. Fein gesponnen zu Beginn, steigerte sich das Orchester bei „Les Préludes“ mit vollem Bläserklang zur kraftvollen Fanfare. Mit bestens herausgearbeiteter Dynamik war es ein erster Glanzpunkt des Konzerts.

Solist spielt mit größtem Einfühlungsvermögen

Richard Strauss schrieb bereits mit 18 Jahren für seinen Vater Franz, den angesehensten Waldhornisten jener Zeit, sein erstes Hornkonzert. Dieser habe es mit den Worten „es ist zu schwer“ abgelehnt. Nicht so für Solist Felix Kieser, der aktuell zu den Weltbesten auf diesem Instrument zählt. Ohne Arme geboren, streifte er auf der Bühne seine schwarzen Schuhe ab, dehnte die Beine und platzierte seinen linken Fuß mit gestrecktem Spann dorthin, wo sich normalerweise die Hand befindet. Mit größtem Einfühlungsvermögen spielte Kieser die klarsten und saubersten Töne des romantisch farbigen Werks. Wo seine Kollegen mit der Hand im Schalltrichter die Klangfarbe beeinflussen, kontrolliert er den Druck mit dem Atem und gestaltet durch minimalste Veränderungen der Zungenstellung. Das Handicap des begnadeten Musikers wird beim Klang seines Instruments völlig nebensächlich und das Publikum dankte mit ausgiebigem Applaus.

Brahms-Sinfonie bei Orchestermusikern beliebt

Für die Musiker des Orchesters kam der Höhepunkt nach der Pause mit der Brahms-Sinfonie. Komplex und schwierig, aber wunderschön sei sie in diesem Konzert das Lieblingswerk fast aller Musiker, berichtete Corinna Raupach (Violine). Mit Hingabe und gleichzeitig hoch konzentriert folgten die Musiker Trosts engagiertem Dirigat. Ob beschwingt und mit tänzerischer Leichtigkeit, ob getragen und fast majestätisch anmutend – dem Orchester gelang die spannungsvolle Musik mit großer Transparenz und Leichtigkeit.